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Geplantes Rollenspiel und seine Probleme

Vorheriges Abklären

Wie bereits in vorherigen Abschnitten erwähnt, existiert eine "Schmerzgrenze" bezüglich RP-Aktionen. Das betrifft nicht nur Extremfälle wie Verstümmelungen und Morde, sondern im Grunde alles, was das eigene "normale" Spiel in größerem Maße beeinträchtigt. In den Extrema ist eine Abklärung unerlässlich; allerdings hat sich mit der Zeit eingebürgert, auch geringere beeinträchtigende Vorhaben abzusprechen. Dies ist ein zweischneidiges Schwert, zumal es dahingehend ausarten kann (und auch schon ausgeartet ist), dass am Ende nahezu jeder Angriff o.ä. abgesprochen werden muss, da der andere ja Probleme damit haben könnte.. und das ist dann eindeutig zu viel.

Eine der gängigen Definitionen von Rollenspiel nennt jenes auch korrekt "eine Art Improvisationstheater", und genau das Improvisierte, das direkte Reagieren auf das Unerwartete entfällt bei Absprache teilweise oder gänzlich. Einerseits ist es nachvollziehbar, dass beide Seiten jegliche Zweifel ob ihrer Aktionen von Beginn an ausschließen, und die Spieler wissen wollen "woran man ist". Andererseits nimmt dies den größten Teil der Spannung, und im Extremfall verkommt das Improvisations- zum reinen Theater, zu einer bereits vorher vollständig bekannten Aufführung. Zudem stockt das Spiel ganz erheblich, wenn jedesmal, wenn es zu einer auch nur ansatzweise ungemütlichen Situation kommt, erstmal eine Auszeit zur Beratung genommen wird, mit allen unangenehmen Folgen (Atmosphärezerstörung, Brüche in der Handlung, etc).

Wie gesagt, ganz ohne Absprache geht es in manchen Fällen nicht. Da jeder Spielerchar ein potentiell Betroffener einer unangenehmen Aktion sein kann, sollte man sich aber aus dieser Perspektive heraus unbedingt vor Augen führen, dass vorherige Absprache im Rollenspiel der Ausnahmezustand, nicht die Normalität ist. Dies gilt allerdings ausschließlich aus der Sicht des Betroffenen, es ist keine Ausrede für die Spieler der offensiv agierenden Charaktere, Klärungen zu verweigern!

Die Fragen, die man sich selbst stellen sollte, sind "Welche Aktionen bin ich noch bereit, mitzumachen? Und bis zu welchem Grad?"

Als Richtlinie kann man folgendes ansehen:

Alles, was den Charakter nicht gravierend oder bleibend beeinträchtigt, sollte ohne vorherige Absprache gespielt werden.

Derartige Beeinträchtigungen können z.B. sein: länger anhaltende Gefangenschaft, schwere Krankheit (die z.B. von Priestern verursacht werden könnte), dauerhafter Verlust des größten, bzw wichtigen Teil seines Besitzes (meist durch Einbruch oder Raub/Diebstahl/Erpressung), Verbannung, Ächtung, Versklavung, Vergewaltigung (auf OW Ausspielverbot!), Verstümmelungen jeglicher Art, Ermordung/Tod, Geisteskontrolle über längere Zeit (Besessenheit). Diese Liste ist selbstverständlich nicht allumfassend, sollte aber die Größenordnung klarstellen, der derartige Aktionen angehören.

Wenn nun der einzelne Spieler in dieser Liste Dinge findet, die er selbst als "Opfer" sehr wohl problemlos ohne Absprache mitmachen würde, ist das umso erfreulicher. Als "Täter" wären dies allerdings Punkte, wo eine Klärung, und ggfs. "Entschärfung" zumindest angeboten werden sollte.

