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Der Herzögliche Adel

Diese Seite gibt Informationen über den Adel im Herzogtum Stolzenforst und sollte von allen Spielern angesehen werden. Der Abschnitt über den Niederadel enthält wichtige Informationen zum Rollenspiel eines Niederadeligen im Herzogtum und sollte von allen Spielern gelesen werden, die an einem solchen Charakter interessiert sind.

...und still wurde es im Saale, als der Jüngling, das zerrissene, blutbefleckte Kettenhemd am Leib und die zerbrochene Klinge in der Hand, vor seinem Herrn auf ein Knie niedersank, den Kopf geneigt und den Blick zu Boden gerichtet, doch die Augen leuchtend in einer Hingabe, wie kein Mann an diesem Ort sie jemals zuvor erblickt hatte.

Lange sah der König auf ihn und auf seinem Gesicht lag ein seltsamer Ausdruck, als sei ihm etwas gewahr geworden, was allen anderen verschlossen. Er zog das Schwert, welches er in der Schlacht bei Skara Brae geführt und mit ihm den Sieg errungen hatte, und der stählerne Klang durchschnitt die Stille des Saales, um sie umso dröhnender zurückkehren zu lassen.

Als die Klinge auf die Schultern des Jünglings herniedersank, fing sich ein letzter Strahl der untergehenden Abendsonne in dem blitzenden Metall und tauchte sein Antlitz in ein beinahe überirdisches Licht.

"Im Namen der Ehre, des Mutes und der göttlichen Kraft,
im Namen der Treue, und unseres geliebten Reiches ,
im Namen der Liebe und der Achtung vor jeglicher gutherzigen Kreatur,
senke ich diese Klinge auf deine Schultern, die fortan eine ehrenvolle,
aber schwere Bürde tragen sollen.

So erhebe dich, Sir Arthas Hochfels, Ritter des Königs, und diene mir gut.
Gleicher unter den Besten bist du nun,
erkenne die Ehre, die du erfahren, und erweise dich ihrer würdig."

Noch lange nachdem die selbst die Echos der Worte verklungen waren, verharrte der junge Ritter knieend vor seinem König, als vermöchte er nicht einmal die Kraft aufzubringen, sich zu erheben, so schwer wögen die Worte, die er eben vernommen.
Stunden mochten vergangen sein, als er sich schließlich erhob, das Gesicht leichenblass, und die Augen glänzend wie im Fieber. Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, als er das Wort an seinen König richtete, den Blick immer noch abgewandt. Tonlos klang sie und rauh, bis ins Innerste erschüttert. Doch sie zitterte nicht.

"So sei es, mein Herr und Gebieter. Für euch und euer Reich werde ich einstehen, eure Feinde bekämpfen, euer Volk beschützen, und das Licht weitertragen in meiner Seele. Bei meinem Leben und meiner Ehre, so schwöre ich es. Und werde den Eid niemals brechen,
bis in alle Ewigkeit."

Ohne auch nur ein einziges Mal zurückzublicken wendete er sich um, die zerbrochene Klinge seines ersten Kampfes noch in der verwundeten Hand, verließ den Saal, sattelte sein Ross und zog aus.

Und er wurde einer der größten Ritter, die die Alte Welt jemals kannte.

(aus dem Lied von Arthas Hochfels, genannt der Sternenwächter)

Allgemeines zum Adel im Herzogtum Stolzenforst

Ursprünglich wurde alles von Menschen bewohnte, bekannte Land der Alten Welt als ein Königreich regiert, das sich in vier Herzogtümer gliederte. Nach dem Tod des Königs im Lludkrieg wäre an sich der damalige Herzog Vincent von Stolzenforst in der Thronfolge der nächste gewesen, und hätte auch die nötige Zustimmung von dreien der vier Herzogtümer gefunden. Er lehnte die Erhebung jedoch ab. Ab da gab es keinen König mehr, und die vier Herzogtümer waren, wiewohl nach wie vor nominell Teil eines geeinten Königreiches, selbständige Reiche mit selbständigen Herrschern.

