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<title>The Oldworld Community - Rollenspielforum - allgemein</title>
<description>In diesem Forum werden Geschichten erzählt, die das Spiel betreffen. Hier werden Söldner angeheuert, und Kontakte geknüpft. In dieses Forum werden nur Sachen die direkt das Spiel betreffen, geschrieben.</description><link>https://www.theow.de/boards/list.php?3</link><lastBuildDate>Wed, 12 Aug 2026 04:52:44 +0200</lastBuildDate>
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<title>Eine unerwartete Reise - Sumiel</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82321,82321#msg-82321</link><description><![CDATA[Es war alles so mühsam. Egal was sie tat, sie konnte es ihrem fordernden Vater nie Recht machen. Immer passte etwas nicht. Ihre Haltung war zu locker, dann wieder zu steif, dann war sie nicht gerade...<br />Eine Adelstochter zu sein war wirklich herausfordernd. Die einzige Freude, die ihr blieb, war der Kontakt zu einem Freund. Dieser verbrachte mit ihr viele Stunden, wenn sie einmal Zeit frei hatte. Sie rannten, spielten, lachten.... Nur da konnte sie frei sein.<br />Bis ihr Vater davon Wind bekam und den Jungen aus seinen Diensten entließ, und seine Eltern gleich mit. Damit war nicht nur ihr bester Freund, sondern auch noch ihre Amme verschwunden und sie fühlte sich völlig allein.<br />Als sie etwa fünfzehn Jahre alt war, wurde sie in die &quot;Residenzstadt&quot; geschickt um am Hofe eines Herzogs zu studieren. Dies war zwar im ersten Moment ein Lichtblick, aber sie musste feststellen, dass der Hauslehrer dort noch strenger war als alle zu Hause.<br />So verging über ein Jahr mit Lernen, Etikette, Tanzen, Höflichkeit...<br />Mehr und mehr verblasste das eigentliche Ich der kleinen Sumi durch den erdrückenden Unterricht.<br /><br />Etwas nach ihrem siebzehnten Geburtstag aber traf ein Magus auf dem Hof des Herzogs ein. Sumi war an ihm sehr interessiert und suchte die Nähe und das Gespräch mit ihm. Anfangs verlief alles tadellos und sie lernte viel über ihre Welt. Etwas, wie sie feststellen sollte, was völlig vergebens war.<br />Leider hatte sie keine Begabung zur Magie. Aber ihr Interesse war echt.<br />Die langen Gespräche über die Reiche, Astrologie und Welttheorie waren für sie überaus faszinierend und so studierte sie diese Themen brav und eifrig, zur Zufriedenheit des Herzogs, dem sie damit nicht mehr auf den Geist mit ihren Beschwerden über den Unterricht ging.<br />Einige Monate später gab es einen gewaltigen Streit im Reich. der Herzog und der König gerieten aneinander, Gerede von Krieg entbrannte. Truppen wurden entsandt, Kämpfe gefochten.<br />Der Magus nahm die kleine Sumi mit sich und floh.<br /><br />Monate später entdeckten die Häscher des Königs die beiden in einem verfallenen Turm am Rande von Nirgendwo. Viel beibringen konnte er der kleinen nicht, aber er wollte sie beschützen. Der Kampf war aussichtslos, egal wie mächtig der alte war, er konnte nichts gegen die fast hundert Mannen ausrichten.<br />Daher beschloss er etwas verrücktes.<br />Er webte einen unbekannten Zauber und wollte Sumiel in Sicherheit senden, was ihm gelang aber anders als er es erwartet hatte.<br /><br />Sumi trieb lange durch einen blauen Dunst voller Sterne, bis eine Stimme sie erreichte.<br /><span style="color:#aaaaaa">&quot;Was macht denn so ein fragiles Wesen hier?