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Der Beginn einer Invasion

Die stürmische See prallte gegen den steinernen Bug des mächtigen Kolosses, der sich wie eine schwimmende Festung langsam gen Nordwesten bewegte. Zwischen den einzelnen Felsspalten huschten, in schäbige Lumpen gehüllte, kleine Gestalten umher, die sich alle Mühe gaben offensichtliches Ladegut vor dem rauen Meer zu bewahren. Im rötlichen Schein der Feuerstellen konnte ein Fremder auch erst bei genauer Betrachtung feststellen worum es sich bei diesem Monstrum nun wirklich handelte – Ein grobschlächtig gefertigtes Schiff, das sprichwörtlich aus einem bedrohlich wirkenden Felsen gewachsen war, der den Bug des Konstruktes darstellte. Für den Antrieb sorgten grob geflickte Segel, zahlreiche rudernde Sklaven und mehrere, ebenfalls durch sie angetriebene Schaufelräder, am Heck des Riesen. Es glich einem Wunder, dass dieses Konstrukt überhaupt noch in der Lage war sich über Wasser zu halten, aber das bekümmerte seine Erbauer nicht im Geringsten. Die Orks nannten diese schwimmende Festung die „Grimlug“ – Sie war das Flagschiff von Urdagh Schädelbrecha.

Es befand sich jedoch nicht alleine auf hoher See. Um die Grimlug herum hatte sich eine beeindruckende Masse ähnlich gefertigter „Schiffe“ angesammelt, die ihrem Kurs folgte. Deren Beschaffenheit und vermeidliche Unsicherheit für die Besatzung waren für die Orks bedeutungslos, denn diese schwimmenden Geröllansammlungen erfüllten ihren Zweck. Sie glichen vielmehr nur bedingt seetüchtigen, nach vagen Vorstellungen zusammen gezimmerten Kästen, als konventionellen Schiffen. Ebenso wie die Grimlug besaßen diese Konstrukte zahlreiche Aufbauten, über deren genauen Sinn und Zweck nur gemutmaßt werden konnte.

Auf einer Anhöhe, die aus dem gewaltigen Rumpf des Kolosses ragte, stand Urdagh Schädelbrecha, dessen leicht zusammengekniffenen Schweinsaugen trotzig voranblickten. Seine massige Gestalt überragte die seiner üblichen Artgenossen. Die dunkelgrünliche, lederartige Haut des Häuptlings war von zahlreichen Narben übersäht, welche Zeugnis darüber ablegten wie viele Schlachten er schon ausgefochten hatte. Schwer gerüstet und Zähne bewaffnet übertraf er jeden Angehörigen der großen Horde an Kraft, Größe und ebenso Einfluss. Er war der Auserwählte der Götter, was die Schamanen der einzelnen Stämme bezeugten. Was jedoch noch viel wichtiger sein sollte, war die Tatsache das Urdagh etwas besaß an der es vielen Vertretern seines Volkes mangelte – Eine Vision. Die unter ihm versammelten Orks waren nun schon lange mit ihm auf hoher See. Es war ein weiter, steiniger Weg gewesen, aber schließlich war er es, der die großen Orkstämme der zerschmetterten Lande geeint hatte und das Wohlwollen der „Ghöttaz“ errungen hatte.

Alles hatte in diesen trostlosen Landen seinen Anfang genommen. Urdagh stach zum ersten Male aus der breiten Masse seines Stammes hervor, als er eine schwere Wunde am Kopf erlitten hatte. Die Schamanen konnten seine Verletzung nur mit Mühe behandeln, doch seither erschienen, dem damals noch recht jungen Ork Visionen, oder wohl eher Wahnvorstellungen der Götter. Beflügelt durch seinen immer größer werdenden Wahn kämpfte sich Urdagh schon sehr bald in die obersten Ränge des Stammes empor, bis er schließlich Kharghok Ogerkopp, den Häuptling der Khorloghai, in einem „ehrenvollen“ Duell mit einer stählernen Kette erdrosselte. Von da an begann sein Siegeszug. Stamm um Stamm viel unter seine Herrschaft und beinahe jeder seiner Kontrahenten fiel im ersten blutigen Aufeinandertreffen mit ihm – Jeder bis auf einer, Orghamek Pixiestampfa.

Der rivalisierende Orkhäuptling sollte eine stete Nemesis des aufstrebenden Urdagh Schädelbrecha werden. Zwischen ihnen kam es zu zahlreichen Aufeinandertreffen, doch niemals gelang es einem der beiden die Oberhand zu erlangen. All dies änderte sich als Urdagh, auf ein weiteres Zeichen der Götter hin, den aussichtslosen Versuch wagte, „Krulghnash“, die als uneinnehmbar geltende Festung Orghameks, anzugreifen um seinen größten Rivalen in seinem eigenen Heim zu erschlagen. Zunächst schienen die Bemühungen des jungen Emporkömmlings schier aussichtslos. Die Belagerung der Feste dauerte nun schon fast fünf Monde an, bis die Götter sich Urdagh allem Anschein nach wieder erbarmten. Als würde der Kriegshäuptling von ihnen geführt werden, durchbrach er mit den Seinen die zahlreichen Verteidigungswälle der Feste bis sie schließlich in dessen Herz vorgestoßen waren. Der letzte Kampf zwischen Urdagh Schädelbrecha und Orghamek Pixiestampfa entbrannte. Anfangs sah es so aus als würde der Herausforderer unterliegen, doch wieder hielten die Götter ihre schützende Hand über ihn. Aus Urdagh Schädelbrechas Sicht war dies ein Zeichen das er auserwählt war die Stämme der zerschmetterten Lande zu wahrem Ruhm zu führen. Er erschlug Orghamek an jenem Tage und ließ seinen geschundenen Leib an eine grobschlächtige Standarte nageln, welche er bis zum heutigen Tage mit in jede Schlacht führen lässt.