Das Herzogtum Stolzenforst wurde dann als Monarchie regiert. An der Spitze des Reiches stand nach dem Tode ihres Vaters Vincent die Herzogin Josephine I. von Stolzenforst, die ihrem Vater als regierende Herzogin nachfolgte. Ihr zur Seite stand der Hochadel, der sie in verschiedensten Ämtern bei der Regierung und Verwaltung des Reiches unterstützte. Zum Hochadel gehörten alle höhergestellten Mitglieder. Darunter auch der Fürst Asthor von Felsenbach der die herzogliche Kanzlei in dieser Zeit leitete. Alle Adligen bei Hofe, sowie die drei Grafen, die den drei Grafschaften damals noch vorstanden, unterstützten die Herzogin, während ihrer Regentschaft tatkräftig.

Als dann die Herzogtümer vereint werden sollten, entschieden drei der Herzogtümer, dass Josephine von Stolzenforst die alleinige Königin werden sollte, was durch die Hochzeit mit dem Prinzen von Occlo Alitihad Al-Shahar besiegelt wurde. Nur ein Herzogtum weigert sich bis heute, sich unter diese Herrschaft zu stellen, Eichenstein. Und so sind lediglich die Herzogtümer Britain, Stolzenforst und Tarisien unter der Regentschaft ihrer Majestät Königin Josephine von Stolzenforst. Dies ist natürlich ein gewaltiger Konflikt, der Eichenstein zu einem gefährlichen Gegner des Königreiches macht.

Fürst Asthor von Felsenbach wurde ab diesem Zeitpunkt zum Verweser des Landes ernannt und führte die Amtsgeschäfte in Stolzenforst weiter, da ihre Majestät Königin Josephine von Stolzenforst ihre Regentschaft in Britain antreten musste. Aber der Fürst versagte kläglich und so fiel er in Ungunst des Volkes und der Königin, worauf diese ihn in den Ruhestand versetzte und einen ihrer Günstlinge als Herzog für das Land Stolzenforst einsetzte, Herzog Lodrin von Giesenhorn.

Unter dem genannten Hochadel und deutlich davon getrennt ist der Niederadel. Hierbei handelt es sich nicht um erblichen Hochadel, sondern persönlichen Dienstadel. Es sind Männer und Frauen aus dem Volk, die durch Ausbildung und besondere Tüchtigkeit ein Amt erlangt haben, an dessen Ausübung die Erhebung in den Adelsstand gebunden ist. Kriterien für die Verleihung eines solchen Amtes sind Ausbildung bei einem Niederadligen, treue und loyale Erfüllung der Aufgaben und Tapferkeit und Ehrbarkeit. Daneben, aber genau so wichtig, stehen Tugendhaftigkeit, Sittsamkeit und Wahrhaftigkeit im Dienste der drei lichten Götter Ayanyeh, Agharam und Caihume.

Der Niederadel ist in Friedenszeiten für die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung und die ihm übertragenen Aufgaben der Verwaltung zuständig, und wird einer bestimmten Grafschaft zugewiesen, zu der er sich berufen fühlt. Er ist aber auch für die anderen Grafschaften zuständig, wenn sich kein anderer Niederadliger findet, der einer Grafschaft zugewiesen ist.

Der Niederadel ist in einem Adelsrat organisiert, innerhalb dessen alle Niederadligen, gleich welcher Profession und unabhängig von ihren persönlichen Ehrentiteln, gleichgestellt sind. Der Adelsrat versammelt sich wenigstens einmal im Monat, und steht dabei auch für Anfragen des gemeinen Volkes persönlich zur Verfügung, sofern diesem eine Audienz gewährt wird.

