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Yaháne und Erac
SymbolGebet
erloschene Kerze, Rabe

"Vom Leben zum Tode
vom Blute zum Wasser
vom Fleische zur Erde..

Erloschen das Licht der Kerze.

Gehe ein in das Reich Yahánes,
leicht sei dein Weg, Wandelnder.
Sicher dein Platz in ihren Armen,
Friedlich die Seele im Tode.
Nun kehre ein in die Dämmerung."

(Grabsegen Yahánes in den Westlanden)

Das Wesen Yahánes

Yaháne, die Leise, die Pfadbereiterin, Seelenscheiderin...

Vor dem riesigen schwarzen Portal steht sie, das verborgene, doch wie es heißt, alterslose, unbestimmbare, unergründliche Antlitz ihnen zugewandt. Aus für jeden Sterblichen unsichtbaren Augen blickt sie auf all die Seelen, die vor ihr stehen, während deren sterbliche Hülle irgendwo weit fort, den Gesetzen der Natur unterworfen, langsam aus der Welt entschwindet.

Liegt der Zeitpunkt des Todes auch nicht einmal in Yahánes Macht, so ist sie es doch, die über das herrscht, was geschieht, nachdem der Geist vom Körper sich getrennt hat.

Vogelgleich die Bewegungen der Göttin, welche solche Macht über die Toten besitzt. Mit einer kleinen Geste, einem Nicken oder einer Handbewegung verkündet sie schweigend das Urteil, einen Platz in ihrem Reich der Dämmerung, oder, bei denen, die sich so sehr verdient gemacht haben, dass ihnen ein Platz im Gefolge gehört, in das der Gottheit, die zu Lebzeiten, vor allen anderen, treu und wahrhaftig in jeder Tat verehrt wurde. Sanft umfängt sie dann die wartende Seele und trägt sie in die Gefilde, welche ihr bestimmt sind.

Sei es gut oder böse, dunkel oder licht, keinen Unterschied macht Yaháne in ihrem Urteil. Absolut ist es, gerecht wie die Axt eines Henkers und ebenso endgültig. Gnade kennt sie keine, die Torhüterin, und kein Erbarmen. Doch ebenso kennt sie keinen Hass. Nur eine Aufgabe, eine Pflicht. Das Wachen über den Tod, den zu gehenden Weg, das gerechte Urteil. Von außen hält sie ihre Hand über ihr Reich, viele betreten es, viele davon widerwillig doch unabwendbar, und kaum einer verlässt es um zu neuem Leben zu erstehen. Und keiner, keiner ohne den Willen der Göttin. Jeder wird vor ihr stehen, einst. Jeder sich unter ihrem Blick krümmen, der die Tiefen der Seele liest, alles verborgene, einen jeden Gedanken, eine jede Tat. Wer Leben besitzt, wird ihr gegenübertreten.

Sie und ihr grauer Bruder Erac, beide einst aus Eluril entsprungen, als der Entwirker mit Dur'Irgach ihn aus der noch so jungen Welt ins Unsein schlug, gebieten über die Kräfte, welche für einen Sterblichen nach dem Großen Verrat nunmehr unausweichlich scheinen - Kampf und Tod. Anders als Agharam oder auch Mordûl ist Eracs Kampf nicht von Gefühlen, noch höheren (oder niederen) Zielen geleitet. Die reine Schlacht, der Akt des Kämpfens, welcher zu Leben, Tod oder Sieg führen mag, gleichwie, aus welchen Gründen er geführt wird, ist das, über das der Gott, welcher in der Gestalt eines großen grauen Wolfes die Welten durchstreift, herrscht. Kein Sterblicher wird diesen verehren und so gibt es weder Priester noch Streiter Eracs, wohl aber unzählige Anrufungen an den Schlachtenwolf, den Kampf zu seinen Gunsten zu wenden - ob erfolgreich oder nicht bleibt unbekannt.

Erac war es auch, der mit Ayanyeh Agharam zeugte, seinen ehrenvollen Sohn, dessen Name für den Kampf gegen die Finsternis steht. Doch er selber streicht unbeeindruckt von allen lauteren Motiven unsichtbar durch die Reiche, diese erblickend, welche schon bald vor dem Tor seiner Schwester erscheinen mögen...

Die Priester der Yaháne sind meist, wie ihre Göttin, von schweigsamer Natur. Immer in dunkle Gewänder gehüllt ziehen sie über das Land, wie eine Erinnerung an das Unausweichliche. Wo ein Körper der Erde übergeben wird, oder ein Mensch seine letzten Atemzüge tut, findet man sie, und sie weihen den Leib, auf dass er bei der Reise der Seele zum Dunklen Portal keine schwere Last darstelle, erleichten ihm den Weg in Yahánes Reich, so dass er nicht verloren gehe, auf Erden herumirren müsse, oder gar der ewigen Verdammnis anheimfalle, so seine Seele durch dunkelste Magie und Götterkraft in die Gewalt eines finsteren Magiers gerate - oder schlimmer noch - in die Dämonischen Reiche hineingerissen werde, Spielball den Unnennbaren.

