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Rhodariad, genannt der Meisterwerker
SymbolGebet
Hammer, Meißel, Goldstück

"Führe meine Hand, Meisterwerker,
durch deine Gnade und Macht,
möge Neues entstehen, Prachtvolles,
in Eifer und Leidenschaft,
in Treue und bestem Willen."

(geläufige Anrufung Rhodariads durch Gläubige)

Das Wesen Rhodariads

Wo das Feuer der Esse lodert, funkenstiebend Hammer auf Amboss schlägt, oder Nagel (und zuweilen den Daumen), wo Handwerk aller Art nachgegangen wird, aber auch Händler um den besten Preis feilschen, wo der Bildhauer in langer, sorgfältiger Arbeit das Antlitz eines Helden aus dem Marmorblock herausmeißelt, da ist Rhodariad, der Errichter, der Werker, allgegenwärtig. In jedem wohlgeratenen Werk liegt eine Spur der Macht des Gottes, der von seinen Anhängern - je nach deren Lebensunterhalt - als Herr der Esse, Schaffensfürst, Handelskönig, Meisterbildner, und dutzende weiterer Namen bezeichnet wird, so heißt es.

Der jüngere Bruder Angroshs, dem Erschaffen ebenso entbrannt wie dieser, wird, nachdem sich der Herr über Fels und Stein ganz dem kleinen alten Volk zugewandt hatte, noch ehe die Menschen erschienen, von dem jüngeren Volk nunmehr als einziger Gott des Handwerks, der Kunst und des Handels verehrt. Und obwohl es Tempel gibt, und Geweihte, so geschieht die meiste Anbetung Rhodariads doch in den Werkstätten, den Schmieden, überall dort wo geschaffen und gehandelt wird. Und von den schönsten Stücken wird gesagt, dass hier wohl der Erschaffer dem Wesen Rhodariads besonders nahe gekommen sei...

Die Gläubigen Rhodariads vernachlässigen um ihres Gottes wegen nicht ihr Tagewerk, sie verehren ihn indem sie es tun, je eifriger, desto mehr. Ein Frevler sei der, der eine jegliche Arbeit nicht nach besten Kräften verfertige, der an Anstrengung spare und dem der Abschluss des Werkes (und besonders das folgende Einstreichen des Goldes nach dem Verkauf) wichtiger sei als die eigendliche Tat. Sein Bestes zu geben, um des Gebildes oder Gegenstandes willen, und mit derselben Liebe zum Werk zugange zu sein, gleich ob es für einen Bauern oder König bestimmt sei, ist das Zeichen eines wahren Gläubigen Rhodariads, und einen solchen segne der Gott zuweilen mit der Gabe, Besonderes zu vollbringen, ein selten gelungenes Stück oder gar unvergleichliche Kunst, so lehren die Priester des Meisterbildners.

Der Verkauf solcher Dinge ist niemandem versagt, noch das Gold, im Gegenteil, auch über den Handel hält Rhodariad seine Hand. Es heißt, der Gott, dessen Humor zuweilen gar sonderbare Züge annehmen kann, blicke auf jeden Handel herab und verfolge das Feilschen voller Belustigung. Und auch hier strengen sich die Gläubigen an, ihrem Herrn zu Gefallen zu sein, und es soll bereits der eine oder andere, der durch besondere Erfindungsgabe den Preis noch um ein Quentchen höher getrieben hat (oder niedriger), in den nächsten Tagen mit ungewöhnlicher Schaffensgabe oder Handelsglück gesegnet gewesen sein...

Die Priester des Rhodariad künden von den Tugenden des Gottes, Fleiß ist eine der hervorragendsten, Liebe zur Arbeit die andere, Geschick, Hingabe und Beharrlichkeit und nicht zuletzt der Respekt, beinahe die Ehrfurcht vor dem eigenen Werk und dem Werk anderer, die Bereitschaft zu lernen, neidlos und voller Interesse, und sich immer wieder an Neuem zu versuchen. So vielgestalt wie Rhodariad verehrt wird, so sind auch seine Priester. Viele die ihn ob seiner Schmiedekünste anbeten (obwohl es unter dem kleinen Volke voller Stolz und mit leisem Trotz heißt, dass diese niemals denen seines Bruders Angrosh gleichkommen könnten), verehren Amboss, Feuer und Glut als seine Zeichen, andere den Fels aus dem Großes geschaffen wird, dritte die Holzarbeit und dergleichen mehr.