Der Niederadel wird in zwei Ausrichtungen kategorisiert: Dem ritterlichen Adel und dem politischen Adel.
Dabei sind folgende Titel zu vergeben:

  • Ritterlicher Adel
    • Knappe/Knappin - kann jeder Kämpfer, Krieger oder Kriegsherr werden, der einen Ritter findet der ihn auf seinem Weg zum Ritter begleitet
    • Ritter/Ritterin - nach absolvierter Knappenausbildung und einer Prüfung, die der Knappe bestehen muss, wird er von der Königin selbst zum Ritter ernannt
    • Eidesritter/Eidesritterin - nach längerer Zeit als Ritter und bei hohen Verdiensten für das Land erhebt die Königin den Ritter zum Eidesritter
    • Triat/Triatin - Nur für außergewöhnliche Verdienste in Kriegszeiten oder in besonderen Missionen wird man zum Triaten ernannt und von der Königin dazu erhoben
    • Marschall/Marschallin - Die höchste Stufe, die man als Niederadliger erreichen kann. Herzu bedarf es aber sehr viel Engagement  für das Land.
  • Politischer Adel
    • Page/Pagin - kann jeder werden, auch Magier, Kleriker oder Handwerker, vorrausgesetzt man findet einen Adligen der einen ausbildet
    • Junker/Junkerin - nach absolvierter Ausbildung als Fahnenjunker und einer diplomatischen Prüfung, die der Fahnenjunker bestehen muss, wird er von der Königin zum Junker ernannt
    • Freiherr/Freifrau - nach längerer Zeit als Junker und bei hohen Verdiensten für das Land erhebt die Königin den Junker zum/r Freiherr/Freifrau
    • Landvogt/Landvogtin - Nur für außergewöhnliche Verdienste in Zeiten der Not oder in besonderen Missionen wird man zum Landvogt ernannt und von der Königin dazu erhoben
    • Baron/Baronin - Die höchste Stufe, die man als Niederadliger erreichen kann. Herzu bedarf es aber sehr viel Engagement  für das Land.

Tritt eine plötzliche Notlage auf, so hat der Adlige mit dem höchsten Ehrentitel im ritterlichen Adel die alleinige Befehlsgewalt über die Truppen des Landes. Bei gleichem Rang der Ältere im Amt. 
Dieser kann die Befehlsgewalt jederzeit einem anderen im ritterlichen Adel übertragen, dies muss jedoch der in Folge Ranghöchste nach dem aktiven Befehlshaber sein.
Nur dieser teilt dann in Absprache mit dem restlichen Niederadel die Truppen ein und ist für die taktische Zielführung eines Sieges alleine verantwortlich.
Er hat in dieser Zeit dem Herzog des Landes und immer jederzeit auf Anfrage Rede und Antwort zu stehen.

Insofern gilt bei gleicher Notlage im politischen Adel dasselbe, nur mit dem Unterschied, dass dieser keine Truppen befehligt, sondern dem ritterlichen Adel als Berater zur Seite steht und eventuelle diplomatische Verhandlungen mit dem Feinde führt oder sich um das Volk kümmere, dass dieses gesichert das Land verlassen kann.

Männer und Frauen des gemeinen Volkes können sich in Audienzen des Hochadels und bei Versammlungen des Adelsrates an den Adel wenden, doch Briefe und andere Schriftstücke, die direkt an die Hohen Damen und Herren gerichtet werden, bleiben des Öfteren unbeantwortet und es heißt gar dass so mancher von ihnen, der mit unwirscherem Gemüte gesegnet ist, den Brief eines Gemeinen sofort beiseite lege, erzürnt über die Anmaßung, die der Schreiber an den Tag legt; und andere nur antworten, wenn es ihnen gerade beliebe, was zu seltenen Antworten führt.

Der Herzoglichen Kanzlei [1] hingegen kann ein jeder seine Botschaften zusenden, mit der Bitte, sie dem zuständigen Adeligen zuzuführen, und ist das Anliegen rechtens, so wird dies geschehen, und eine Antwort wird den Verfasser erreichen, denn dies ist ihre Pflicht, Kanzlei und Herzog gegenüber.


