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Städte in Flammen

Geplänkel in Stolzenforst

Es kam zu den ersten Gefechten in Stolzenforst, als Grimfang Ainaughähs Flotten sich weiter dem Küstengebiet näherten. Vor Vesper führte die Al’Shahar die wenigen Kriegsschiffe an, welche dem Herzogtum zur Verfügung standen. Bis jetzt war es ihnen gelungen den orkischen Invasoren zu trotzen, ohne selbst größere Schäden oder Ausfälle zu erleiden. Einige Kriegsschiffe der Orken waren dem Flottenverband des Herzogtums zum Opfer gefallen, wobei ihm hierbei nicht zuletzt seine Beweglichkeit einen entscheidenden Vorteil verschaffte. Besonders jüngere Krieger in Grimfang Ainaughähs Streitmacht konnten das bevorstehende Gefecht kaum erwarten. Viele von ihnen waren es, welche die ersten Wellen bildeten, die auf die Verteidiger von Stolzenforst trafen. Auf notdürftig konstruierten Flößen hielten sie auf Vesper und dem naheliegenden Strand zu.

Die Streitkräfte prallten nun hier zum ersten Mal auch an Land aufeinander. Steinerne oder flammende Katapultgeschosse flogen über die Truppen hinweg oder gruben sich tief in ihre dicht gestaffelten Reihen, um nur noch Tod und Zerstörung zurückzulassen. Ganz im Gegensatz zu den Stolzenforstern, stellten die Orken ihren umbarmherzigen, ungenauen Beschuss bestenfalls dann ein, wenn sich weitere Flöße in Richtung des Festlandes aufmachten, oder es darum ging die Kriegsmaschinen nachzuladen. Eine Angriffswelle nach der anderen wurde von Bewohnern des Herzogtums zurückgeschlagen, bis das erste Geplänkel mit dem Einbruch der Nacht endete. Während all jener Geschehnisse konnten auf hoher See wieder ab und an langgezogene Nebelbänke gesichtet werden. Die hier lauernden, weißen Schiffe waren stets auf einen schnellen, entscheidenden Schlag aus. Sie nutzten den Nebel um sich in eine geeignete Angriffsposition zu bringen – Dann schlugen sie zu. Es waren blitzartige Angriffe, bei denen sich die Schiffe nach der Durchführung wieder zurückzogen.

Auf diese Weise gelang es das ein oder andere Schiff der Orks aus dem Gefecht zu ziehen – Doch sie waren so zahlreich, dass dies bestenfalls mit kleinen Nadelstichen im Leib einer gewaltigen Bestie verglichen werden konnte. Der Strom an Orkschiffen war zudem nicht geebbt. Im Laufe des Tages trafen weitere Nachzügler in den Gewässern von Stolzenforst ein. Manche von ihnen wurden Opfer der weißen Schiffe – Andere jedoch stießen unbeschadet zur Grimfangs Hauptflotte.

Weitere Schlachten auf hoher See

In den Gewässern von Trinsic und Britain toben indessen weitere Seegefechte. Noch scheint in beiden Regionen keine Seite die Oberhand gewonnen zu haben. Verbittert versucht die Flotte der „Equidad“ die gewaltige Horde von Urdagh Schädelbrecha vom Festland fernzuhalten, während die Verbände ihrer beiden Schwesterschiffe in Richtung des Kampfgeschehens eilen, um dem Verlauf der Schlacht eine entscheidende Wende zu geben. In Britain hingegen kam es zu mehreren Geplänkeln. Es war den Streitkräften des Herzogtums gelungen sich Gothuk Knochähnbrechas Aggression weiter zunutze zu machen. Die Verluste auf beiden Seiten waren groß, trotz Allem zog sich die Schlinge um die Flotten des Kriegshäuptling immer weiter zusammen, wodurch selbst die Nachzügler, die ihm folgten, von den Schiffen Britains abgefangen werden konnten.

Das Schicksal der Al’Shahar

Vor Vesper geriet die Kriegsflotte des Herzogtums ob der Übermacht der Orks immer weiter in Bedrängnis. Es existierte nur eine sichere Passage ins Hafenbecken der Stadt und bis jetzt war es Theudbald Riggs, dem Kapitän der Al’Shahar, gelungen beinahe jedes Orkschiff schwer zu beschädigen oder zu versenken. Die sichere Passage zur Stadt die sie bis jetzt verteidigt hatten, könnte nun für die Stolzenforster zur Falle werden und ihren größten Vorteil, ihre Beweglichkeit, mit den immer dichter herankommenden Orkschiffen verspielen.

Wohl wissend, dass der Verband einen direkten Angriff nicht überstehen würde, gab Kapitän Riggs die jetzige Position der Flotte auf. Dies brachte den Nachteil mit sich, dass die Passage, welche durch die lange gezogenen Riffe und Sandbänke führte ungeschützt sein würde. Er hatte jedoch keine Wahl – Entweder müsste er wohl die gesamte Flotte opfern, um etwas Zeit zu erkaufen, was angesichts der Lage in der sich das Herzogtum befand keine wirkliche Option darstellte, oder könnte an einer anderen Stelle den Orken weiter Schaden zufügen. Theudbald Riggs entschied sich für letzteres.

Die Al-Shahar und ihre Begleitschiffe schlugen aus diesem Grund einen Ausweichkurs ein der direkt auf die Invasionsflotte zuhielt. Ein waghalsiges Unterfangen, doch es blieb ihnen keine andere Wahl. Dieses Manöver forderte seinen Preis, denn nicht alle Schiffe kamen gänzlich unbeschadet an der Orkflotte vorbei. In der Ferne konnte Theudbald Riggs Nebelschwaden erkennen, die erneut aufgezogen waren. Ohne weiter zu zögern ließ er den Flottenverband darauf zuhalten, während einige Schiffe der Orks die Verfolgung aufnahmen. Beide Schiffsgruppen sollten daraufhin einige Zeit später in den Nebelschwaden vorerst verschwinden.

Landung

Nicht jedes Orkenschiff konnte von der Kriegsflotte der Stolzenforster abgefangen werden. Jenen denen es gelang nicht von den Verteidigern abgefangen, oder durch eines der Riffe schwer beschädigt zu werden, hielten erbarmungslos auf das Festland zu. Wenig später sollten sich ihre steinernen Büge in jenes Bohren, um sich dort zu verankern. Von ihrer Beschaffenheit her glichen sie schon fast primitiven Festungen, aus denen nun Grimfang Ainaughähs Krieger strömten um den letzten Widerstand der Verteidiger am Strand zu Vesper langsam aber sicher hinfort zu fegen. Die Überlebenden zogen sich zurück ins Landesinnere, während die Orken damit begannen ihren Landungspunkt zu sichern. Die nahestehenden Häuser der Menschen wurden mit Einbruch der Nacht Opfer der „Freibeuta“ und „Plünderaz“, die in ihrer Gier all das an sich rissen was ihnen wertvoll erschien, um es dann zurück auf ihre Schiffe zu schaffen. Die wahre Beute sollte sich allerdings in der Stadt befinden.

Nur einem einzigen Schiff der Orkflotte war es gelungen der Verteidigungsflotte der Stolzenforster durch die sichere Passage ins Hafenbecken von Vesper zu entrinnen. Es kollidierte mit einer der äußeren Inseln und wenig später strömten auch hier die ersten Krieger der Orken in die Stadt. Die Stadtwache, sowie die stolzenforster Garde setzte ihr Möglichstes daran die Invasoren an ihrem Vormarsch zu hindern und es gelang ihnen auch, ihre Feinde zurückzudrängen. Um den weiteren Vormarsch der Orken zu verhindern entschieden sich die Verteidiger dazu, die beiden Verbindungsbrücken die ins Innere der Stadt führten vorerst zum Einsturz zu bringen.

Erst später nahm man sich dem Schiff der Orken an. Die ersten Versuche das Konstrukt mit Brandpfeilen und Öl zu beschädigen scheiterten kläglich. Letztlich war es die Stadtwache von Vesper welche die Initiative ergriff und die gesamte Insel mit zwei Katapulten aus sicherer Entfernung unter Beschuss nahm. Nur wenige Orken überlebten dieses Bombardement, wobei viele von ihnen das Heil in der Flucht suchten und sich ins Meer stürzten, während einige wenige den Schutz der nun in Ruinen liegenden, ehemaligen Mauern des Hauses der Gerechtigkeit suchten – Letztlich konnte sie auch dies nicht retten und so besiegelten die Brandgeschosse der stolzenforster Kriegsmaschinerie ihr Ende.

Die Flucht der Gräfin

Die Nachricht, dass es den Orks bereits gelungen war in die Stadt vorzudringen veranlasste die Gräfin Edeltraut von den Hohen Klippen dazu auf schnellstem Wege das Kriegsgebiet zu verlassen. Ihr „Hofstaat“ war darin bemüht ihr Hab und Gut aus der Stadt zu schaffen – Bedauerlicherweise wollte sich Edeltraut jedoch von keiner einzigen ihrer Kostbarkeiten trennen und wäre es möglich gewesen, so hätte sie wohl ihr gesamtes Anwesen vor den gierigen Pranken der orkischen Plünderer erretten lassen. Zum jetzigen Zeitpunkt hält sich die entrüstete Gräfin von Vesper im Schloss von Stolzenforst auf und lässt ihren Unmut über die Gesamtsituation unbekümmert an ihrer Dienerschaft aus – Ihre Laune war dieser Tage wahrlich nicht die Beste.

Im Schloss Stolzenforst

Mit großem Entsetzen vernahm Josephine von Stolzenforst die Kunde über den Verlauf des Krieges. Die Herzogin wies den Kanzler an alle notwendigen Schritte einzuleiten um die langsam aber sicher eskalierende Situation Herr zu werden. Wenig später verließen schon die ersten Briefe das Schloss Stolzenfort, um offiziell das uneingeschränkte Kriegsrecht im gesamten Herzogtum auszurufen.

Die Bürger von Vesper

Es war nicht nur die Gräfin zu Vesper, die darin bestrebt war die Stadt zu verlassen. In den letzten Tagen war die komplette Oberschicht und nahezu jeder Händler aus dem Kriegsgebiet geflohen. Manche zog es gen Minoc, andere suchten Schutz in Cove. Viele der gewöhnlichen Bürger blieben zurück. Unter ihnen gab es jedoch einige stoische Individuen. Sie weigerten sich zu fliehen und waren bereit für ihre Heimat zu kämpfen. Mit einfachsten Waffen und schlichtestem Rüstzeug fanden sie sich bei den Kommandanten der Stadtwache, ebenso wie der Garde ein, um ihre Hilfe im Kampf gegen die Invasoren anzubieten. Nicht jeder von ihnen hatte eine Kampfausbildung genossen, trotz Allem waren jene wenigen bereit ihr Leben für ihre Heimat notfalls zu opfern.