&quot;</span> wollte die Stimme wissen. Sumi stellte sich schüchtern vor und blickte sich um, doch niemand war zu sehen. <span style="color:#aaaaaa">&quot;Ich werde dich wieder auf eine Welt schicken. Hier im Reich der Götter bist du nicht gut aufgehoben. Merke dir meinen Namen, ich bin Ayanyeh. Göttin der Wahrheit und Gerechtigkeit. Deine Herkunft spielt wo du hingehst keine Rolle. Daher nenne dich dort nur Sumiel. Ein Zeichen, dass ich dich erwählt habe. Nimm mein Geschenk, meine Gabe mit dir, diene mir klug, werde weise und nutze meine Gabe mit Bedacht.&quot;</span><br />Dann hüllte sie ein warmer silbrig-weißer Nebel ein und als dieser sich aufgelöst hatte, befand sie sich auf festen Untergrund. Auf einer Insel. In einer völlig neuen, fremden Welt. Der Himmel war blau! Nicht grünlich wie in ihrer Heimat, ebenso das Wasser, das Meer. Die Pflanzen waren grün anstelle von Gelb, naja manchmal gelb, aber dennoch anders. Faszinierend.<br /><br />Sumi, die nun Sumiel hieß, machte ihre ersten Schritte in eine ihr völlig neue, fremde Welt. Allein, aber mit einem brennenden Eifer für die Göttin, die sie erwählt und gerettet hatte in ihrem Herzen. Sie übte ihre Gebete und Gaben still und leise, verborgen vor den Blicken der neugierigen Inselbewohner. Ihre Amethystfarbenen Augen waren ohnehin auffällig genug und ihr natürlich rosafarbenes Haar färbte sie in ein Goldblond um, um wenigstens ein wenig unauffälliger zu sein.<br /><br />Tage später traf sie auf den Kämpfer Duriel und sie freundeten sich schließlich miteinander an. Gemeinsam wollten sie diese Welt erforschen, auch wenn niemand etwas von ihrer Herkunft je erfahren sollte. Oder?<br />Sie war dieser Göttin überaus dankbar, sie nicht vernichtet zu haben.]]></description>
<dc:creator>Sumiel</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Fri, 10 Jul 2026 12:13:58 +0200</pubDate></item>
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<title>Der Weg der Rotfuchsfarbenen Steppenwölfin</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82320,82320#msg-82320</link><description><![CDATA[Die Sonne war gerade hinter den fernen Bergen versunken, und ein tiefes, dämmriges Blau legte sich über das weite, felsige Grasland. In diesem Zwielicht, auf einer kleinen, kargen Anhöhe, stand sie. Sie war eine Gestalt von schlanker, bemerkenswerter Anmut. Ihr Fell, ein warmes, sattes Rotbraun, war an Hals und Brust von einem helleren, cremigen Ton durchsetzt. Ihre Statur war sportlich, sehnig, von einer beeindruckenden Länge. Sie war kein wuchtiges Tier, sondern von einer eleganten Schmalheit. Ihr Kopf war schmal, mit spitz zulaufenden, großen Ohren, die sie aufmerksam in verschiedene Richtungen drehte. Die schwarzen Ränder um ihre Augen verliehen ihrem Blick eine tiefe, fast durchdringende Intensität, als sie die weite, graugrüne Steppe vor sich musterte.<br /><br />Sie bewegte sich lautlos, ihre Pfoten kaum hörbar auf dem trockenen Erdreich. Ihr Weg führte sie hinunter von der Anhöhe, hinein in ein Dickicht aus niedrigen, grauen Büschen und verstreuten Felsen. Sie war nicht auf der Jagd, sondern auf Entdeckung. Jeder Stein, jeder Grashalm schien ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Sie schnupperte an der kühlen Abendluft, jede Faser ihres Seins auf die subtilen Gerüche der Nacht eingestellt.<br /><br />Plötzlich blieb sie stehen. Ein leises Rascheln im trockenen Gras – vielleicht eine Maus oder ein Käfer? Ihre Ohren richteten sich darauf aus. Einen Moment lang verharrte sie wie eine Statue, den Kopf leicht gesenkt, den Blick auf die Stelle gerichtet. Dann, mit einem eleganten, federnden Schritt, setzte sie sich wieder in Bewegung, tiefer in die Schatten der nahenden Nacht. Sie war die Herrin dieses Landes, eine einsame Reisende, die jeden Winkel ihrer Welt mit wachen Sinnen erkundete. Ihr Leben war ein ständiges Wandeln, ein harmonisches Einssein mit der unberührten Natur, die sie umgab.<br /><br />Hin und wieder trafen Jäger auf sie welche sie ziehen ließen und von ihr berichteten...<br /><br /><center class="bbcode"><img src="https://i.ibb.co/jZrQsKP1/df0d040d-6718-42c9-bef8-24f1c85e9f7b.jpg" class="bbcode" border="0" /></center>]]></description>