[1] Botschaften auf den Boards sind einfach an die herzogliche Kanzlei zu richten, wobei dabeistehen kann, welcher Adelige der beabsichtigte Ansprechpartner ist
Erhält der Adelige über die Kanzlei eine Botschaft - die Weiterleitung durch die Kanzlei wird vom Staff vorgenommen - so ist er verpflichtet dem ursprünglichen Absender zu antworten. Diese Pflicht besteht nicht, wenn ein Charakter eine Botschaft direkt an einen Adeligen richtet, sondern in diesem Fall kann der Adelige nach eigenem Ermessen antworten oder das Schriftstück ignorieren

Titel des Adels

Titel des Hochadels:

König/Königin - "Euer königliche Hoheit", "Euer königliche Majestät"

Herzog - "Euer Hoheit"

Fürst - "Euer Durchlaucht", "Euer Exzellenz"

Grafen - "Euer Hochwohlgeboren"

Titel des Niederadels:

Baron, Landvogt, Triat, Marschall - "Euer Hochgeboren"

Eidesritter, Freiherr - "Euer Wohlgeboren"

Ritter - "Sire" bzw. "Lady"

Junker - "Hoher Herr" bzw. "Hohe Dame"

Im mündlichen Sprachgebrauch hat sich generell für den Niederadel neben den korrekten Titeln die Verwendung der Titel "Sire" bzw "Lady" eingebürgert, wobei der angesprochene Adlige jederzeit auf der Verwendung des korrekten Titels bestehen kann.

Die Ehegatten der Adligen haben einen Anspruch darauf, mit dem korrespondierenden Titel ihres Gatten angesprochen zu werden, aber keine weiteren Rechte.

Ausbildung eines Niederadligen

Zum Aufstieg in den Niederadel ist eine längere Ausbildungszeit nötig. Diese kann nur bei einem beliebigen Mitglied des Adelsrates erfolgen. Wer also in den Niederadel aufsteigen möchte, muß sich einen entsprechenden adligen Lehrmeister suchen. Dabei kann jeder Niederadlige maximal zwei Personen gleichzeitig ausbilden, mehr erfordert die Ausnahmegenehmigung der herzoglichen Kanzlei.

In dieser Ausbildung soll der Bewerber sich körperliche Tüchtigkeit, Grundzüge des Codex Juris, Grundlagen höfischer Etikette, eine gründliche Ausbildung in Strategie und Taktik einerseits und der Profession des jeweiligen Kandidaten andererseits, Grundlagen von Diplomatie und Rhetorik sowie Lesen und Schreiben aneignen. Moral, Güte, Gerechtigkeit und die Verehrung der drei lichten Götter seien jedoch die Grundpfeiler und wesentlichster Bestandteil der gesamten Ausbildung, wobei hier verstärkt auf die jeweilige Ausrichtung geachtet werden sollte. Beispielsweise wäre die Ausrichtung ritterlicher Adel besser mit Strategie und Taktik in der Ausbildung gesegnet, als wie mit Diplomatie und Rhetorik. Gleiches gilt natürlich in umgekehrter Form.

Dabei kann der Lehrmeister, den Kandidaten jedoch für einzelne Aspekte der Ausbildung einem anderen, fachkundigen Ausbilder zuweisen. Dennoch trägt er auch dann für die gesamte Ausbildung die Verantwortung, er hat den jeweiligen Ausbilder also mit entsprechender Sorgfalt auszuwählen. Dies bedeutet beispielsweise, daß ein Niederadliger einen Kandidaten zu Fragen der Moral in die Obhut eines Priesters der lichten Gottheiten Ayanyeh, Agharam oder Caihumes geben oder ein Junker einen Fahnenjunker zur Ausbildung in den arkanen Künsten an die Lehrmeister des Konzils verweisen kann, sofern dieser die Richtung des Magiers eingeschlagen hat.

Kann ein Niederadliger eine begonnene Ausbildung aus irgendeinem Grunde nicht zu Ende führen, so fällt es in die Verantwortung des gesamten Rates, in Absprache mit der herzoglichen Kanzlei einen neuen Lehrmeister für den Kandidaten zu benennen.

Während der Ausbildung sei der Kandidat seinem Lehrherren dienstbar. Der Gebrauch von Fernkampfwaffen jedweder Art sei dem Kandidaten außerhalb des Waidwerkes verboten. Er soll keine Plattenrüstungen tragen. Weitere Beschränkungen, insbesondere solche des Konzils oder des Lehrherren, werden dadurch nicht ausgeschlossen. Der Lehrherr kann seinem Kandidaten jederzeit der Ausbildung dienliche weitere Beschränkungen auferlegen.