Unter schwarzer Flagge

Buccaneers Den war der Flotte von Gothuk Knochähnbrecha ebenso wie jener von Grimfang Ainaughäh entgangen. Der chaotische Kurs den beide Kriegshäuptlinge einschlugen und der Punkt an dem sich ihre Flotten trennten lagen zwar weit entfernt von der großen Pirateninsel, dennoch verschloss ihr Herr nicht die Augen von den Geschehnissen der Welt. Ob dies eine Fügung des Schicksals war oder gar ein Zeichen, vermochte so manchen abergläubischen Chronisten oder Seefahrer gewiss längere Zeit beschäftigen. Darrien Kordal hatte sich lange Zeit zurückgezogen um aus dem Schatten heraus die Geschicke des Obscuratiums zu lenken – Nun jedoch erhob sich der selbsternannte König der Piraten wieder von seinem Thron. Schon bald sammelten sich auf seinen Befehl hin die ersten Schiffe um die Pirateninsel und machten sich bereit gemeinsam in See zu stechen. Die Vorbereitungen würden noch einige Tage dauern, aber Darrien Kordal war wieder bereit und willens selbst zu handeln. Was seine genauen Ziele sein würden konnte wohl nicht einmal seine engsten Vertrauten erahnen – Sicher war nur, dass ihn augenscheinlich nach all den Jahren wieder die Abenteuerlust gepackt hatte.

Erste Resultate

Auf hoher See gewannen die Flotten Britains langsam die Oberhand. Es war ihnen gelungen Gothuk Knochähnbrecha zu umzingeln und die Zahl seiner Schiffe schwand mit jedem verstrichenen Tag. Die Verbände des Herzogtums ließen keine Gnade walten – Nicht ein einziges dieser abstoßenden Gefährte sollte die alte Königsstadt erreichen. In Britain selbst hatte sich die Lage nur minder beruhigt. Die Heilkundigen hatten es vollbracht, jene seltsame Seuche, die sich in den letzten Tagen auszubreiten drohte, großräumig einzudämmen. Die Toten die dieser Plage zum Opfer fielen verbrannte man, aus Angst vor der weiteren Ausbreitung der eigentümlichen Krankheit.

Das Flüchtlingsproblem bestand weiterhin, doch in der überfüllten Stadt konnte die Stadtwache die Unruhen mittlerweile unter Kontrolle bringen. Aristhohn von Schwalbenhain und seine Generäle erhielten stets Berichte über die Fortschritte ihrer Truppen innerhalb jenes Konfliktes. Das Schlachtenglück schien sich deutlich zu ihren Gunsten zu wenden, doch noch waren die Invasoren nicht gänzlich zurückgeschlagen. Ob der impulsive Gothuk Knochähnbrecha aus dieser misslichen Lage noch entkommen und das Blatt wenden könnte blieb abzuwarten.

Vollendung

Quiekendes Gekicher konnte aus Heskitt Eisenklaues abgeschotteter Kaverne noch dumpf von seiner Leibwache vernommen werden und dies hieß selten etwas Gutes für sein näheres Umfeld. Er hatte sein Werk vollendet, das der Invasion aus dem Unterreich den Weg ebnen würde. Heskitt konnte es auch kaum erwarten seine Schöpfung zum Einsatz zu bringen.

Es handelte sich um eine gewaltige Apparatur, in deren Kern ein massiver Brocken Morrstein eingebunden war. Durch die Entfesselung seiner Energien und deren Konzentrierung, durch mehrere erbeutete Kristalle, konnte ein Mahlstrom erzeugt werden, der sich umbarmherzig in Windeseile seinen Weg durch das Gestein fräsen würde, um dann durch die Oberfläche zu brechen. Die Materialien hierfür zu beschaffen erforderten große Opfer – Wohlgemerkt an dem Blutzoll den Heskitts Dienerschaft hierfür aufbringen musste. Der Morrsteinbrocken eignete sich der Klan Skryll von seinen Rivalen den Skabnik an. Die Kristalle stahlen sie aus den Ausläufern der Wälder von Yew, an welche die verhexten Feenwälder der Spitzohr-Dinger grenzten. Heskitt hatte ihm schon einen theatralischen Namen gegeben – „Wühler des Untergangs“. Wahrlich, kein anderes Volk mochte an die Genialität des Erfindergeists der Skaven herankommen und diese von verdorbenen arkane Energie durchflossene Apparatur war ein weiterer Beweis dafür – Sofern es überhaupt noch eines Beweises bedurfte.

Der vorgesehene Platz seines Werkes würde direkt unter dem Königspalast von Britain sein, damit die Apparatur den Angriff der Skaven einleiten konnte. Jawohl – Es würde ausschließlich nur ihm zu verdanken sein, dass sein Volk auf diesem Schlachtfeld obsiegte. Die Menschen-Dinger würden nicht wissen wie ihnen geschieht, wenn die Sturmratten sowie Klankrieger aus dem Unterreich in das Herz ihres Reiches hervorbrachen und somit sämtliche ihrer nutzlosen Verteidigungsanlagen zu umgingen. Ihr Herrscher würde fallen und wer wäre wohl besser geeignet auf dessen ehemaligen Thron zu sitzen als Heskitt Eisenklaue? Die Vorfreude auf das kommende Ereignis und damit seinen großen Triumph, von dem er mehr als überzeugt war, hatte ihn jedoch nicht blind gemacht.

In seinem Siegestaumel hatte Heskitt nicht die anderen Klanführer vergessen, die gewiss schon Vorbereitungen getroffen hatten ihn aus dem Weg zu räumen, sobald die Kunde der Vollendung seines Werkes an ihre Ohren getragen werden würde – Dies würde sicherlich bald geschehen. Es gab genug Informanten die dieser Tage im Einsatz waren, doch Heskitt hatte auch seine Quellen und war für den Ernstfall gewappnet.

Ankunft

Urdaghs Horde befand sich nicht mehr allzu weit von der goldenen Stadt entfernt, als die Flotte der „Lumbre el Creditio“ aus dem Süden zum Schlachtgeschehen stieß. Die Ankunft von Kapitän Pedro Veracruz weckte bei Kapitän Ignazio Jimenez und seinen Männern neuen Kampfesmut. Der sonst unerschütterliche Glaube der eichensteiner Soldaten wurde die Tage zuvor auf eine schwere Probe gestellt und erste Zweifel an einer Aussicht auf einen Sieg über die Invasoren kamen ebenfalls schon auf. Nun jedoch schöpften sie neue Hoffnung. Sie wussten, dass auch die Flotte des Kapitän Fernando Piezzo auf dem Weg hier her war. Bis dahin galt es ihr Möglichstes zutun um den gewaltigen Ansturm der Orken standzuhalten – Noch war noch lange nichts entschieden.

Vorstoß nach Vesper

Seitdem die Kriegsschiffe der Stolzenforster in den Nebeln verschwunden waren, stellte sich der Flotte von Grimfang Ainaughäh nur noch wenige Dinge entgegen – Trotz Allem mussten die Invasoren diverse Hürden überwinden. Sie waren fortwährend dem Katapultbeschuss der Verteidiger von Vesper ausgesetzt und sollte eines der Schiffe an einem der Riffe oder Sandbänke aufsitzen, was keineswegs allzu selten vorkam, so stellte es ein umso leichteres Ziel für die Kriegsmaschinen dar. Grimfang Ainaughähs Schiff, der „Gromnakh“, gelang es die sichere Passage ins Hafenbecken mit einigen ihrer Begleitschiffe zu durchqueren. Jene Orken die dieses „Kunststück“ vollbrachten, hatten nur Spott und Hohn für jene bemitleidenswerten Kapitäne übrig, deren Gefährte, ob des horrenden Tiefganges, steckengeblieben oder gar durch das gnadenlose Bombardement versenkt worden waren.

Grimfangs Krieger drangen nun in großer Zahl in die Stadt vor. Ihnen stellten sich einige Regimenter der Garde, die Hilfstruppen aus Occlo, die tapfer kämpfende Stadtwache, sowie Verbände des Niederadels und der Gilden des Landes entgegen. Der Ansturm der Orken ereignete sich auf breiter Front und schon bald sollten in nahezu jeder Gasse der äußeren Inseln blutige Straßenkämpfe stattfinden. Lindwurmreiter erhoben sich schon bald in den Himmel, um Jagd auf die relativ schutzlosen Kriegsmaschinen der Stolzenforster zu machen. Gewaltige Nordlandriesen und Zyklopen stampften durch die Stadt, rissen das prachtvolle Mauerwerk diverser Prunkbauten nieder, oder zertrampelten die Verteidiger unter ihren Füßen. Oger waren bereits in anderen Teilen der Stadt gesichtet worden, die sich in Begleitung der Orken ihren blutigen Pfad durch die Straßen der äußeren Bezirke bahnten.

Um den Vorstoß der Orken zu verlangsamen, zerstörten die Verteidiger erneut einige wichtige Brücken, die ins Stadtzentrum führten. Ob der verwinkelten Natur von Vesper, glich es für die Invasoren schon fast einem Labyrinth – Dies stellte einen wichtigen Vorteil für die Verteidiger dar, die verzweifelt versuchten manche der Orkmobs in die Irre zu führen und zu isolieren, damit man sich ihrer mit möglichst geringen Verlusten letztlich entledigen konnte.

Unruhige Abendstunden

Die Verteidiger waren gezwungen sich ob der schieren Zahl an Orken, weiter in die Stadt zurückzuziehen. Mittlerweile waren alle wichtigen Verbindungsbrücken von den Stolzenforstern zerstört worden und der einzige Weg ins Zentrum von Vesper, führte über die verschlungenen Wasserstraßen. Die Verteidiger blieben ab diesem Zeitpunkt aber nicht untätig. Nachdem der äußere Stadtring gefallen war, begann der Beschuss aus der Legionsfeste auf die Orken. Die Garde, sowie die Stadtwache unterstützten die Gilde hierbei und so entfesselten die Verteidiger ein weiteres Bombardement auf die Orken, welches sich auf die Hafenregion konzentrierte. Der Beschuss dauerte bis zum frühen Morgen an und tauchte die Inseln in ein tödliches Flammenmeer, das einen hohen Tribut forderte.

Der Kriegshäuptling war mittlerweile mit den Angehörigen seines eigenen Stammes, den „Gruuloktai“ an Land gegangen. Sie erhofften sich wie die meisten anderen „Plünderaz“ und „Freibeuta“ Reichtümer, die es ihrer Meinung nach irgendwo in dieser Hafenstadt zu finden galt – Ob sie in ihrer Suche demnächst Erfolg haben würden blieb abzuwarten. Bis jetzt waren den Orks die Lagerbestände der verschiedenen Lagerhäuser des Hafens in die Hände gefallen, die eine nicht unwesentliche Menge an Ressourcen beherbergten. Grimfang wollte jedoch weit mehr als den Löwenanteil den er vorweg schon für sich selbst beanspruchte. Der Kriegshäuptling und alle die ihm folgten, würden wohl nicht eher inne halten, bis sie ganz Vesper durchforstet hatten.

Ressourcen

Noch existierten einige größere Lagerhallen im südöstlichen Teil der Stadt. Die Verteidiger wollten nicht zulassen, dass die Güter, die dort gelagert wurden, in die Pranken der Orken fielen. Ein Abtransport wurde organisiert, allerdings ging dieser nur schleppend voran. Zu allem Übel war große Eile geboten. Die Lagerhallen befanden sich bedrohlich nahe an der Front, womit auch die Orks früher oder später bemerken würden, was die Verteidiger vor hatten. Als die Ressourcen beinahe gänzlich für den Abtransport bereit gemacht worden waren, tauchten plötzlich wieder Lindwürmer am Himmel auf. Nicht jeder von ihnen wurde auf die Gruppe aufmerksam, doch dies genügte schon um die gesamte Operation in Gefahr zu bringen.