<dc:creator>Rotfuchsfarbene Steppenwölfin</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Thu, 09 Jul 2026 12:04:46 +0200</pubDate></item>
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<guid>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82113,82315#msg-82315</guid>
<title>Surië an Fear-Muinthil – Suche nach den Elementarschwestern [IX] - [Erhebung]</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82113,82315#msg-82315</link><description><![CDATA[Surië an Fear-Muinthil – Suche nach den Elementarschwestern [IX]<br /><br />Die Golodh ließ sich von den Flüstern der Elemente leiten. Naur erhellte ihren Pfad durch die Dunkelheit, Nen erneuerte ihre Kräfte, Gwilith trug sie auf den rechten Wegen, und Cae umfing sie mit stiller Ruhe. Jeder Laut, jedes leise Beben der Welt schien sie zu führen, allerdings nicht fort, sondern zurück. Als sie den letzten Schleier aus Nebel durchschritt, erkannte sie ihr Ziel – Der Galadh-Cuil, auch Baum des Lebens genannt. Dort, wo ihr Pfad vor langer Zeit begonnen hatte, wo sie zum ersten Mal das Aerlinn vernahm und den Atem der Welt gespürt hatte. Ein Gefühl von Staunen und Ehrfurcht durchströmte die Golodh. Der Baum erhob sich in uralter Pracht, seine Wurzeln leuchteten wie Flüsse aus Licht und in ihrer Tiefe pulsierte etwas, das älter war als Erinnerung.<br /><br />Sie gemessenen Schrittes näher an den Galadh Cuil heran und nahm dann eine Hocke ein. Noch kurz verharrte die Golodh, ehe sie ihre Opfergabe zwischen den Wurzeln des mächtigen Baumes bettete – Das Zwielichtsjuwel, jenes Relikt, dass die Faer-Muinthil in ihre Obhut übergaben.<br /><br />Das Licht des mystischen Edelsteins drang in das Holz, breitete sich aus wie ein lebendiger Strom. Ein tiefes Grollen ging durch die Erde, und der Galadh-Cuil antwortete. Rinde und Wurzeln wichen zurück, und in der Tiefe öffnete sich ein geheimer Pfad, hinab zu einem Ort, der nicht von dieser Welt war. Die Golodh spürte, dass dies keine gewöhnliche Prüfung war.<br />Etwas wartete unter dem Baum, etwas, das selbst die Faer-Muinthil mit Schweigen bedeckt hielten. Nur sie wussten, was die Idhren dort wirklich erwartete, denn tief unter diesem Ort, jenseits der bekannten Ströme, ruhte ein Geheimnis, dass seit Äonen verborgen war.<br />Die Golodh fühlte sich zu diesem gerufen – Nicht von Angst, sondern von einer Sehnsucht, die sie nicht benennen konnte. Schließlich begann ihr letzter Weg ins Ungewisse hinab.<br /><br />Der Pfad unter dem Baum war kein Tunnel aus Erde. Er war wie ein gewundener Traum aus Wurzel- und Lichtadern, pulsierend wie die eines lebendigen Wesens. Schimmernde Tropfen hingen in der Luft. Sie waren kein Wasser, sondern reine Essenz, Erinnerungen der Welt in flüssiger Form. In jeder Spiegelung erkannte die Golodh Fragmente vergangener Zeitalter – Die Geburt der Flammen, das Singen der ersten Winde, den Aufstieg der Ströme, die Schöpfung der Elemente.<br /><br />Mit jedem Schritt wurde es stiller. Nicht leer, sondern erfüllt von einer Gegenwart, so tief, dass sie das Atmen vergaß. Der Boden war warm wie Herzschlag, die Luft schmeckte nach Regen und Asche zugleich. Plötzlich begriff sie, dass ihr Pfad nicht nicht unter dem Baum verlief, sondern durch ihn hindurchführte.