Vor der Erhebung in den Stand eines Niederadligen soll der Kandidat sich ein gewisses Maß an eigener Reputation im Dienste des Herzogtumes erworben haben.

Für genauere Informationen zum Spiel eines Adeligen Charakters beachtet bitte auch die Seiten Charakter-Regeln, Adel und Adels-System. Falls ihr weitere Fragen habt, setzt bitte eine Page im Spiel.

Erhebung in den Adelsstand

Hat der Herzog sich Gewißheit über die Eignung eines Kandidaten verschafft, so wird er die Königin darüber in Kenntnis setzen. Sie wiederum - und nur sie - wird den Anwärter dann in den Stand eines Niederadligen erheben.

Dies geschieht im Rahmen einer feierlichen Zeremonie, bei der der Kandidat der Königin und ihren Nachfolgern das Folgende zu versprechen hat:

  • Ich werde meine Fähigkeiten zum Wohle des Reiches einsetzen!
  • Ich werde den Reichtum und den Ruhm des Reiches mehren!
  • Ich werde den Bürgern mit Rat und Tat zur Seite stehen!
  • Ich werde die Gesetze wahren und ehren, mit meinem Wissen, meinem Blute und meinem Herzen!
  • Ich werde dem Adel gehorchen, sein Wort und seine helfende Hand sein!
  • Ich werde meinen Lehnsherren verteidigen, mit all meinem Können und meinem Leben!
  • Ich werde meine Pflicht über mein Leben setzen!
  • Ich werde genügsam, loyal und aufopfernd sein, koste es mein Leben!
  • Ich werde zu meinem Worte stehen!
  • Ich werde die Schwachen und die Hilflosen schützen!
  • Ich werde Ayanyeh, Agharam und Caihume verehren und ihren Geboten folgen!
  • Ich werde den finstren Mächten Einhalt gebieten, mit all meiner Kraft und meinem Leben!

Dies bekräftigt er durch den folgenden Eid:

" Bei meinem Blute, meinem Herzen, meinem Leben und meiner Seele,
meine Treue soll der Königin, ihren Herzögen und deren Adel gelten,
meine Worte sollen ihr Wohl verkünden,
mein Tun soll ihren Willen schützen,
mein Leben soll dem Schutze ihrer Gesetze gelten!
So schwöre ich bei der Waage der Ayanyeh und dem Schwerte des Agharam!
"

Rechte und Kompetenzen des Niederadels

Vorweg - eine ausführliche Liste sämtlicher Kompetenzen existiert nicht und wird auch nicht erstellt werden. Vielmehr soll hier (mit einigen Beispielen) der Rahmen abgesteckt werden, in welchen sich ein Adeliger bewegen kann. Ob er die ihm zur Verfügung stehende Möglichkeiten bis an die Grenzen ausnutzt oder so verständnisvoll gegenüber dem gemeinen Volk ist, weit unterhalb seiner Möglichkeiten zu bleiben, hängt vom individuellen Charakter ab. Weiterhin kann zu extremes Vorgehen mitunter auch ingame-Konsequenzen haben, mit denen man rechnen sollte, wenn man seinen Charakter in derartigen Grenzbereichen spielt.

Die teilweise doch sehr groben Abweichungen von der mittelalterlichen Realität sind in den meisten Fällen mit OOC-Gerechtigkeit oder Aufrechterhaltung des Spielspaßes für alle Beteiligten zu begründen.

Auf keinen Fall besitzen Adelige hier einen derartig abgehobenen Status, wie es historisch der Fall gewesen wäre. Vom gemeinen Volk sind sie allerdings dennoch deutlich entfernt. Wie "hoch" ein gemeiner Charakter einen Adeligen im Endeffekt über dieses Minimum an Respekt, Höflichkeit, Gehorsam und Dienstbeflissenheit erhebt, bleibt diesem Charakter überlassen. Wobei nicht vergessen werden sollte, dass es auch dem Charakter des Adeligen überlassen ist (in gewissen Grenzen), wie dieser darauf reagiert. Dies gilt insbesondere für deutliche Respektlosigkeit seines Gegenübers.