Ihm war es gelungen alle Stämme der zerschmetterten Lande unter einem Banner zu vereinen und ihrer wahren Bestimmung zu zuführen. Die Orks hatten damit begonnen aus den Klippen ihrer geschundenen Heimat Steine zu schlagen und ganze Wälder zu roden um ihre grobschlächtigen Ungetüme zu erbauen, mit der sie ihre lange Reise antreten würden. Die ersten Spähkreuzer wurden einige Monde später in die unergründeten Gebiete des großen Ozeans entsandt. Sie waren es die zahlreiche Dörfer plünderten und einäscherten, immer auf der Suche nach dem größtmöglichen Widerstand. Einige von ihnen waren verschollen, andere kehrten wieder zur großen Flotte zurück. Urdaghs Interesse aber galt schon bald jenen vermissten Schiffen die nicht mehr zurückgekehrt waren. Das Ziel schien ihm nun klar zu sein und so setzte sich die gesamte Flotte nach einigen weiteren Monden schließlich in Bewegung. Dichter Nebel zog auf und bremste ihr Vorankommen erheblich. Waren die Götter verstimmt oder war dies nur eine weitere Prüfung der sich Urdagh Schädelbrecha stellen musste? Etwas lauerte auf die Orks in den Nebelschwaden und griff ihre Schiffe an. Manche davon wurden versenkt, andere schwer beschädigt, doch diese Ereignisse führten nur dazu, dass die Flotte zielstrebig jenen Angriffen nachjagte, wie gereizte Tiere, die darin bestrebt waren die Geister der See zu fangen. Sie trafen bei ihren Bemühungen immer wieder auf Schiffe der Menschen, die sie kurzerhand in beschlag nahmen und anschließend „Orkifizierten“. So wuchs die Flotte unverhofft an und konnte sogar an weiteren bitter notwendigen Proviant gelangen. Die Irrfahrt sollte nun schon ein weiteres Jahr andauern und diese kleinen Geplänkel alleine hielten die Orks nicht bei Laune. Unruhe machte sich schon fast breit und es hätte beinahe dazu geführt, dass die ersten Angehörigen der Horde damit begonnen hätten die Vision des Kriegshäuptlings anzuzweifeln. Doch dann geschah es …

Es gelang den Orks schließlich eine Passage aus den Nebelschwaden zu finden, der die große Flotte nun weiter folgen würde. Die Schamanen sprachen von einem lange ersehnten Zeichen der Götter und Urdagh würde dieses Omen auch nicht anzweifeln. Die anderen Häuptlinge wagten es nicht dies in Frage zu stellen und so waren vielerlei Zweifel schließlich hinfort gefegt. Die Horde fieberte den kommenden Schlachten stärker denn je entgegen, die ihnen in den zwei Jahren auf hoher See, bis auf ein paar Geplänkel nicht gegönnt war.

Blutige See

Die Gewässer von Eichstein – Mehrere Jahrzehnte lang, eine Region durch die, die sichersten Handelsrouten der menschlichen Reiche führten. Nun ist die stürmische See in Blut getränkt. Die Flotten von Eichstein und Britain sind in verzweifelte Kämpfe mit barbarischen Wilden verwickelt – Den Orks. In einer schier niemals endenden Flut strömen die einzelnen Stämme als Splitterflotten herbei um den Ruf von ‚Urdagh Schädelbrecha’ zu folgen. Einige von Ihnen wurden durch das Versprechen der größten Schlacht aller Zeiten herbei angelockt, andere durch die in Aussicht stehende Beute, die es in diesem gewaltigen Raubzug zu holen galt. Eines stand fest – Dies war die größte Orkinvasion seit Jahrhunderten und zu allem Übel diesmal auf hoher See. Im Malstrom des heraufziehenden Krieges gefangen befindet sich nun auch eine kleine Flotte des Herzogtums Stolzenforst, ausdauernd und harrend auf die Dinge die da kommen mögen.

Zeitgleich an Board der Grimlug …

Langsam bewegte sich das Monstrum aus Stein, Holz und allerlei Unrat durch die tosenden Wasser des großen Ozeans zielstrebig auf eines der angeblich mächtigsten Bollwerke von Eichenstein zu. Urdagh war dieser Tage sehr guter Dinge, insbesondere als die ersten Berichte der Vorboten seiner großen Flotte zur Grimlug gelangten. Obwohl das Flagschiff des Kriegshäuptlings eine niemals dagewesene Bewaffnung, Widerstandsfähigkeit und Größe besaß, so war es doch ebenso langsam wie schwerfällig. Ein verhältnismäßig kleiner Teil der Orkflotte war in großer Hast vorausgeeilt, um das Ziel einer geeigneten ersten Prüfung zu unterziehen, auf dass es sich denn als „würdig“ erwies von ihnen erwählt worden zu sein. Die Menschen setzten sich verbissen zur Wehr und ihre Flotten würden wohl bald versuchen den Vormarsch der Horde auch auf hoher See gezielt zu stoppen. Mehr Widerstand den es zu überwinden galt, was hätte er sich mehr erhoffen können? Der Kriegshäuptling fieberte den kommenden Gefechten förmlich entgegen.

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