<br /><br />Die Wände um sie herum begannen zu glimmen – Runen, älter als Sprache, leuchteten auf.<br />Ein Flüstern hallte darin, zart wie das Rauschen eines Flusses, und sie erkannte vernahm ein ätherisches Wispern<br /><br />“Ethuil linna, gaer aníron. Cuil ar Meth, gwend nín an ngurth.”<br />(„Im Frühling singe ich, im Meer verlange ich. Leben und Tod – mein Bund zum Herzen.“)<br /><br />Ein Riss aus silbernen Licht tat sich vor ihr auf. Es handelte sich nicht um ein Portal, sondern einen Übergang, als würde die Welt selbst kurz den Atem anhalten, um sie hindurchzulassen – Die Golodh trat mit schicksalsergebener Haltung ein.<br /><br />Sie drang vor in eine Weite aus glimmendem Nebel. Der Boden bestand aus durchscheinendem Phantomkristall, durchzogen von flüssigem Licht. Über ihr schwebten Sphären – Ströme aus Naur, Nen, Gwilith und Cae, die sich in ewiger Bewegung umeinander woben. Zwischen ihnen pulsierte ein fünfter Strom, kaum sichtbar aber dennoch fühlbar - Warm, still sowie ungreifbar. Es war Lûth. Es war das, was alles verband.<br /><br />Im Zentrum dieser Weite, halb von den Wurzeln des Galadh-Cuil umwunden, halb aus ihnen geboren, lag der Schrein der Quelle – Kein Bauwerk, sondern ein lebendiges Geflecht aus Stein, Moos und Wurzeln. Die Idhren blieb stehen. Die Stille war nicht leer, sondern gespannt, geladen. Ein Schauer lief über ihren Rücken – Das Gleichgewicht der Welt war gebrochen. Feuer glomm zu hell, Wasser verdampfte zu schnell, der Boden riss leicht auf, und der Wind flackerte unruhig. Es war, als würde die Quelle selbst nach ihrer Führung rufen.<br /><br />Sie spürte den Blick der vier Faer-Muinthil auf sich, obwohl sie sie noch nicht sah.<br />Ihre Anwesenheit war wie ein unsichtbares Netz, das über allem lag. Die Golodh atmete tief ein.<br />Sie wusste, jeder Schritt, den sie nun machte, würde sie näher zu dem Geheimnis führen, das die Faer-Muinthil seit Äonen bewachten. Mit dem Mut der ganzen Welt in ihren Adern trat sie schließlich in den Schrein ein, bereit, das Gleichgewicht zu erkennen und die Prüfung zu beginnen.<br /><br />In diesem Schrein atmeten die Elemente. Naur glomm in stillen Schalen, Nen floss in kristallenen Rillen, Gwilith tanzte zwischen den Wurzeln des Baumes und Cae vibrierte leise unter ihren Füßen – Es herrschte jedoch keine Harmonie. Naur brannte zu hell, Nen verdampfte, Cae riss auf und Gwillith flackerte unruhig.<br /><br />Schließlich erschienen die vier Elementarschwestern in ihren wahren, reinen Formen.<br /><br />Nydaeweth, die Flammenführerin, deren Haar wie Asche und Gold glühte.<br />Caderieveth, die Wellenruferin, von silbernen Tropfen umhüllt.<br />Sevalidith, die Windgeborene, kaum sichtbar, schimmernd wie Morgendunst.<br />Galealith, die Erdträgerin, schwer, uralt, fest wie der Herzstein der Welt.<br /><br />Mit einem Mal erhoben alle gleichzeitig ihre Stimme. Sie vereinten sich – vier Harmonien, die wie eine Sprache klangen, älter als jedes Wort.<br /><br />„Du hast uns verstanden, Silithil Nauralass. Doch erst, wenn du weißt, wem wir alle dienen, wirst du erkennen, was du bist. Leben und Vergehen – Cuil und Meth. Das Eine nährt das Andere. Du musst den Fluss selbst finden.“<br /><br />Die Augen der Faer-Muinthil ruhten warm und doch prüfend auf der Golodh. Nur in Galealiths Blick lag ein Hauch von Traurigkeit, als wüsste sie, dass der Weg, den die Golodh nun gehen würde, nicht ohne Preis sein konnte.