Mit einem bestialischen Aufschrei stürzten wenig später zwei dieser Kreaturen auf die Verteidiger herab und verwickelten sie in ein blutiges Gefecht. Mit gewissen Anstrengungen konnten die Stolzenforster die Lindwürmer erschlagen, womit die ehemaligen Lagerbestände vorerst in Sicherheit waren, doch noch war es nicht vorbei. Wenig später zogen wieder dunkle Schatten über ihre Köpfe hinweg – Die nächsten Lindwürmer kreisten nun über der packfertigen Karawane. Es musste sich wohl bei jenen Kreaturen, um jüngere Exemplare handeln, denn diesmal waren sie nicht von Orks bemannt. Eine wahrlich glückliche Fügung des Schicksals, denn dies bedeutete auch, dass die Invasoren nicht allzu schnell von den Bemühungen der Verteidiger erfahren würden.

Die Ressourcen wurden in großer Eile abtransportiert und schon bald waren die letzten Lagerhallen größtenteils geleert – Den Stolzenforstern war es gelungen allerlei Material, das für den weiteren Verlauf des Krieges gewiss nützlich sein würde, vorerst vor den Klauen der Orks zu retten. Es sollte ein weiterer, wenn auch kleiner Schritt sein, um sich gegen Grimfangs Horde zu behaupten.

Sklavenjäger

Es waren geschäftige Zeiten für die Sklavenjäger der Dunkelzwerge. Das Chaos, das von den Orkhorden in den Kernlanden verursacht wurde, spielte ihnen in vielerlei Hinsicht förmlich in die Hände. Ganze Menschenkolonnen zogen ungeschützt durch die Lande – Ideale Opfer und meist auch vielversprechende Ware für die dunklen Städte des Unterreichs. Auch Orken fielen den Sklavenjägern in die Hände. Sie stellten die idealen Minensklaven für die Dunkelzwerge dar. Zäh, robust und eine weitaus höhere Lebensdauer in den albtraumhaften Minen, als ein gewöhnlicher Mensch, der ob der Strapazen denen er dort ausgesetzt war, meist schon nach ein paar Wochen zugrunde ging. Azakil Scharfklinges Sklavenjäger, zählten zu jenen Dunkelzwergen die in den letzten Monaten vermehrt an der Oberfläche operierten.

Mit dem Einbruch der Dunkelheit waren sie zum Zeltlager nahe Minoc gestoßen, wo sie, am Ende der Spur, die von ihnen schon seit mehreren Wochen verfolgt wurde, eine erfreuliche Überraschung erlebten. Zahlreiche Flüchtlinge hatten hier Zuflucht gesucht. Solch eine Ansammlung, stellte eine potentielle Quelle großen Reichtums für die Dunkelzwerge dar. Das Einzige was die Sklavenjäger nun zutun hatten war ihre rechtmäßige Beute einzusammeln und ins Unterreich zu schaffen. Mit ihrer Ankunft stellten sich auch die Wachen des Herzogtums den keineswegs allzu vertrauenerweckenden Zwergen und ihren bestialischen Begleitern, den gerüsteten Minotauren, entgegen. Die Flüchtlinge gerieten in Panik, als sie sich der Neuankömmlinge gewahr wurde. Der Kampf zwischen den Dunkelzwergen und der dort stationierten Garde war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon in vollem Gange. Die gesamte Wachmannschaft sollte diese Auseinandersetzung nicht überleben, wobei die Sklavenjäger selbst nur wenige Verluste zu beklagen hatten.

Azakil und seine Begleiter machten sich rasch daran die Flüchtlinge wie Vieh systematisch zusammenzutreiben und für den Abtransport vorzubereiten. Das Lazarett selbst ließen sie unangetastet. Hier befanden sich erfahrungsgemäß nur die Erkrankten oder Verwundeten, die in den Augen der Dunkelzwerge bestenfalls nur mangelhafte Ware darstellten. Als weitere bewaffnete Menschen erschienen, kam es zu einem weiteren Gefecht. Wieder übermannten die Sklavenjäger die Verteidiger. Für Azakil war dies ein sicheres Zeichen, dass er und seine Begleiter ihr Glück nicht weiter auf die Probe stellen sollten, wenn sie ihre Beute nicht wieder verlieren wollten. Ein dreckiges Grinsen zierte die steinernen Züge des Dunkelzwergs, als er beiläufig über die gesamte Situation sennisierte. Eigentlich musste er den Stolzenforstern dankbar sein – Sie hatten ihm viel Arbeit abgenommen. Es war durchaus sehr zuvorkommend von ihnen all diese Flüchtlinge hier für ihn aufzubewahren, denn so gelangten Azakil und seine Sklavenjäger an einen Fang, für den sie sonst ein ganzes Monat unterwegs sein mussten. Obendrein hatte es den Anschein, als wäre hier wenig Ausschussware vorhanden – Wahrlich, in den dunklen Städten würde er einen guten Preis für diese Sklaven erzielen können.

Ein rascher Abtransport der Sklaven, und ihrer eigenen Verwundeten war die Folge. Azakils Sklavenjäger machten sich auf direktem Weg zum Covetousgebirge auf. Von dort aus stiegen die Dunkelzwerge weiter ins Unterreich hinab, wo sich schließlich ihre Spuren in dem Labyrinth aus Tunnel gänzlich verloren.

Vesper in Flammen

Die verwinkelten Straßen der Stadt waren in Blut getränkt. Vormals prachtvolle Häuser standen in Flammen und einstige Monumente die von den Errungenschaften oder Opfern der Bewohner Zeugnis ablegten, waren niedergerissen worden. Vesper glich nun einem grotesken Schlachtfeld und der Sturm des Krieges hatte es beinahe gänzlich verschlungen. Es hatte nicht allzu lange gedauert, bis die Orken die Flusswege ins Zentrum der Stadt mittels Flößen überwanden. Dadurch erschufen sie zahlreiche Brennpunkte, die von den Stolzenforstern unmöglich alle gehalten oder verteidigt werden konnten.

Die Zahl der Invasoren war trotz der Verluste, die man ihnen beigebracht hatte, noch immer unüberschaubar. Die Himmel über der Stadt waren mittlerweile von den Lindwürmern und ihren Reiter dominiert. Sie waren es, welche die letzten Kriegsmaschinen der Stadtverteidigung zum Schweigen brachten, wodurch die restlichte Flotte der Orken nicht länger unter deren Beschuss zu leiden hatte. Mit dem Einbruch der Nacht war Vesper schließlich gefallen. Die Überlebenden Verteidiger flohen gen Minoc oder ihre nahegelegenen Burgen um sich dort zunächst zu verschanzen.

Nachdem der letzte Widerstand innerhalb der Stadt gebrochen war, machten sich Grimfang Ainaughäh und seine Krieger daran Vesper nach weiterer lohnenswerter Beute zu durchsuchen. Noch während der Plünderungen gab der Kriegshäuptling den Befehl die verbleibenden Eingänge in die Stadt zu befestigen, um für eventuelle Rückeroberungsversuche der Stolzenforster gewappnet zu sein.

Die Rückkehr der „Unbekannten“

Die Kapitäne in Grimfangs Horde gingen davon aus, die Verteidiger auf hoher See hinweggefegt zu haben, doch sie hatten sich getäuscht. Aus den Nebeln brachen die Kriegsschiffe der Stolzenforster nach einiger Zeit der Abwesenheit wieder hervor. Es war dem Flottenverband gelungen, seine Verfolger zu überwinden und auf den Grund des Meeres zu befördern. Theudbald Riggs und seinen Männern offenbarte sich nach ihrer Rückkehr ein wahres Schreckensbild – Vesper war gefallen.

Die Hauptstadt des Herzogtums stand in Flammen und die Orken machten sich daran sie ihrer verbleibenden Schätze zu berauben. Anfangs war der Kapitän der Al’Shahar geradezu gelähmt, dennoch wusste er tief in seinem Inneren das er zu handeln hatte. Der Flottenverband leitete kurz darauf schon wieder die ersten Angriffe auf die Orkflotte ein. Die Zahl der verbleibenden, aktiven Kriegschiffe aus Grimfangs Horde war deutlich geringer als zum Beginn der Invasion. Die meisten „Freibeuta“ und „Plünderaz“ zogen es vor innerhalb der Stadt nach Beute zu suchen, anstatt sich auf das Geschehen auf hoher See zu scheren. Diese Gegebenheit wollte sich Theudbald Riggs zunutze machen – Der Kampf auf dem Meer musste fortgesetzt, andernfalls hätte dies schwerwiegende Konsequenzen für sein Heimatland.

Am Rande des Geschehens zogen weitere Nebelschwaden auf. Die „Elin-crist“ und die „Dúath-magol“ hatten sich mit ihren Begleitschiffen in eine neue Position gebracht. Es war nur eine Frage der Zeit bis die Orken auf den erneuten Angriff der stolzenforster Kriegsflotte angemessen reagieren würden – Dies sollte der Moment des kommenden Angriffs von Daeruin und Eaerwen werden.

Die Ankunft

Einige Tage lang hatte es gedauert die „Grimnash“ wieder seetüchtig zu machen und nun konnte Kapitän Badrugh letztlich wieder in See stechen. Seinen „Jungz“ hatten sich einige Krieger der Azakhtai angeschlossen, die wertvolle Verbündete für den „Freibeuta“ darstellten. Schon auf Serpents Hold verfolgten sie gemeinsame Ziele und hatten mit ihren Bestrebungen mehr oder minder Erfolg. Die „Grimnash“ machte sich auf gen Norden, auf eben jenen selben Kurs auf dem sie Grimfang Ainaughähs Flotte vermuteten.

Badrugh wollte sich dessen Raubzug anschließen, dies aber aus reinem Eigennutz. Er hatte wenig für Grimfang Ainaughäh übrig, dennoch würde er dessen Vorhaben unterstützen, solange es ihm und seinen Verbündeten nützte. Badrugh wollte sich die potentiellen Reichtümer die es in dieser eigenartigen Stadt der Menschen zu holen gab nicht entgehen lassen. Seine einzige Befürchtung, dass er zu spät in See gestochen war bewahrheitete sich erst nach seiner Ankunft. Grimfang Ainaughäh war bereits in die Stadt vorgedungen und hatte sie auch noch eingenommen. Dies war alles andere als ein glücklicher Umstand für Badrugh und seine Begleiter.

Die See dieser Region war noch immer umkämpft. Badrugh wollte sich durch ein Geplänkel mit den Verteidigern nicht weiter aufhalten lassen und so wich er den Gefechten aus, um sich in eine sichere Position zu bringen. Von dort aus machten er und seine „Jungz“ die Flöße los um mit ihren Verbündeten, den Azakhtai, an Land zu gehen.