Grundsätzliche Rechte und Kompetenzen des Niederadels

  • Vorzugsbehandlung, sowohl in geschäftlichen Situationen wie auch allgemein. Inwieweit dies ein "Entgegenkommen" bei geschäftlichen Verhandlungen betrifft, bleibt dem Gegenüber überlassen.
  • Höfliche, ehrerbietige Behandlung zu jeder Zeit.
  • Das Anrecht auf Satisfaktion ohne Verhandlung. Dies ist im Codex Juris festgeschrieben. Hierbei sollte beachtet werden, dass jeder Adelige "Beleidigung" bis zu einem gewissen Grad für sich selbst definieren kann, ein Gemeiner in Verbalkonflikten daher im Zweifelsfalle lieber zurückstecken sollte, wenn er sichergehen will, nicht im nächsten Moment gefordert zu werden.
  • Heranziehung von Gemeinen für niedere Dienste.
    • Hierbei ist Fingerspitzengefühl gefragt. Niedere Dienste sind nicht voll definiert, es handelt sich dabei im Normalfall um sehr kurz befristete, geringfügige Aufgaben, insbesondere, wenn es an sonstigen Geeigneten dafür fehlt.
    • Das Öffnen eines Gattertors zB. kann ein Adeliger einem Gemeinen ohne weiteres befehlen. Eine Anweisung des Adeligen, sich ausgiebig um sein Pferd zu kümmern, es zu striegeln und womöglich noch über längere Zeit zu bewachen, ist bereits hart an der Grenze, und sollte, wenn überhaupt, nur von entsprechend ausgelegten Charakteren (und dann auch nur selten) gegenüber deutlichst niedriger Gestellten vorgebracht werden.
    • Weiterhin sollte beachtet werden, dass es nicht nur "Adel" und "Gemeine" gibt, sondern auch bei den Nichtadeligen zumindest unterschwellig verschiedene Ränge zu finden sind, die sich über Macht und Einfluss definieren (sieht man einmal von Unfreiheit ab). Einen Landstreicher wird ein Adeliger daher erheblich eher für einen niedrigen Dienst heranziehen können als einen reichen Handelsherrn.
    • Historisch gesehen sollte man die Alte Welt, was Hierarchie und Struktur der Gesellschaft betrifft, in etwa im Spätmittelalter ansiedeln [1], d.h. das erstarkende Bürgertum erweitert seinen Machtbereich ("Geldadel") und dringt dabei sogar in die Domäne des Niederadels vor (was sich in OW u.a. dadurch zeigt, dass ein "Gemeiner" als Verwalter im politischen Zweig aufsteigen kann, und Erbadel - schon aus OOC-Gerechtigkeitsgründen - kaum eine Rolle spielt).
  • Ausbildung von Knappen und Fahnenjunker, dabei kann durchaus auch ein Ritter einen Junker ausbilden, aber nur in diplomatischen Dingen ein Junker einen Knappen, wobei dann auf die jeweiligen Besonderheiten Rücksicht zu nehmen ist.

[1] Sehr grob lässt sich folgende Strukturierung der Bevölkerung zugrundelegen, wobei im untersten Teil dieser Ränge wohl nur sehr selten ein Spielercharakter angesiedelt werden wird. Die meisten Charaktere der Alten Welt fallen in den Bereich 3.
  1. Baron, Triat/Minister, Eidesritter/Freiherr, Ritter/Junker, Konzilserzmagier, Hohepriester, Priester, Magier, Paladin.
  2. Bürgermeister einer Stadt, Gildenlords/ladys einer anerkannten Gilde
  3. Bürgertum in den Städten (kleine Handwerker, etc.), jegliche voll ausgebildeten Charaktere (Magier, Krieger, etc.), aber auch die "Ausbildungsschicht" des Niederadels, also Knappe und Fahnenjunker
  4. Freie Bevölkerung außerhalb der Städte, vom Tagelöhner bis zum freien Bauern.
  5. Unfreie, insbesondere Leibeigene in ländlichen Gegenden (unfreie Bauern).