<br /><br />Der erste glomm weiß-silbern, hell und klar wie Morgenlicht auf jungem Tau. Die Luft um ihn war warm, lebendig, erfüllt vom Duft nasser Erde und neuer Blätter. Das war Cuil, der Strom des Lebens, des Atems, der Schöpfung. Sein Licht war so rein, dass es kaum zu fassen war, wie der erste Gedanke einer Welt, die gerade beginnt zu träumen.<br /><br />Der zweite Kreis war silber-schwarz, still, tief und kühl. Er schimmerte, als läge über ihm ein Schleier aus Sternenstaub. Das war Meth, der Strom des Endes, des Wandels, der Ruhe. Sein Glanz war kein Tod, sondern Schlaf, ein Versprechen auf Rückkehr.<br /><br />Zwischen ihnen blieb der Raum leer – Ein stilles Nichts, das beide trennte. „Manche Antworten kann nur der Atem selbst finden.“ Aus der Stille heraus sprach Sevalidiths Windstimme, kaum mehr als ein Hauch, ehe sie sich wieder in Schweigen hüllte. Die vier Faer-Muinthil traten daraufhin zurück. Die Golodh stand allein zwischen Licht und Schatten, Leben und Vergehen.<br />Sie atmete tief, hob die Hände und begann damit Lûth zu weben. Die Elemente um sie erwachten daraufhin, als hätten sie nur auf ihren Ruf gewartet.<br /><br />Die Idhren lenkte zunächst Naur in Cuil und sofort begann der Boden zu erblühen. Gräser sprossen, Blüten öffneten sich in einem Feuerregen aus Farbe. Ein goldener Schein erfüllte die Halle, und Wärme umschloss sie. Als die Idhren dieselbe Flamme in Meth lenkte, änderte sich das Bild gravierend. Die Blumen verbrannten zu Asche, aber aus dieser Asche formten sich neue Runen, sowohl glühend als auch rein. Naur verzehrte und reinigte zugleich.<br /><br />Die Idhren sah zu, als die Asche nicht zu Tod wurde, sondern zu Anfang. Etwas in ihr begann zu begreifen.<br /><br />Sie führte ihr Wirken mit Nen in Cuil fort. Das Moos an den Wänden begann zu sprießen,<br />die Rillen füllten sich mit kristallklarem Strom, die Luft duftete nach Frühling. In Meth verwandelte sich allerdings das Nen in Nebel. Es löschte die Flammen, trug die Asche davon und was zurückblieb, war Stille. Rein, unberührt, wie eine Seite vor dem ersten Wort.<br /><br />Dann hob sie ihre Hand und Gwilith erhob sich. In Cuil war sie der Atem, der Leben schenkte –<br />die Blätter tanzten, das Licht sang. In Meth aber war es der letzte Hauch. Er nahm, was vergeht, und trug es fort, doch in seiner Spur lag kein Verlust, sondern Ruhe.<br /><br />Die Idhren spührte – Jedes Ende war nur ein leiser Anfang.<br /><br />Schließlich lenkte sie Cae selbst. In Cuil wuchs sie, gebar, trug Früchte, formte Körper.<br />In Meth nahm sie zurück, schloss, barg. Das, was sie jedoch barg, pulsierte weiter, wie etwas, das im Dunkel auf den Frühling wartet.<br /><br />Das Gleichgewicht jedoch, wich von ihr. Immer wenn sie Cuil stärkte, erstarb Meth.<br />Wenn sie Meth ehrte, verdorrte Cuil. Als sie versuchte, beides gleich zu geben, verfingen sich die Kräfte ineinander – Ein Sturm aus widersprüchlicher Schöpfung brach los. Flammen wurden zu Eis, Wasser zu Rauch, Erde zu Staub.<br /><br />Die Halle erbebte. Runen zersplitterten, Licht schwankte und der Schrein selbst begann zu stöhnen wie eine lebendige Wunde. Verzweiflung drohte die Ishren zu übermannen bis sie sich erinnerte.<br /><br />„Nichts wächst, was nicht zuerst ruht. Kein Leben lebt, das nicht zuerst stirbt.“<br /><br />Galealiths Worte hallten in der Idhren nach und in diesem Moment begriff sie es. Leben und Tod waren keine Gegensätze. Sie waren ein Fluss. Nicht zwei Ströme, sondern zwei Ufer desselben Stroms. Cuil gab, Meth nahm, doch beide nährten sich gegenseitig, wie Atem und Herzschlag.