Triumph

Es waren lange, erbitterte Gefechte auf hoher See gewesen, aber letztlich gelang es den Flotten von Britain über die Horde von Gothuk Knochähnbrecha zu obsiegen. Seine letzten versprengten Schiffe wurden von den Verbänden des Herzogtums ohne Gnade gejagt. Gothuk Knochähnbrecha selbst war es geglückt zu entkommen. Sein Flagschiff, die „Grotshmasha“ wurde zwar erfolgreich versenkt, dennoch gab es erste Berichte dass es dem Ork irgendwie gelungen war seinem sicheren Tod zu entrinnen.

Der impulsive Gothuk Knochähnbrecha konnte auch als Überlebenskünstler bezeichnet werden – Wohl einer der Gründe weswegen er es in der Hierarchie seines Stammes an die Spitze geschafft hatte. Die Flotte des Kriegshäuptlings wurde sehr schnell zersprengt – Die meisten seiner Schiffe flohen wahrscheinlich mit ihm wieder gen „Zerpents’old“. Die Nachricht von der bevorstehenden, endgültigen Niederlage des Angreifers erreichte recht schnell den ehemaligen Königspalast in Britain. Beinahe alles lief so nach Plan wie es sich Aristhohn von Schwalbenhain und seine Berater erhofft hatten. Einige Zeit später erhielten die Flotten Britains die direkte Order Trinsic anzusteuern, sobald die See vor der alten Königsstadt vom Makel der Orkenschiffe befreit war.

Dieser Konflikt war aus Sicht Aristhohn von Schwalbenhain noch lange nicht zu Ende. Es ergaben sich mit der Vertreibung der Orken aus der ehemaligen, königlichen Provinz neue Möglichkeiten für ihn. Vielleicht könnte er seine eigentlichen Pläne die er zu Beginn der Krise schon in aller Heimlichkeit gesponnen hatte in naher Zukunft endlich umsetzen.

Die Verteidiger der goldenen Stadt

Fassungslos blickte Terac von Eichenstein von einem Balkon des Palastes aus, auf das rötliche Flammenmeer, dass sich nahe Trinsic auf dem Meer abzeichnete. Die Flotten Eichensteins waren geschlagen worden. Kapitän Ignazio Jimenez befand sich mit der „Equidad“ auf einem Ausweichkurs, um der sicheren Vernichtung zu entgehen und der gewaltigen Orkhorde im späteren Verlauf doch noch mit seinem Verband Schaden zuzufügen. Die „Lumbre el Creditio“ war Berichten zur Folge von diesen Bestien gekapert worden und stellte sich nun gegen die Eichensteiner. Ihr Kapitän Pedro Veracruz starb den Heldentod. Er unterschätzte die bloße Zahl der Orken und leitete seinen ohnehin schon riskanten Angriff, um der „Equidad“ zur Hilfe zu kommen, zu früh ein. Diese Entscheidung sollte schwerwiegende Folgen für die Verteidiger haben. Fernando Piezzo hatte zudem noch immer nicht das Kampfgeschehen mit der Flotte der „Infinita Talión“ erreicht und diese Verzögerung half den Invasoren dabei die Oberhand zu erlangen.

Der Untergang der Eichensteiner Verbände kam mit der Ankunft eines ihnen wohl bekannten Albtraums der See – Der Grimlug. Terac von Eichenstein hatte schon Geschichten über dieses Monstrum vernommen, doch nun sah er es mit eigenen Augen, als es unerbittlich auf die goldene Stadt zuhielt. Seine Berater hatten ihn gewarnt – Die Flotte von Urdagh Schädelbrecha war bereist in Stellung gegangen und so würde es wohl bald zum ersten Bombardement kommen das Trinsic zu erdulden hatte. Sie hatten sich auch hierfür gewappnet, stählten ihre Herzen im Glauben und machten sich bereit dem verhassten Feind der Menschheit die Stirn zu bieten. Wenn nicht Eichenstein, wer dann? Die anderen Herzogtümer waren in den Augen von Herzog Terac entweder zu schwach oder zu verkommen um sich dieser Aufgabe gerecht annehmen zu können.

Terac von Eichenstein fühlte sich abgestoßen von den schwimmenden, festungsähnlichen Konstrukten der Orken, die mittlerweile den gesamten Horizont verdeckten, dennoch keimten tief in seinem Inneren Gefühle auf, die er zwanghaft zu unterdrücken versuchte – Furcht und Zweifel. Wie konnte es nur sein, dass diese Wilden es schafften sein Herzogtum, jenes das von den lichten Göttern erwählt worden war, so nahe an den Abgrund treiben? Terac von Eichenstein begannen einige quälende Fragen heimzusuchen und nur widerwillig zog er sich ins Innere seines schwer befestigten Palastes zurück. In der folgenden Nacht kam es noch immer zu Gefechten auf hoher See, jedoch eröffnete ein Großteil der Orkflotte schließlich das Feuer. Unter den Schiffen befand sich die Grimlug, deren massive Katapulte den unheilverkündenden Hagel aus Feuer und Stein auf die goldene Stadt einleiteten sollte.

Das Schicksal der goldenen Stadt

Der Schusswechsel zwischen den Verteidigern Trinsics und der gewaltigen Flotte der Orken hatte auf beiden Seiten Spuren hinterlassen. Einige Schiffe der Horde konnten versenkt oder schwer beschädigt werden, trotz Allem trieb dies die Orken nicht zurück. Die zielgenauere Kriegsmaschinerie der Eichensteiner erwies sich als zuverlässiger als die der Invasoren. Jene feuerten geradezu wahllos in die Stadt hinein. Die Abwehranlagen der Verteidiger blieben dadurch zwar größtenteils verschon, dennoch offenbarte sich schon recht bald ein anderes, großes Übel.

In Trinsic herrschte das Chaos. Einige der Bürger der äußeren Bezirke waren in Panik geraten, ob des todbringenden Hagels aus Feuer und Stein, der ihre Heimat unablässig zerschmetterte. Nicht einmal die Tempel boten ihnen Schutz. Streng gläubige Bewohner der Stadt hatten sich hier her zurückgezogen um dem Schlimmsten zu entgehen – Letzten Endes brach entweder das Dach über ihren Köpfen zusammen oder ein Geschoss landete direkt in der, ängstlichen, dicht zusammengedrängten Menge. Andere konnten jenem Schicksal jedoch auch entgehen und suchten nun ihr Heil in der Flucht. Das Feuer welches die Dächer der meisten Häuser verschlang war übergesprungen. Verzweifelt versuchten die Bewohner es an der Ausbreitung zu hindern, doch dies nur mit geringem Erfolg. Erst der nächste Morgen offenbarte das wahre Ausmaß der Zerstörung, den die Kriegsmaschinerie der Orken und deren entfesselte Feuersbrunst angerichtet hatte – Die Bauwerke der äußeren Bezirke glichen nun ausgebrannten Ruinen.

Die Orden der Stadt fanden sich zusammen um eine Verteidigungsstreitmacht zu bilden, für den Fall das die Invasoren die Mauern überwinden konnten. Ob des momentanen Verlaufs des Krieges galt dies nicht einmal als unwahrscheinlich für viele Veteranen vergangener Schlachten. Sie gehörten nicht den Orden an und einige von ihnen waren sogar Söldner, die von Adligen wie etwa der verbitterten Gräfin Mariel de Comatz de la Machal angeheuert wurden.

Der Kampf der Stolzenforster Kriegsflotte

Die Manöver die Theudbald Riggs bis jetzt eingeleitet hatte waren vom Erfolg gekrönt. Der Flottenverband konnte seine Beweglichkeit ausnutzen um dem direkten Beschoss der schwerfälligen, orkischen Schiffe zu entgehen. Den Stolzenforstern gelang es den Feind weiteren Schaden zu zufügen, doch noch war ein gewisses Überraschungsmoment auf ihrer Seite.

Über dem Flottenverband war ebenfalls eine Schlacht zu Gange. Vor kurzem waren Lindwurmweiter aufgetaucht, welche allem Anschein nach mit der Absicht ausgesandt wurden, den stolzenforster Schiffen zu zusetzen. Die „Unbekannte“ und ihr Verband erhielt jedoch unerwartete Hilfe. Noch bevor die orkischen Reiter ihren Angriff starten konnten, tauchten vier blaue Drachen über ihren Köpfen auf, um sich diesen Bestien entgegenzustellen. Schon bald sollte der erste Lindwurm samt Reiter in bläuliche Flammen gehüllt in die Tiefen des Ozeans stürzen.

Weiter abseits des eigentlichen Kampfgeschehens führten die „Elin-crist“ und die „Dúath-magol“ mit ihren Begleitschiffen weitere Angriffe durch, wo immer sich ihnen die Gelegenheit bot. Sie und der Flottenverband von Stolzenforst entwickelten langsam aber sicher ein gewisses Zusammenspiel, wenn es darum ging verwundbare Stellen in der sich langsam wieder mobilisierenden Orkarmada zu finden. Die Invasoren hatten sich nun wieder ernsthaft einem Angriff von Seeseite aus zu stellen – Eine mehr als ärgerliche Wendung innerhalb dieses Krieges für den Kriegshäuptling Grimfang Ainaughäh.

Durchbruch

Unablässig hatten die Kriegsmaschinen der Orkenarmada die goldene Stadt beschossen und das strahlende Trinsic in ein Zerrbild seiner einstigen Glorie verwandelt. Urdagh Schädelbrecha und dem Stamm der Khorloghai dürstete es jedoch nach mehr als nur bloßer Zerstörung. Es sehnte sie nach dem Kampf. Auf den Befehl des großen Kriegshäuptlings hin begaben sich die ersten Orkschiffe schon bald auf den direkten Kollisionskurs mit den Mauern der Stadt, welche teilweise an der felsigen Küste errichtet worden waren. Ihrem Vorstoß stellte sich das Geschützfeuer der routinierten, eichensteiner Kriegsmaschinerie entgegen.

Alle Anstrengungen die von den Verteidigern Trinsics in dieser Angelegenheit unternommen wurden konnten nicht verhindern, dass einige Schiffe der Orken ihre steinernen Büge in die Küste gruben, oder gleich eine ganze Mauersektion durchbrachen. Was daraufhin folgte war ein blutiger Kampf in den Wehrgängen der Verteidigungsanlagen. Von den Schiffen strömten Urdaghs Krieger herbei und brachen wie eine dunkle Woge auf die disziplinierten Reihen der Eichensteiner hernieder. Das Kampfgeschehen verlagerte sich nun langsam aber sicher ins Innere der Stadt, mit jedem weiteren Orkschiff, dem es gelang den tückischen Riffen oder dem Katapultbeschuss zu entgehen. Wie ein kalter Schauer kam den Verteidigern der Stadt jedoch noch während der Kampf tobte eine weitere Erkenntnis – Die Grimlug hatte sich ebenfalls in Bewegung gesetzt und hielt auf Trinsic zu.

Urdagh Schädelbrecha war es leid zu warten. Die Stadt welche sich vor ihm auftürmte ähnelte der Festungsanlage von „Zerpents’old“, war aber bei weitem größer und schien sogar teilweise besser befestigt zu sein. Damals war er zu spät eingetroffen um den tobenden Malstrom des Krieges wirklich gänzlich auskosten zu können. Diesmal würde sich dies jedoch ändern. Schon bald würde Urdagh Schädelbrecha mit den Angehörigen seines Stammes im Blut der Eichensteiner baden und vielleicht sogar endlich einen würdigen Krieger finden, der sich gegen ihn behaupten konnte.