Sonderrechte in Ausnahmesituationen

Heranziehen von Leuten für der Situation entsprechende bzw erforderliche Dienste, auch größerer Art. Diese müssen dem Status des anderen nicht "angemessen", sondern können auch unter seiner Würde sein.

Diese Dienste müssen allerdings angemessen entlohnt werden (wobei "angemessen" grundsätzlich bedeutet, dass der Adelige sich mit dem anderen einigen sollte).

Ist das nicht möglich, kann der Adelige den Gemeinen zwingen, auch für den von ihm vorgeschlagenen Betrag zu arbeiten, der Gemeine hat allerdings hinterher das Recht, sich zu beschweren, bzw. den Fall vor Gericht zu bringen. Von dieser Möglichkeit - Zwang und Prozess - sollte allerdings nur möglichst spärlich und aus direkt rollenspielerischen Gründen Gebrauch gemacht werden; vorzuziehen ist auf jeden Fall eine gütliche Einigung, sofern möglich.

Die Kompetenzen und Position von in Ehren aus dem Dienst geschiedenen Adeligen ("Winteradel")

Dieser Abschnitt bezieht sich einzig auf Adelscharaktere, die nicht ehrlos aus den Diensten des Herzogs gewiesen oder gar verbannt o.ä. wurden. Derartige Charaktere verlieren einen Großteil ihrer bisherigen, aber nicht die gesamten, Privilegien, um ein weiteres Spiel ohne Brüche zu ermöglichen. Nachfolgend daher die Kriterien, die auf solche Chars zutreffen. Wer sich im Unklaren ist, wo sein eigener Charakter anzusiedeln wäre, wendet sich am besten an die Seer.

Grundsätzlich bleibt der Schwur auf den Herrscher bestehen. Der Charakter ist jedoch nicht mehr im "aktiven" Adel vertreten und besitzt keines der obigen Rechte, mit Ausnahme der folgenden:

  • Höfliche, ehrerbietige Behandlung zu jeder Zeit, wird ihnen diese nicht zuteil, so hat jeder Winteradlige das Recht auf Satisfaktion.
  • Vorzugsbehandlung, sowohl in geschäftlichen Situationen wie auch allgemein. Hier kommt es auf die anderen Mitspieler an. Vorzugsbehandlung gilt nur gegenüber Gemeinen und auf diesem Recht kann nicht bestanden werden. Charaktere, deren Spieler sich um realistisches RP bemühen, und die ausreichende Kenntnisse über den Adel generell besitzen, werden erkennen, dass es sich um "alten Adel" handelt und dementsprechend spielen. Grundsätzlich gilt jedoch, dass sich die gesamte Stufe regeltechnisch vom Gemeinen kaum abhebt und das Zusammenspiel vor allem auf Resonanz und Reaktion der Mitspieler beruht.
  • Der frühere Titel geht verloren. zB: Ein Ritter dieser Stufe ist kein "Ritter der Königin" mehr. Ein Junker ihrer Königin nur noch ein "Normaler", seiner bisherigen Tätigkeit würdig.
  • Bei der Anrede wird der "niedrigste" Adelstitel beibehalten. D.h. jeder Adelige, der einst im ritterlichen Zweig aktiv war, wird mit "Sire" (oder Lady) angeredet, im politischen wäre es "Hoher Herr", bzw "Hohe Dame".
  • Entsprechend des immer noch bestehenden Treueschwurs sind derartige Adelige immer noch vom Herrscher zu dessen Zwecken einberuf- und einsetzbar. Auch wird erwartet, dass sich der Charakter weiterhin in gewissem Maße für Herrscher und Reich einsetzt (wenn auch nicht in einem solchen Ausmaß wie es ein aktiver Adeliger zu tun hat).
  • Um überhaupt in den Ruhestand treten zu können, muss man sich als aktiver Adeliger deutlich eingesetzt haben, und das über längere Zeit hinweg (es sei denn, das Spiel, das zur Entadelung führte, ließ diese Dauer nicht zu, war aber ansonsten einwandfrei, oder aber gravierende OOC-Gründe stehen dem im Weg, wobei besonders diese Spezialfälle ebenfalls mit der Spielleitung zu klären sind).
  • Eine Rückkehr in den aktiven Dienst ist im Normalfall problemlos möglich, die Spielleiter behalten sich jedoch vor, dies bei Charakteren, bei denen es aus RP-logischen oder anderen Gründen problematisch wäre, abzulehnen. In jedem Fall hat vor der Wiedereinsetzung eine gewisse Zeit auf den Status "hingespielt" zu werden und man sollte sich, ehe man damit beginnt, unbedingt an die Spielleitung wenden um die Bedingungen abzuklären.
  • Eine eventuelle Rückkehr liegt in der Hand der Spieler, wobei sich sowohl Ablehnung wie Zustimmung durchaus problematisch erweisen können. Ein ehemaliger, jedoch immer noch verschworener Adeliger wäre zB wegen seines Schwurs ein guter Geheimnisträger, wenn er nicht gleichzeitig auch aus dem Dienst geschieden wäre...
    Diese Entscheidungsfreiheit der anderen Spieler bezieht sich auch auf Teilnahme in Versammlungen, Räten, und dergleichen. Ein Anrecht darauf seitens des ehemaligen Adeligen besteht allerdings nicht mehr.