Doch die Tugenden liegen all dem zugrunde, Tugenden welche nicht nur einem Handwerker gut zu Gemüte stehen. Und als Herr des Handels segnet er den Reisenden, einen Segen, den seine Priester gerne - und die geschäftstüchtigeren unter ihnen zuweilen nur gegen einen Beutel goldener "Huldigung" - denen spenden, welche im Aufbruch begriffen sind. Selbst solches lässt Rhodariad geschehen, unergründlich scheint sein Humor, und so mag es nicht verwundern, dass er von manchen selbst als Gott der Diebe angesehen wird. Schließlich - so sagen diese frech - ist auch das nicht mehr als ein Handwerk - gut vollbracht mag das Tagewerk einen Mann über eine Woche ernähren, doch ist es schlecht, kaum ein dutzend Stunden. Der einzige Unterschied sei, dass die Geschäfte schneller getätigt würden und die Kunden selten um einen weiteren Handel bäten.

Auch dies - und dass Wahrheit keine der Tugenden ist, welche von Rhodariad geboten wird - ist der Grund dafür, dass er und Ayanyeh nicht die besten Freunde sind. Wie die Priester sagen "achten sie einander" (auch wenn jeder wahre Gläubige eines der beiden Götter noch die Silbe "ver-" voranstellt). Wahrheit ist Rhodariads Geheiß wahrlich nicht.

Es wird erzählt, dass sogar Diebe und Beutelschneider in der Priesterschaft des Rhodariad einen Sitz hätten, und die verteilten Weihen mitunter für besonders lohnende "Geschäfte" sorgten. Ja, dass die Priester selbst mit weisem Rat, wie etwa über die lohnendsten Orte oder neue "rituelle Gesten" (die unweigerlich zum Beutel des nicht ganz so Gesegneten führen) aber auch tatkräftiger Hilfe ihren Gläubigen zur Seite stünden. Dies mag ein Grund dafür sein, wieso mancherorts Rhodariad-Anhänger mit leisem Misstrauen betrachtet werden, wenn auch die Ehrfurcht vor dem Gott zu groß ist, als dass ihnen offen in Feindschaft gegenübergetreten würde.

Streiter für den Meisterbildner gibt es nicht, zu besserem sind die Hände geschaffen als stumpfem Kampfe, sagt ein gängiges Wort unter den Gläubigen, und so verwundert es nicht, dass auf Krieger zuweilen mit leisem Mitleid, gar Verachtung herabgesehen wird, welche aber spätestens, wenn wegen eines neuen Harnischs ein voller Beutel auf dem Tisch liegt, in große Freundlichkeit übergeht. Und das Werk selbst ist jenseits aller Verurteilung - auch in der schärfsten, tödlichen Waffe liegt die Huldigung an Rhodariad, und in der kleinsten Verzierung ein Gebet.

Nicht so weit sind sie, wie man von den Zwergen erzählt, dass sie mitunter einen Zehntag lang sich in stummer Entrückung, nur ihren Gott und das Werk vor den Augen, allem in die Abgeschiedenheit ihrer Werkstatt oder Schmiede entziehen und ganz in ihm aufgehen, nur um am elften Tage mit einem Stück hervorzutreten, welches von solcher Feinheit, solcher Kunstfertigkeit und Volkommenheit ist, dass es den Atem raubt. Diese Gabe, so sagt man, sei dem jüngeren Volke nicht gegeben. Doch auch das Werk eines Rhodariadgesegneten vermag staunen zu machen ob seiner Meisterschaft und ist dem anderer Menschen um Meilen voraus... Fast beseelt scheint dann eine Statue, ein Schwert gewichtslos und die hölzernen Verzierungen eines Tisches von einer Tiefe die den Betrachter sich darin verlieren macht.

Auch wenn es als Ketzerei angesehen wird, behaupten doch die glühendsten unter den Anhängern des Herrn der Esse, dass dieser und sein älterer Bruder jene seien, die dem wahren Licht Siltearns am nächsten kämen, seien sie doch in ihrem Schaffen jene, die die erste Tat täglich neu vollbringen.

Schreine Rhodariads

Es sind zwei Schreine bekannt:

  • Einer der Schreine ist in der Handwerksstadt Minoc in den Hallen des Handwerks.
  • Der andere Schrein ist im Tempel des Rhodariad bei der Rast.

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