Die Stunde des Rates

Die Kriegsflotten Britains hatten nun schon seit geraumer Zeit den Seeraum des Herzogtums verlassen und befanden sich auf dem Weg in das umkämpfte Eichenstein. Die Lage in der alten Königsstadt selbst hatte sich mittlerweile beruhigt. Ihre Bewohner wähnten sich in Sicherheit, nun da die Bedrohung von den Streitkräften Britains abgewandt worden war. Sowohl Felucca als auch Trammel standen an diesem Tag im Vollen und es schien für die meisten Bürger, nach langer Zeit der Furcht, die erste geruhsame Nacht seit der Ankunft der Orken zu werden.

Dann, Punkt Mitternacht, begann die große Glocke des Ratshauses zu läuten – Einmal … zweimal … dreimal. Langsame schwere Klangwellen breiteten sich über der Stadt aus. Vier … fünf … sechs … – Sie schlug wie der Herzschlag eines bronzenen Riesen. Sieben … acht … neuen – Mit jedem Schlag wurden die Glocke lauter und riss so manchen Bürger unsanft aus dem Schlaf oder zwang ihn dazu die Hände an die Ohren zu pressen. Zehn … elf … zwölf – Dreizehn. Mit dem dreizehnten Schlag der Glocke zeriss ein grünlicher Blitz den nächtlichen Himmel und offenbarte den Bürgern Britains schon bald jene Bedrohung, die den Bewohnern des Unterreichs nur zu gut bekannt war – Der Angriff der Kinder der gehörnten Ratte hatte begonnen.

Eine Flut monströser Ratten brach aus den Tiefen des Unterreichs hervor. Die pelzige Horde strömte aus Tunneln oder den Kanälen ins Herz des britannischen Reiches und überrumpelte seine Beschützer mit ihrem ersten, tödlichen Schlag. In großer Eile wurden die Truppen der Stadt mobilisiert, um sich den Angreifern entgegenzustellen, doch waren es im ersten Schritt nur die Wachposten, welche rechtzeitig ihre Waffen zur Hand hatten. Tapfer stellten sie sich den rasenden Untieren aus dem Unterreich entgegen, doch eines war klar – Sie müssten ihr Leben teuer verkaufen damit ihre Waffenbrüder sich noch rechtzeitig für einen Gegenschlag wappnen konnten. Die Dienerschaft des Rates hatte nun ihre Klauen empor zur Oberfläche gestreckt um den Willen der gehörnten Ratte zu vollziehen.

Entfesseltes Chaos und durchkreuzte Pläne

Die große Akademie der alten Königsstadt – Quell der Inspiration und Forschung zahlreicher angesehener Gelehrter – wurde binnen eines Herzschlages von der Erdoberfläche getilgt, als das Produkt von Heskitts Eisenklaues Wahnsinn seine geballte Macht entfesselte. Nichts blieb zurück außer verbrannte Erde – Trotz Allem stimmte etwas nicht, denn dies war nicht der Sitz des Hordenführers der Menschen-Dinger. Dies war nicht der vorgesehene Ort! Durch die geballte Entladung arkaner Energien stürzten große Teile der Akademie ins Unterreich direkt auf die Streitkräfte des Klan Skryll herab und begruben dessen Krieger unter den Trümmern.

Heskitt Eisenklaue fluchte lautstark, als er sich dieser Tatsache bewusst wurde. Er war sich sicher, dass dieser Zwischenfall nur eines bedeuten konnte – Verrat! Jemand musste die Pläne die er seiner Dienerschaft übermitteln ließ verfälscht und damit die Unternehmungen seines Klans boykottiert haben. Die Frage stellte sich nur wer? Allzu viel Zeit blieb Heskitt Eisenklaue nicht nach einem Schuldigen zu suchen, obwohl er schon diverse Vermutungen hegte. Immerhin hatte der verwunschene Verräter – Mögen seine Gedärme von tausenden Tiefenratten zerfetzt werden – nicht gänzlich Erfolg gehabt. Heskitt atmete noch! Obwohl sein Klan durch diesen verabscheuenswerten Aktes der Sabotage zu leiden hatte, verlor er nicht sein Ziel aus dem Auge und befehligte seine verbleibenden Truppen.

In der Stadt selbst herrschte das blanke Chaos. Durch den verfrühten Einsatzes von Heskitts wahnwitziger Apparatur waren die Angriffspläne der verschiedenen Klans – Ob durch pure Absicht oder auch nicht – vollkommen durcheinander gekommen. Die Kriegsmeuten agierten nun jeder für sich und verfolgten ihre eigenen Pläne ohne wirklich zusammen zu arbeiten. In ihren Bestrebungen kamen sie sich dadurch nicht selten in die Quere. Ob Heskitt oder einer seiner Rivalen dies Chaos meistern, die Stadt der Menschen-Dinger in die Knie zwingen und deren Anführer erschlagen würde blieb abzuwarten.

Keckernd saß einstweilen der eigentliche Übeltäter und Verantwortliche für den schweren Rückschlag des Klan Skryll vor seiner grünlich glimmenden Kristallkugel. Aus Skrulls Sicht lief alles nach Plan. Während die anderen Klans die Drecksarbeit für ihn erledigen würden und die menschlichen Verteidiger beschäftigten, würden seine Meuchler unbescholten in den alten Königspalast schleichen um ihr heimtückisches Werk zu vollenden. Es würde einzig und alleine seinem Genie zu verdanken sein, das diese Stadt fällt – Dies, so war er sich sicher, würde schon sehr bald geschehen.

Gegenwehr

In Stolzenforst ergriffen die Verteidiger die Initiative. Sie hatten Späher ausgesandt um die Lage im Umland von Vesper genauer zu erkunden. Mit den Erkenntnissen jener Unternehmung offenbarte sich ihnen die Chance eines Gegenangriffes auf die naheliegenden Orkschiffe, die sich in den Strand gebohrt hatten.

Nur wenige Orks waren an jenem ersten Landungspunkt der Invasion stationiert. Die meisten der Plünderer hatten sich mittlerweile in die Stadt zurückgezogen und auch die Patrouillen in jenem Gebiet bestanden meist nur aus einzelnen Orken, die leicht ausgeschaltet werden konnten. Die Verteidiger fanden sich letztlich zusammen um durch einen Flankenangriff die Schiffe der Invasoren anzugreifen. Es war ihnen gelungen sich zu einem der Katapulte durchzukämpfen und dies zur rechten Zeit. Während ein Teil von ihnen die Stellung sicherte, machte der andere die Kriegsmaschine bereit. Sie hatten hochexplosive Munition mit sich geführt, die sie eilig dazu gebrauchten, um auf die Schiffe der Orks zu feuern. Nicht jeder Schuss fand sein Ziel. Im Kampfgeschehen wurde die Ausrichtung des Katapultes beeinträchtigt. So geschah es auch, dass eine Ladung sogar den Konzilskomplex nahe Vesper erfasste. Die Serie von Explosionen, die nach dem Einschlag des Geschosses folgten, verhieß auf gar keinen Fall etwas Gutes. Als die Munition zur Neige ging machten die Stolzenforster die erbeutete Kriegsmaschine untauglich und zogen sich zurück.

Am Ende des Tages war es ihnen gelungen eine Hand voll Schiffe der Orken zu zerstören. Dies war gewiss ein kleiner Schritt bei der Rückeroberung von Vesper. Es musste noch weit mehr geschehen, um die Orken aus der gefallenen Hauptstadt des Herzogtum Stolzenforsts zu vertreiben.

Verlockende Beute

Während der Angriff auf den Strand im vollen Gange war, bereiteten sich die Orken in Vesper auf ihren nächsten Angriff vor. Grimfang Ainaughäh lenkte nun sein Interesse gen Norden, zu den äußeren Randbezirken der Stadt. Hier erhoffte er weitere Beute zu finden, besonders in einer nicht weit davon entfernten Feste – Der Sturmwacht.

Die Verteidiger hatten ihm bei seinem Vorstoß ins Herz der Stadt zahlreiche Hürden in den Weg gestellt und jede wichtige Verbindungsbrücke zerstört – Damit auch den einzigen Weg zu seinem nächsten Objekt der Begierde. Die Orken ließen sich hiervon jedoch nicht lange aufhalten. Angetrieben von der Aussicht auch weitere Beute begannen sie provisorische Übergänge zu errichten. In der Stadt selbst gingen an den äußeren Inseln Katapulte in Stellung, um für den kommenden Angriff einsatzbereit zu sein. Grimfang Ainaughäh hatte sich indessen ins Innere eines verlassenen Turmes nahe der ehemaligen Stadtwache zurückgezogen.

Hier errichtete der Kriegshäuptling sein persönliches Lager, von dem aus alle Befehle an die ihm folgenden Stämme und „Freibeuta“ gingen. Er selbst hielt sich selten an der Front auf. Manche seiner Artgenossen mochten ihn schon als „feigähn Git“ bezeichnen, aber auch nur dann, wenn Grimfang Ainaughäh nicht in ihrer Nähe war. Der Kriegshäuptling hatte kein Problem damit sich in der rauen Gesellschaft der Orken oder der seines Stammes durchzusetzen. All seine Herausforderer ereilte meist dasselbe Schicksal – Der Tod. Grimfang Ainaughäh selber ging aber ungern ein Risiko ein und focht nur die Kämpfe aus die wirklich geführt werden mussten. Beute war es die ihn motivierte, vorantrieb und manchmal sogar blind machte. Für orkische Verhältnisse konnte der Kriegshäuptling schon als geradezu gierig bezeichnet werden.

Ob Grimfang Ainaughähs Horde in den äußeren Bezirken der Stadt, oder der Feste fündig werden würde, blieb vorerst abzuwarten. Eines war jedoch sicher – Die Orken würden nicht ewig auf einer Stelle ausharren, sofern sie keine weiteren Reichtümer mehr an sich reißen könnten und es diese in einer anderen Region des Landes zu holen gab.

Das letzte Gefecht

Grimfang Ainaughähs Horde hatte die Flüsse von Vesper überquert, um in den nördlichen Außenbezirk der Stadt zu gelangen. Die Orks schafften schweres Kriegsgerät in Form von Katapulten heran, das mit notdürftig zusammengebauten Flößen ans andere Ufer befördert wurde. Ein keineswegs ungefährliches Unternehmen, denn die Gerätschaften drohten ihre Fähren, ob des Gewichtes, nicht selten zu versenken. Noch während die ersten Plünderungen stattfanden bereiteten sich die Orks auf den Angriff ihres eigentlichen Ziel vor – die Sturmwacht.