Verhältnis zum Klerus und zur Magierschaft

Magie

Grundsätzlich ist das Konzil in jeder Art magietechnischer Fragen die oberste Instanz, der Niederadel hingegen für jegliche magierechlichen Belange. Betrifft es Fragen bezgl. des Erhalts der Astralsphäre ist auf jeden Fall der Anweisung des Konzils Folge zu leisten.

Hingegen sind bei der Verfolgung schwarzmagischer aktiver Charaktere bzw. bei generellen Problemen bzgl. der "Rechtmäßigkeit" eines Spruches innerhalb des Herzogtums, allgemein magischen Wissens u.ä. die in den arkanen Künsten ausgebildeten Niederadligen die erste Anlaufstelle. In Zweifelsfällen oder schwerwiegenderen Angelegenheiten ist mit dem politischen Adel Rücksprache zu nehmen.

Das Konzil stellt allerdings nur im magischen Bereich überhaupt eine konkrete Autorität dar. Weitere explizite Ansprüche an die Bevölkerung entstehen dadurch nicht. Allerdings wird ein rollengerecht gespielter Charakter in den meisten Fällen genügend Respekt, zumindest vor den Erzmagiern, besitzen, um diese nicht über Gebühr zu reizen, bzw. sich auch entsprechend beeindruckt zeigen.

Klerus und Götter

Bezüglich der Geistlichkeit der verschiedenen Götter ist zwischen lichten, neutralen und dunklen Göttern zu unterscheiden.

Dem Klerus der lichten Gottheiten Ayanyeh, Caihume und Agharam sollte der Niederadel der Herzogtums in besonderer Weise verbunden sein; gehört es doch zu ihren eigenen Pflichten, den lichten Göttern zu dienen. Dies bedeutet nicht, daß dem Wort eines solchen Geistlichen unbedingt Folge zu leisten ist, jedoch wird ihm ein jeder Niederadlige offen Gehör schenken und ihm erhebliches Gewicht zumessen.

Anhängern dunkler Gottheiten wird ein Angehöriger des Niederadels in aller Regel feindlich gegenübertreten.

Bezüglich der eher neutralen Gottheiten ist zu differenzieren: Einerseits sollte es keine derart enge Verbindung wie zu den Klerikern der lichten Gottheiten geben, andererseits dürfte aber auch Feindschaft in aller Regel nicht angebracht sein. Vielmehr sollte das Verhalten eines Adligen ihnen gegenüber von vorsichtiger Höflichkeit geprägt sein, was allerdings keinen Niederadligen von der Verhängung entsprechender Maßnahmen bei Fehlverhalten der jeweiligen Kleriker abhalten wird.

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