Der Welt sind sie entrückt, Macht und Einfluss nicht von Interesse für die, die der Göttin dienen, in deren Reich all dies keine Bedeutung hat. Manche gehen gar so weit, den Toten anderer Rassen denselben Dienst zu erweisen, sie zu segnen für die Seelenreise in die Dämmerwelt, selbst wenn diese zu Lebzeiten der Torhüterin nicht einmal Respekt gezollt haben. Es heißt, dass diese in die Reiche ihrer Götter eingingen, so sie die Seelenscheiderin darum bäten...

Nur für den Dienst an der Göttin leben sie, die Riten, Gebete und Segnungen, welche damit einhergehen. Doch vermögen sie auch zu kämpfen, so dies von Nöten ist, zu kämpfen gegen den einzigen Feind, welchen die Anhänger Yahánes kennen, das Unleben, den Untod.

Nicht Caihumes oder Murranaghs, noch Yahánes Reich angehörig, werfen solch durch finsterste Kräfte beseelten Kreaturen ihren Schatten auf die Lande der Sterblichen. Wider alles stehen sie, über das Yaháne wacht, wider die Gesetze der Welten, den Kreis von Werden und Vergehen. Und so stellen sich die Priester diesem Übel entgegen. Sie und noch viel mehr die Streiter der Torhüterin, die Paladine Yahánes. Und über beide hält die stille Wächterin schützend ihre Hand, so dass sie niemals solch schändlichster Abart des Lebens anheimfallen können; nicht durch Zauber, noch Dämonenkraft.

Die Streiter Yahánes, stets dunkel gewandet und wortkarger noch als die Priester der Pfadbereiterin, stehen in der vordersten Reihe gegen solch finsteren Feind. Den Kampf bestreiten sie ohne barbarische Schreie, beinahe gefühllos wirkt er zuweilen, wie ein schweigend zelebriertes Ritual und in der Tat sehen die Streiter der Torhüterin es mehr als ein solches an - wie der Priester die letzte Weihe betrachten würde, das Gebet oder den Segen. Dienst an der Göttin ist es, und sie versehen ihn wie die Göttin, der sie folgen, den ihren - schweigend, als Pflicht.

Sie hüten Tempel und Weihstatt, schützen die Priester und bekämpfen Feinde jeglicher Art. Erbarmen mögen manche zeigen, zuweilen, im Gegensatz zu ihrer Herrin, doch ihre Hingabe ist stets ungebrochen. Furcht vor dem Tode kennen sie nicht, dienen sie doch zu Lebzeiten bereits der, welcher sie dann begegnen werden, und so mancher sieht diesem Tag mit heimlicher Freude entgegen, wenn auch nur die Verblendeten von eigener Hand den ersten Schritt auf den Pfad tun, welcher sie in die Gefilde Yahánes führen wird. Doch selbst von solchen wird erzählt, und nicht selten mit Trauer in der Stimme...

Doch auch andere, dunklere Gefolgsleute finden sich in den Reihen, sie, denen die Wacht nicht genügt für ihre Herrin, welche sie als Herrscherin über Leben und Tod sehen, und deren Macht durch jeden, der ihr Reich betritt, vergrößert wird. Und so genügt es ihnen nicht, die Gebote zu befolgen, und zu warten, dass die Zeit das ihre tut, sondern es wird erzählt, dass solch verlorene Diener einzeln oder zu vielen die Stärke ihrer Göttin auf dunkle Weise zu vermehren suchen. Vielerlei Leben wurden dadurch genommen, durch Kampf, Opfer oder finstere Rituale, und doch mag nicht einmal ein Hohepriester mit vollständiger Sicherheit sagen, dass dieser Weg vollkommen wider Yaháne ist, und so werden solcherlei Anhänger gemieden, aber dennoch schweigend geduldet, so lange sie nicht in vollem Tageslicht, sondern im Geheimen ihrem Treiben nachgehen... und zurück bleibt eine üble Ahnung.

Doch der Großteil der Diener der Pfadweiserin versieht still seinen Dienst, weiß um seine Aufgaben, seine Pflicht... und seine Grenzen.

Wenn das letzte Wort verklungen ist, der letzte Atemzug getan, das letzte Licht in den Augen erloschen, dann wird die stillste unter den jüngeren Göttern das ihre tun, um die Seele in die Dämmerung zu geleiten.

Schreine Yahánes

Es sind zwei Schreine bekannt:

  • Yaháne besitzt einen Tempel bei Vesper, wo der Schrein zu finden ist.
  • Im Tempel der Yaháne bei der Rast ist der andere Schrein zu finden.

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