In dieser Feste, die vielen Bedrohungen getrotzt hatte, machten sich die Sturmritter bereit für den Kampf – Ein in sich eingeschworener Ritterorden, um den es in den letzten Jahren jedoch immer ruhiger wurde. Er hatte dem Herzogtum Stolzenforst treue Dienste geleistet, in vielen Kriegen gefochten und große Opfer gebracht, doch nun stand ihm die wohl schwerste Prüfung seit seiner Gründung bevor. Die Zahl der Sturmritter war gesunken und der herannahende Feind war ihnen deutlich überlegen. Aus anderen Teilen des Landes eilten weitere Verteidiger herbei. Die Sichtung der näher rückenden Orken hatte sie alarmiert und so kamen sie Anfangs um den Streitern des Herzogtums in ihrer dunkelsten Stunde beizustehen. Ein erster Ausfall der unternommen wurde endete jedoch katastrophal. Die Zahl der Stolzenforster die jenem beiwohnten war schwindend gering, wodurch er von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Schnell wurde der Entschluss gefasst sich in die Feste der Sturmritter zurück zu ziehen, um dort das vor den gierigen Pranken der Orken zu retten, was noch zu retten war.

In der Zwischenzeit hatten Grimfang Ainaughähs Truppen schon die Kriegsmaschinen in Stellung gebracht. Die Orken zögerten nicht das Feuer zu eröffnen, noch ehe der eigentliche Angriff auf die etwas weiter entfernte Feste begann. Als Munition nutzten sie das Gemäuer eines einstmals heiligen Ortes – Den Tempel der Göttin Ayanyeh. Achtlos trugen sie das Monument ab, brachen Marmorbrocken heraus oder verwendeten sogar die Einrichtung selbst als Munition. Der Gipfel jener Schändung war jedoch, dass sie die Statue der Göttin niederrissen und auf die Sturmwacht schleuderten. In einem weiten Bogen flog das Abbild der Ayanyeh durch die Luft, geriet ins Trudeln und zerschellte dann am gepflasterten Boden, mitten im Burghof der Feste. Dem gnadenlosen Beschuss der Katapulte fielen manche Sturmritter zum Opfer, aber dennoch blieb der Orden weiter standhaft – Ganz im Gegensatz zu manch anderen Verteidigern des Herzogtums.

Sie glaubten, dass es in jener Feste nicht sicher sei – Das sie hier den sicheren Tod finden würden. Sie rieten den Sturmrittern zu fliehen, doch die Angehörigen des Ordens blieben stoisch und weigerten sich. So trug es sich zu, dass die restlichen Verteidiger die Feste verließen, um sich neu zu formieren und die herannahenden Orken in einer, aus ihrer Sicht, günstigeren Position anzugreifen. Wenig später endete der Katapultbeschuss. Die Orken waren an die Feste herangerückt und unternahmen Versuche die Mauern zu überwinden. Der Ritterorden stellte sich tapfer dem Ansturm der Horde entgegen. Jeder von ihnen war bereit selbstlos sein Leben zu geben, sollte dies notwendig sein um dem verhassten Feind schweren Schaden zuzufügen. Schon bald wurde auf allen Wehrgängen gekämpft als die Orken sich daran machten das große Tor der Sturmwacht einzureißen. Am blutroten Himmel kreisten schon die ersten Lindwürmer um die Feste, die mit ihren Reitern wenig später über die Führung des Ordens herfielen. Deren verzweifelter Kampf fand auf dem Dach des gewaltigen Burgfriedes statt, wo sie sich den Angreifern stellten.

Während die Sturmritter kämpften, hatten sich die restlichen Verteidiger in sicherer Entfernung wieder gesammelt und beratschlagten über ihr weiteres Vorgehen. Sie waren sich uneinig und zweifelten am Erfolg oder der Sinnhaftigkeit eines Angriffes. Da wo sie zögerten handelten die Sturmritter. Während sie debattierten, vergoss der Orden im Gegensatz dazu sein Blut für das Herzogtum Stolzenforst. Die Sturmritter kämpften und starben für ihr Heimatland und der Schlachtenlärm drang bis an das Ohr der uneinigen Verteidiger. Erst als über ihre Köpfe ein gewaltiger Schatten hinweg zog und ein Schrei erklang wurden sie hellhörig. Die Führerin des Ordens war im Kampf in die Klauen eines Lindwurmes geraten. Selbst von hier aus konnte man ihre markante, Rüstung und den weinroten Umhang erkennen, welche vage Rückschlüsse auf ihre Identität erlaubten. Der Wille der Ritterin war wie der ihrer Waffenbrüder und -schwestern nicht gebrochen. Sie versuchte sich dem erbarmungslosen Griff zu erwehren, verlor dann jedoch aufgrund ihrer schweren Verletzungen schließlich das Bewusstsein.

Ihr herzöglicher Wappenschild fiel herab in den schlammigen Boden, direkt in die Runde der Verteidiger – Spätestens jetzt war die Identität dieser Kriegerin klar. Die Stolzenforster ließen ab von ihrem Zwist und ergriffen nun endlich wieder die Waffen, um sich dem Feind zu stellen. Sie brachen zur Feste der Sturmritter auf, um dem Kampfgeschehen beizuwohnen, doch was sich ihnen offenbarte war ein wahres Bild des Schreckens. Die Sturmwacht stand in Flammen und ihre Verteidiger waren augenscheinlich allesamt erschlagen worden. Einige wenige Orken die überlebt hatten, machten sich daran die Feste zu plündern – Doch nun stellten sich ihnen die Verteidiger entgegen.

Verspätete Rache für die Sturmritter

Die Sturmritter hatten ihr Leben teuer genug verkauft um den Stolzenforstern die Möglichkeit für einen Gegenschlag zu geben. Zunächst machten sich die Verteidiger daran die Feste von den Invasoren zu säubern. Dies war jedoch nicht genug. Während manche Orken weiter die Häuser des nördlichen Außenbezirkes plünderten, sammelten sich einige andere von ihnen für den nächsten Angriff. Aus Sicht der Streiter von Stolzenforst durfte dies nicht geschehen.

Die Verteidiger leiteten aus jenem Grunde einen Gegenangriff auf die Orken ein. Mühevoll gelang es die Invasoren zurück zu drängen und jeder Meter wurde bitter erkämpft. Die Stolzenforster gelangten letztlich zu den Kriegsmaschinen, welche die Sturmwacht unter Beschuss genommen hatten. Es wurde nicht gezögert sie zu zerstören. Dasselbe Schicksal ereilte die Flöße, welche den Orks die Überfahrt ermöglicht hatten. Der Kampf wurde dann in die Wohnviertel des Außenbezirkes weitergetragen. Erbitterte Gefechte folgten, doch letztendlich gelang es die „Plündera“ aus Grimfang Ainaughähs Horde zurück zu schlagen.

Jener Tag barg einen bitteren Verlust für das Herzogtum, wie so oft in jenem Krieg. Mit dem Einbruch der Nacht gedachte man der Toten im engen Kreise und wappnete sich für den nächsten Morgen. Die Gefahr war noch lange nicht gebannt und die Waffen der Streiter durften noch nicht ruhen.

Die Soldaten Stolzenforsts

Die Nachrichten, welche das Schloss Stolzenforst über die letzten Tage hin erreicht hatten, beunruhigten den Kanzler zusehends. Die Garde hatte bei der Verteidigung der Stadt massive Verluste erlitten und ihre Zahl war nun schwindend gering. Der Stadtwache von Vesper erging es ähnlich– Doch ihr Dienst sollte noch lange nicht zu Ende sein. Innerhalb eines Krieges galt es große Opfer zu bringen und dies war eine Bürde, welche die Soldaten Stolzenforsts ohne Zögern in kauf nehmen würden.

Aus dem Schloss erging letztlich der Befehl alle verfügbaren Truppen zu mobilisieren, um die noch kämpfenden Verteidiger zu unterstützen. Der Auftrag der verbleibenden Gardisten und Stadtwachen aus Vesper sowie Minoc war eindeutig. Die ehemalige Hauptstadt des Herzogtums hatte eingekreist zu werden. Die Kriegsmaschinen sollten in Stellung gehen und den Feind gnadenlos ausdünnen oder eventuelle weitere Vorstöße der Streiter von Stolzenforst zu unterstützen. Sollten sie es nicht schaffen die Orken am weiteren Vorstoß ins Landesinnere zu hindern, sollten sie hier versagen, so wäre das Herzogtum am Abgrund.

Dieses Schicksal musste abgewandt werden und dies mit allen noch zur Verfügung stehenden Mitteln. Die militärischen Ressourcen über die das Herzogtum verfügte wurden mit jedem verstrichenen Tag knapper. Es war Zeit die Offensive zu ergreifen, denn wer sein Heil in der Flucht sucht, würde das Herzogtum Stolzenforst zum Untergang verdammen.

Ankunft der Zwerge

Ein Zug aus bewaffneten Zwergen in Begleitung einiger Kriegsmaschinen hatte sich in den vergangenen Tagen in Bewegung gesetzt. Die grimmigen Krieger marschierten zielstrebig in Richtung des Kriegsgebietes, allem Anschein nach mit der Absicht den Menschen im Kampf gegen die Orken weitere Hilfe zu zugestehen. Unter ihnen befand sich auch der verrückte Erfinder Thoradim Fargrimson. Er hatte geschworen seinen Brüder und Schwestern in jenem Krieg zur Seite zu stehen. Tief in seinem Innersten hoffte er das sie nicht zu spät kamen. Der Kriegsschauplatz zwar nicht mehr allzu weit entfernt, doch die Zeit drängte.

Unerwartete „Verbündete“

Theudbald Riggs und sein Verband kämpften weiter verbissen auf hoher See gegen die Orken. Es war den Stolzenforstern gelungen Grimfang Ainaughähs Flotte weiter auszudünnen und selber nur geringe Verluste oder Ausfälle zu erleiden. Langsam aber sicher wandte sich das Schlachtenglück zu Gunsten der Verteidiger, doch letztlich war es ein bestimmtes Ereignis, welches diese Wende des Kampfgeschehens besiegelte und dazu führte, dass die Orken nun auch von Seeseite aus eingekesselt waren.

Schiffe die unter schwarzer Flagge segelten stießen zum Kampfgeschehen und eröffneten das Feuer auf die Orken. Es war nicht allzu schwer zu erkennen, dass es sich hierbei um die verruchten Schiffe Kordals handelte. Wer anfangs noch glaubte eine noble Tat zu erkennen, der wurde erst im Laufe des Kampfgeschehens eines besseren belehrt. Der selbsternannte „Piratenkönig“ nutzte die Gunst der Stunde um die Orkenschiffe jener Beute zu berauben, die sie aus Vesper geplündert hatten. Nicht immer hatten Kordals Untergebene Erfolg. Nicht jedes Schiff das sie aufbrachten hatte Beutegut aus Vesper an Board und manche Enteraktionen die von den Piraten eingeleitet wurden, waren gezwungener Maßen so riskant, das die daraus resultierende Entlohnung nicht immer die Verluste rechtfertigte. Kordal ging es in diesem Fall jedoch nicht um die Schätze, die er sich aneignen konnte – Der König der Piraten erkannte nur seine Chance. Würden die Orks mit dem Herzogtum Stolzenforst fertig sein, so könnten sie sich auch gegen seine Lande wenden und dies wäre ein deutlicher Nachteil für ihn. Weshalb also eine Gelegenheit verspielen ihnen Schaden zu zufügen, wenn dies zudem noch einen lukrativeren Ausgang haben könnte?