Dinge allerdings, die weniger extrem sind, sollte man als Betroffener möglichst ohne zu unterbrechen und/oder Absprache zu verlangen, durchspielen. Also die Ereignisse auf sich zukommen lassen und als Realität akzeptieren, den Mitspielern vertrauen, und Problem- oder Zwangssituationen nicht für sich als Spieler als Angriff oder Zwangslagen nehmen sondern als Herausforderung. Sowohl für den Charakter als auch sich selbst. Nur auf diese Weise bleibt der Eindruck einer realistischen, dynamischen Welt erhalten, in der die Charaktere wirklich leben. Und sollte es doch einmal Probleme geben, kann auch die Spielleitung noch helfen, man steht also in jedem Fall nicht alleine da.

OOC-Planung allgemein, IRC/ICQ/Skype-Gebrauch

Auch "normale" RP-Aktionen sollte man zudem im Spiel planen und nicht per ICQ/IRC/Skype etc. man nimmt sich selbst eines Teils des Spiels, die Gefahr von OOC-Denken ist wesentlich größer, und nicht zuletzt schafft man damit oft schon vollendete Tatsachen, ohne dass etwaige Betroffene die Möglichkeit hätten, einzugreifen oder den Verlauf anderweitig zu beeinflussen (dies gilt insbesondere bei Aktionen, die negative Ausw.irkungen auf andere haben). Generell sollten spielexterne Kommunikationskanäle während/anstelle des RPs so wenig wie möglich verwendet werden, sondern eher für notwendige OOC-Klärungen. Gerade beides parallel zu verwenden, und hier insbesondere IRC/Skype in Kombination mit RP, ist abzulehnen, da dies eine ausreichende Konzentration auf das Rollenspiel verhindert. Zudem ist hier die Gefahr des OOC-Einflusses auf das Spiel mit am größten. Und wer seinen Mitspielern mittels der Nutzung von OOC-Kanälen Schaden zufügt, kann mit härtesten Konsequenzen rechnen!

Beraubt Euch nicht selbst der Möglichkeit, wirklich tief in Welt und Charakter einzutauchen, indem Ihr derartige Ablenkungen nebenher laufen lasst.

Planung von Events, erhobener Anspruch auf Erfolg

Zuletzt noch etwas zu einer anderen Problematik. Leider ist des Öfteren eine Einstellung zu beobachten, die Aufwand und Erfolgschance von Rollenspielaktionen in direkte Relation stellt. Da wird dann normalerweise in etwa argumentiert, dass "Misserfolg bei dieser Aktion unfair ist, da wir ja schon X Tage daran geplant haben" oder gespielt, etc.

Hierzu ist Folgendes zu bemerken: Zuerst einmal ist dieses Denken nicht nur völlig OOC sondern weiterhin auch von einer Kosten-Nutzen-Rechnung geprägt, die sich mit einem rollenspielerischen Realismusanspruch ganz und gar nicht vereinbaren lässt. Hier wird - analog zu Werdegängen die schnellstmöglich "abgespult" werden, das Rollenspiel instrumentalisiert, um an Ziele zu gelangen, und zudem noch OOC darauf hingearbeitet (z.B. durch obengenannte Beeinflussung). Es wird also nicht mehr um der Aktion willen gespielt, sondern um "zu gewinnen" - zu dieser Einstellung s. auch Spielspaß und Konsequenzen.

Der Erfolg einer Aktion wird, darüber sollte man sich völlig im Klaren sein, niemals vom Aufwand einer Aktion abhängen, sondern immer von der Logik. Jegliches andere Denken würde - zumal es sich von Spielleitungsseite global ausw.irken würde und somit wesentlich gravierendere Folgen hätte - den Realismus der Welt schwerst beschädigen. Daher hat es keinen Grund, derartige Diskussionen mit den Spielleitern zu beginnen; sie werden bestenfalls ins Leere laufen.

Plant daher bitte keine Aktionen, wenn ihr nur Euren Spaß daran haben würdet, so lange sie erfolgreich sind, sondern nur wenn es die Aktion selbst ist, um die es geht.

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