Das Auftauchen seiner Flotte löste bei Theudbald Riggs blanke Abscheu aus. Ihm und seinen Männern entging keinesfalls was die schwarzen Schiffe taten, jedoch konnte er auch nicht verneinen, das sie in den Orks den selben Feind wie die Stolzenforster zu sehen schienen. Solange der Abschaum aus Buccaneers Den keine gröberen Dummheiten unternahm, würden sich die Stolzenforster weiter auf die Orken konzentrieren – Der schändliche Raub den sie betrieben, so schwor Theudbald Riggs, sollte allerdings nicht ewig ungesühnt bleiben.

Urdaghs Gewaltmarsch

Die „Grimlug“ hatte die äußere Mauer der goldenen Stadt durchbrochen und den Khorloghai damit den Weg geebnet. Schon ihr erster Ansturm zwang die Verteidiger sich weiter zurückzuziehen. Die Gemetzel die sie entfesselten wurden mit unausgesprochener Brutalität und Kompromisslosigkeit geführt.

Urdagh Schädelbrecha blutiger Pfad führte immer tiefer in die Stadt hinein, in Richtung des herzöglichen Palastes, wo er die stärksten Streiter des Herzogtums zu finden erhoffte. Bei jenem Gewaltmarsch den er anführte fuhr der Kriegshäuptling eine grimmige Ernte aus toten Eichensteinern ein. Die Orken anderer Stämme rissen indessen ganze Gebäudekomplexe aus reiner Zerstörungslust oder der Suche nach reicher Beute nieder. Die Tempel der lichten Götter blieben ebenfalls nicht verschont. Es sollte nicht lange dauern ehe der Malstrom des Krieges sich über die Gesamte Stadt ausbreitete. Blutige Straßenkämpfe in den brennenden Ruinen der goldenen Stadt waren die Folge.

Die Eichensteiner wehrten sich verbissen, jedoch schien der Vormarsch von Urdagh Schädelbrecha und seiner Horde vorerst nicht aufgehalten werden zu können. In den kommenden Tagen würden sich die Verteidiger der Stadt mehrerer harter Proben stellen müssen.

Die Invasion aus dem Unterreich

Auch in Britain tobte eine Schlacht. Die Verteidiger kämpften verzweifelt um ihr Leben gegen die unmenschliche Raserei und Überzahl der pelzigen Horde aus dem Unterreich. Nur mühsam gelang es den Soldaten Ordnung in ihre eigenen Reihen zu bringen, wobei das teilweise chaotische Vorgehen der Angreifer gewiss ein Faktor dafür war, dass ihnen dies in jener dunklen Stunde überhaupt noch möglich war.

Ihre Gegner schienen äußerst agil, wenn nicht gar ruhelos zu sein. Sie bewegten sich schnell, mit abgehakten, zuckenden Bewegungen und strahlten unentwegt eine nervöse Energie aus, die den Verteidigern der Stadt den Eindruck vermittelte, dass sich diese Wesen sich ständig in großer Aufregung befanden. Jene Hyperaktivität schien auch der Grund für ihre schnellen Reflexe zu sein, die denen eines Menschen deutlich überlegen waren. Die Ratten agierten in großen Meuten und brachen über ihre Feinde wie eine geballte pelzige Flut herein. Im Zuge dessen bohrten sich ihre gezackten, teilweise exotischen und meist vergifteten Waffen oder die gelbliche Zähne dieser Kreaturen in das weiche Fleisch ihrer Opfer. Die Schmerzensschreie ihrer Gegner wurden dabei nicht selten von einem gehässigen Gequieke übertönt, wenn diese monströsen, aufrecht gehenden Ratten deren Stellung überrannten.

Einem solchen Gegner waren die meisten Soldaten des Herzogtums noch nie gegenübergestanden. Die Invasoren aus dem Unterreich gönnten den Verteidigern keine Atempause. Unentwegt kam es zu Angriffen auf Stellungen die verzweifelt von den Soldaten des Herzogtums gehalten wurden. Es schien zu ihrer Taktik zu gehören ihre Gegner zu zermürben. Auf die eigenen Verluste nahmen sie dabei keine Rücksicht. Noch war trotz der Widrigkeiten jedoch nicht alles verloren und die Verteidiger Britains waren fest entschlossen die verabscheuenswerten Kreaturen zurück in die unsäglichen Tiefen des Unterreichs zu treiben.

Schlacht um Vesper

Mit dem Eintreffen weiterer Truppen aus Stolzenforst, sowie dem Verstärkungskontingent der Zwerge, zog sich die Schlinge enger um Grimfang Ainaughähs Horde. Wie einst die Verteidiger, hatten nun jedoch die Invasoren unter einem Geschosshagel der zahlreichen Katapulte zu leiden, die aus nahezu allen Teilen des Herzogtums herbeigeschafft worden waren. Die ohnehin schon beinahe gänzlich in Trümmern liegende Stadt Vesper, sollte nun erneut in ein tödliches Flammenmeer getaucht werden. Nachdem das Katapultfeuer nach einiger Zeit eingestellt wurde, wagten die Stolzenforster erste Vorstöße.

Der erste Durchbruch zu einer der Hauptinseln gelang ihnen letztlich mit Hilfe ihrer Verbündeten. Die Apparatur des Erfinders Thorgrim Fargrimson, die schlichtweg unter den Zwergen als „Drachenodem“ bekannt war, bereitete den Streitern von Stolzenforst den Weg. Es handelte sich hier um eine vergleichsweise junge Erfindung der Kinder des Angrosh, die sich erst seit einigen Jahrzehnten in der Erprobung befand. Eigentlich wurden sie für den Kampf in engen Tunneln oder für Verteidigungsgefechte eingesetzt, aber dieser Konflikt stellte eine Ausnahme dar. Die Konzeption der Kriegsmaschine wirkte eigentlich, für zwergische Verhältnisse, recht simpel. Siedendes Öl mit spezieller Rezeptur wurde in einem Kessel unter Druck gesetzt. Sobald ein bestimmter Richtwert erreicht wurde öffnete die Besatzung das Ventil und das herausschnellende Gemisch entzündete sich am runenbesetzten Laufende. Das Resultat war ein gleißender Flammenstrahl der dem eines roten Drachen ähnelte. Die dichten Reihen der Orken wurde so beim Vormarsch der Stolzenforster rasch ausgedünnt, wodurch die Streiter des Herzogtums im Nordwesten weiter in die Stadt vordringen konnten.

An einer anderen Stelle führte Garras Moorheim die letzten verbleibenden Truppen der Garde zum Angriff. Sie drangen mit aller Gewalt unterstützt von Hilfstruppen aus Occlo ebenso wie der Stadtwache von Vesper und Minoc im Südwesten der Stadt vor. Es gelang ihnen dank mehrerer Vorstöße die landseitigen, äußeren Inseln zu sichern. Am Ende des Tages konnte Stolzenforst Grimfang Ainaughähs Horde aus großen Teilen der Stadt zurückdrängen und seine Position mit dem Einbruch der Nacht befestigen – Die rechtmäßigen Besitzer von Vesper hatten in ihrer zerschlagenen Hauptstadt wieder Fuß gefasst.

Rettet das „Glizza’zeug“

Die Rückschläge der letzten Tage weckten den Zorn von Grimfang Ainaughäh. Nicht nur das seine Krieger immer weiter zurückgeschlagen wurden, nein, die Stolzenforster hatten auch seinen Unterschlupf durch den Katapultbeschuss nahezu gänzlich vernichtet. Nur wenig erinnerte an den alten Wachturm, außer eine brennende, einsturzgefährdeten Ruine, aus der sich der Kriegshäuptling nur mit etwas Glück retten konnte.

Von allen Risiken die er nicht eingehen wollte, war der mögliche Verlust seines Beutegutes das Ausschlaggebendste für Grimfang Ainaughäh. Schon bald wies er seine Untergebenen aus jenem Grund an sein Schiff klar zu machen für einen eventuellen, verfrühten Rückzug – Sollte es zu weiteren erfolgreichen Vorstößen der Stolzenforster kommen und die Horde weiter an Boden verlieren. Die Gefechte auf hoher See machten dem Kriegshäuptling auch zu schaffen. Schon bald könnte Grimfang Ainaughäh wohl keine Gelegenheit mehr haben zu entfliehen, wenn er an beiden Fronten weitere, größere Rückschläge erleiden würde.

Dieses Gedankengut hegten auch manche der Plünderer. Sie waren es, die den Gefechten mit den ihnen feindlich gesinnten Flotten den Rücken kehrten. Jene Orken versuchten wieder an den Strand zu gelangen, um sich von dort aus tiefer ins Landesinnere oder die Gebirge des Covetous zurückzuziehen. Andere wiederum zogen es vor sich mit ihrem Beutegut aufs offene Mehr hinaus zu flüchten oder naheliegende Inseln als neuen Unterschlupf zu nutzen. Noch war ihre Zahl nicht allzu groß und nur wenigen sollte dieses Manöver auch gelingen, aber wenn die Horde weitere Rückschläge erleiden würde, könnte sich dies rasch ändern. Die „Freibeutaz“ und „Plündera“ legten ebenso wie Grimfang Ainaughäh mehr Wert auf den Erhalt ihrer Beute als auf die Besitznahme der Stadt Vesper – Diese Grundeinstellung würde ihr weiteres Vorgehen bestimmen.

Badrughs Flucht

Der verlogene Kapitän der „Grimnash“ und seine Begleiter zählten zu jenen Orken, die sich mit ihrer Beute spätestens ab jenem Zeitpunkt aus dem Staub machen wollten. Allzu erfolgreich war ihr Feldzug diesmal nicht gewesen, aber dafür auch nicht verlustreich. Kapitän Badrugh war es gelungen den feindlichen Flotten erfolgreich zu entgehen und sich vorerst auf das offene Meer zurückzuziehen. Seine „Jungz“ und die „Azakhtai“ nahmen wieder Kurs auf ihren Unterschlupf. Das wenige was sie aus der Stadt der Menschen an sich reißen konnten, besaß zwar keinen allzu großen Wert für die Orken wie das Beutegut aus „Zerpents’old“, aber sie würden gewiss einen Nutzen dafür finden. Sollte Grimfang Ainaughäh vertrieben werden, käme dies sogar letzten Endes Badrugh entgegen, denn wenn der Orkkapitän eines hasste, dann war es zu viel Konkurrenz.

Das Ritual

Die Streiter von Stolzenforst drängten die Invasoren immer weiter zurück und schon bald sollten sich die von ihnen kontrollierten Bereiche, der gefallenen Stadt Vesper, vergrößern. Was die Rückeroberung jedoch erschwerte waren die Befestigungen, welche die Orken errichtet hatten. Die Wehranlagen erfüllten vorerst ihren Zweck und verschafften den Schamanen im Zentrum der Stadt wertvolle Zeit.

Grünlicher Rauch stieg aus dem ehemaligen Heilerhaus empor zum Himmel und der Klang von Trommeln sowie eines grutual klingenden Singsangs erfüllte die Luft. Die Schamanen hatten damit begonnen das Ritual der Erweckung zu intonieren, um die Hilfe des Herren der Geisterwelt zu erbitten – Tairach. Den Orks lag es daran einen Diener ihres Gottes auf diese Ebene zu holen, damit dieser den Verlauf der Schlacht wieder zu ihren Gunsten beeinflussen konnte. Als das Ritual schon fast seinen Höhepunkt erreicht hatte gelang es den vorrückenden Stolzenforstern die letzten Verteidigungsanlagen zu überwinden, die zum Ort des Geschehens führten. Die Schamanen wurden in ein Gefecht verwickelt und in ihrem Tun gestört. Schon bald wurden sich die siegreichen Stolzenforster klar, dass die Lage noch immer äußerst ernst war.

Sie fanden im Zentrum des ehemaligen Heilerhauses einen wohl erst kürzlich direkt aus dem Boden hervorgebrochenen Stein, um den allerlei Opfergaben aufgereiht waren. Seine zerklüftete Oberfläche war mit Blut beschmiert, welches eigenartige, verzerrte Symbole bildete, bei denen es sich wohl um heilige Glyphen der Schamanen handelte. Erkennend, das der glühende Stein besser vernichtet werden musste, bevor er ein schreckliches Unglück entfesselte, griffen alle anwesenden Kleriker der Stolzenforster ein. Es gelang ihnen unter Aufwendung all ihrer Kräfte den Ritus zu unterbinden und das Werk der Orken zu zerstören. Ein wahrer Sturm wurde entfesselt als sich die Energien des Steines umkehrten und das Gebilde in tausende Steinbrocken zerbarst.

Mit jenem weiteren Erfolg begannen die Soldaten von Stolzenforst weitere Bereiche der Stadt zu sichern. In den Händen der Orken befanden sich nur noch wenige Inseln, die von ihnen aber ebenfalls befestigt worden waren. Nun konnte wohl bald damit begonnen werden, die letzten Vorstöße zu wagen, um die Invasoren aus der rechtmäßigen Hauptstadt des Herzogtums endlich zu vertreiben.

Im Landesinneren von Stolzenforst

Während Stolzenforst seine gesamten, verbleibenden Truppen auf Vesper und den notwendigsten Schutz der Städte konzentrierte, zogen sich manche Orken ins Landesinnere zurück. Immer weitere „Freibeuta“, „Plünderaz“ oder Stammeskrieger wandten sich von Grimfang Ainaughäh ab und beschlossen ihre eigenen Wege zu gehen – Nun war hierfür der ideale Zeitpunkt.

Das Herzogtum war ins Chaos gestürzt worden, seine Heeresstärke schwand mit jedem verstrichenen Tag weiter dahin und die Augen der Verteidiger waren auf die Hauptkriegsschauplätze gerichtet. Diese Umstände machten sich viele Orken zunutze um ihre Position innerhalb Stolzenforsts, in der Region des Covetousgebirges zu festigen. Sie besetzten verlassene Ruinen und ehemalige Gebirgspässe, die nun nicht länger von der Garde patrouilliert wurden. Von diesem Zeitpunkt ereilten auch die ersten Berichte über herumstreunende Orkenbanden die in den Städten stationierten Wachen. Manche dieser Gruppen wurden von kleineren Trupps die man aussandte zerschlagen, andere überdauerten.

Welche Auswirkungen diese Wanderung der Orken mit sich brachte, zeigte sich deutlich an den eigentlichen Fronten nahe der umkämpften Stadt Vesper und auf hoher See. Grimfang Ainaughähs Horde zerstreute allmählich und dies förderte auch den weiteren Vorstoß der Stolzenforsts. Auch wenn der Krieg nun einen anderen Verlauf genommen hatte – Die Narben dieses Konfliktes würden gewiss schon bald deutlicher für die Bewohner des Herzogtums sichtbar werden.

Die Belagerung des goldenen Palastes

Trinsic stand in Flammen und in jedem Bezirk der Stadt kam es mittlerweile zu blutigen Auseinandersetzungen. Selbst die Lage auf hoher See hatte sich nicht gebessert. Die Flottenverbände der Eichensteiner waren zwar noch nicht geschlagen, aber es gelang ihnen nicht zu den angelandeten Schiffen der Orken durchzudringen. Der Krieg hatte einen furchtbaren Verlauf eingeschlagen und entwickelte sich zu einem wahren Alptraum für das Herzogtum Eichenstein.

Urdagh Schädelbrecha war es nun gelungen die Innenstadt Trinsics zu erreichen. Hier erhob sich der majestätische Palast des Herzogs Terac von Eichenstein, eine wahre Festung, die zeitgleich auch der Stolz des Reiches war. Die hohen Adligen, Grafen und die Würdenträger des Klerus hatten sich hier her, zum eigentlich sichersten Punkt der Stadt, zurückgezogen. Nun, da der Kriegshäuptling ihre Zufluchtsstätte belagerte, herrschte große Aufregung. Unter den dort eingekesselten Männern und Frauen aus der Oberschicht, befand sich nicht nur Terac von Eichenstein, sondern auch die Gräfin Mariel de Comatz de la Machal, ebenso wie ihre beiden treuen Leibwächter Garren und Lawrence Tryndamere. Es war wahrlich eine Ironie des Schicksals, dass sich die Witwe erneut in dieser Lage befand, doch noch war ihr Wille ungebrochen.

Terac von Eichensteins Leibgarde ebenso wie die anderer Würdenträger zählten zu den besten Streitern des Herzogtums. Paladine fanden sich ebenfalls in den Reihen der Verteidiger und jeder Soldat des Palastes konnte durchaus als Veteran zahlreicher Schlachten bezeichnet werden. Wenn es sich entscheiden würde ob dieses Monster das „Serpents Hold“ mit seiner Horde eingenommen hatte sein Ende finden würde dann hier – So glaubte Mariel de Comatz de la Machal. Die Gräfin war sich unsicher ob der verwunschene Ork nicht genau jene Situation herbeigesehnt hatte, als suche er akribisch nach immer größeren Herausforderungen.

Der Herzog hatte sich mittlerweile hingegen weiter in den Palast zurückgezogen. Terac von Eichensteins wurde immer mehr von aufkommenden Hass, aber auch Furcht zerfressen. Dieses Monster das sie „Urdagh“ nannten durfte nicht triumphieren – Auf gar keinen Fall. Die Götter stellten sie unter eine schwere Prüfung, doch die Verteidiger des Glaubens durften nicht fallen. Der Herzog ließ mittlerweile bis auf ein paar enge Vertraute, einige wenige Kleriker und seine Generäle niemanden mehr zu sich. Er legte seine Hoffnung auf die verbleibenden Flottenverbände die sich noch auf dem Weg nach Eichenstein befanden, ebenso wie die Soldaten die diesen Ort schützten. Ihr eiserner Wille und unbeschreiblicher Mut könnten dem Kriegsverlauf zur Wende verhelfen.

Die Verteidigungsanlagen des Palastes verrichteten noch ihr Werk und die Truppen Eichensteins konnten die Orken davon abhalten in sein innerstes Vorzudringen. Ob der Vormarsch von Urdagh Schädelbrecha hier gestoppt werden konnte oder nicht, sollte zweifelsohne das Schicksal des Herzogtums Eichenstein bestimmen.

Die schwarze Klaue

Die Liste von Zhao Quiks Triumphen war lang und heute Nacht würde er dieser einen weiteren hinzufügen. Er hatte von Skrull den Auftrag bekommen ins Innere des alten Königspalastes vorzudringen, um den Anführer der Menschen-Dinger zu beseitigen. Eine leichte Aufgabe, dachte der Meuchler des Klans Yingzhua. Welche Chance hatte so ein träges Menschen-Ding schon gegen einen mächtigen Skaven, der in jeder erdenklichen Spielart des Tötens geschult war?

Zhao Quik war zutiefst davon überzeugt, dass er es alleine fertiggebracht hätte sein Opfer zu beseitigen. Es kränkte ihn schon beinahe, dass Skrull, der Prophet des Niedergangs, darauf bestanden hatte, dass ihn eine ganze Meute Schattenläufer bei dieser Aufgabe begleiten sollte. Welch Verschwendung, dachte Zhao. Die ersten Wachen, die ihnen über den Weg liefen, hatten die Meuchler, ohne das auch nur ein Laut ihre Kehlen verließ, ausgeschaltet und beiseite geräumt.

Sie waren schon in den Palast vorgedrungen und ihren Informationen zu Folge sollte die Zuflucht, in der sich der Anführer der Menschen-Dinger aufhielt, in greifbarer Nähe sein. Nachdem sie ihren Zielort erreicht hatten, machten sich die Meuchler bereit zu zuschlagen. Als Zhao das Zeichen zum Angriff geben wollte schreckte ihn das hastige Getrappel von Pfoten plötzlich auf. Was war das? Blitzschnell schoss ihm die Erkenntnis durch den Kopf, als er sah wie mehrere Angehörige seiner Meute von vermummten Gestalten niedergestreckt wurden. Andere Schattenläufer? Ein verfeindeter Klan!? Was hatte dies zu bedeuten!? Zhao Quik versuchte in diesem Moment, wie jeder gestandener Anführer der Skaven, die Flucht zu ergreifen und seine nichtsnutzigen Untergebenen die Angelegenheit bereinigen zu lassen, doch es war zu spät. Noch ehe er den Ort des Geschehens verlassen konnte, durchbohrte eine grünlich glühende Klinge aus reinstem Morrstein seinen Leib und ihm wurde schwarz vor Augen – Die Meuchler des Klans Sengishiru waren erschienen.

Noch ehe sie ihr Werk jedoch statt den Yingzhua im Namen eines anderen Auftraggebers verrichten konnten, trat die Leibwache des Herzogs auf dem Plan. Sie hatten einen der toten Wächter gefunden und zögerten nicht zum Areal wo sich Aristhohn von Schwalbenhain aufhielt zu eilen, um der Vorsicht halber nach dem Rechten zu sehen. Der Leibgarde gelang es die vermummten Meuchler zu überwältigen und dabei nur eine Hand voll Männer zu verlieren. Als sie die Kreaturen allerdings erschlugen machte sich Verwunderung breit. In Windeseile zerfielen sie zu Asche, als würde dunkle Magie ihren Leib verbrennen. Eines machte die Leibgarde des Herzogs jedoch ebenfalls stutzig – In jenem Raum fanden sich mehrere solcher „Staubhaufen“, als das es Kreaturen gewesen wären, die sie erschlagen hatten.

Ob noch mehr dieser Monster ins Innere des Palastes vorgedrungen waren? Die Wächter zögerten nicht und schon bald war der gesamte Komplex in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Keiner der hier stationierten Soldaten würde es zulassen das erneut solch eigenartige Meuchler so nah an die Zuflucht des Herzogs herankommen würden.

Kriegsverlauf in Britain

Der Himmel über der umkämpften Hauptstadt Britains hatte sich in ein kränkliches Grün verfärbt. Die Truppen des Herzogtums waren mittlerweile allesamt Kampfbereit und konnten koordiniert gegen die pelzige Horde aus dem Unterreich vorgehen. Auf beiden Seiten kam es zu furchtbaren Verlusten, aber dank des chaotischen Vorgehens dieser Rattenwesen gelang es den Soldaten Briatains zu Mindestens vorerst das Schlimmste abzuwenden. Die Schlacht um die alte Königsstadt war noch lange nicht geschlagen und es würde noch sehr viel mehr Blut vergossen werden, ehe dieser Irrsinn beendet werden würde.

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