<br /><br />Etwas begann, was keine der Schwestern je offenbart hatte – Die Erweckung des Verborgenen.<br /><br />Die Kreise pulsierten gemeinsam weiß-silbern und silber-schwarz, wie Atem und Schlaf, Leben und Wandel. Zwischen ihnen flackerte der neue, dritte Schein, noch formlos, doch atmend, als würde die Welt selbst zögern, bevor sie einen neuen Pfad gebiert. Die Idhren stand im Mittelpunkt dieses Schweigens. Ihre Hände ruhten auf den vibrierenden Linien und sie fühlte, wie die Kräfte durch sie hindurchströmten. Cuil brannte wie Sonnenlicht in ihren Adern, Meth flüsterte wie Nachtwind in ihrem Herzen. Keines dieser Lichter konnte bestehen, wenn sie es nicht in sich vereinte. „Ich bin nicht Schöpfung. Ich bin nicht Ende. Ich bin das, was euch verbindet.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch, doch sie hallte in der Tiefe wie Gesang, als sie erneut ihre Kräfte fokussierte.<br /><br />In diesem Augenblick verebbte das Toben der Elemente. Naur senkten sich zu ruhiger Glut, Nen floss in leisen Bögen, Gwilith und Cae atmeten im gleichen Takt. Von der Decke der Kammer schwebte langsam das zuvor dargebotene Zwielichtsjuwel langsam in Richtung der beiden Kreise herab, bis es schließlich vor den Füßen der Golodh samft auf dem Erdboden gebettet wurde. Die Faer-Muinthil beobachteten die Szenerie in ehrfürchtigem Schweigen. Zwischen den Runenkreisen lag nun ein Raum, leuchtend wie der erste Morgen, doch still wie das Ende eines Liedes. Vor ihm war das Relikt gebettet – Die Idhren wusste, was sie zutun hatte.<br /><br />Sie nahm nun das Zwielichtsjuwel behutsam an sich an sich, um ihn noch einmal zu betrachten. Das Licht darin, flackerte matt, als wüsste es, dass sein letzter Dienst gekommen war. Schließlich legte die Idhren den Kristall in die Mitte zwischen Cuil und Meth, woraufhin aus dem Stein ein leiser Atem entwich, wie der Seufzer einer Seele, die heimkehrt. Als sie sich wieder aufrichtete zog sie ihr Lûth-hathol aus Sternenmetall – Ein elegantes Schwert, dass sowohl unter den Ithryn sowie den Idhrin genutzt wurde. Sie umfasste behutsam die scharfe Schneide der Klinge und schnitt sich in die Handfläche ohne weiter zögern. Ihr Blut tropfte auf den Boden, rot und warm auf dem kalten Stein. Sie lenkte einen der Tropfen in den weiß-silbernen sowie einen zweiten in den silber-schwarzen Kreis vor sich. Cuil begann zu leuchten, hell, rein, wie der Herzschlag einer Sonne. Meth antwortete mit einem tiefen, stillen Glanz, wie Mondlicht auf ruhigem Wasser.<br /><br />Sie blieben trotzdem getrennt. Zwei Pulsschläge, nie synchron.<br /><br />Die Golodh atmete schwer, verwahrte das Lûth-hathol wieder in seiner Scheide bevor sie sich vor dem dritten Kreis niederkniete. Nun legte sie ihre blutende Hand in die Mitte dieses leuchtenden Zwischenraum und flüsterte schließlich mit bebender Stimme<br /><br />“O aer be adlant, o adlant be thaun. O galad – garth. O nedh – eneth. Gwalad – na.”<br />(„Aus Atem wird Strom, aus Strom wird Stille. Aus Werden – Vergehen. Aus Ende – Beginn.<br />Gleichgewicht – sei.“)<br /><br />Da geschah es – Ein Rauschen ging durch die Tiefe, so alt, dass selbst die Steine bebten.<br />Die Kreise verschmolzen, nicht zu einem, sondern zu einem Gewebe aus Licht. Fäden aus Silber und Schatten webten sich ineinander, zogen sich durch Gwilith und Cae, durch Naur und Nen. Als das Licht den Schrein durchflutete, stieg plötzlich etwas empor – Nicht aus den Elementen, sondern aus dem Raum zwischen ihnen. Ein Laut, kaum hörbar, wie der erste Atemzug eines neugeborenen Sterns. Die Golodh richtete sich auf und wich zurück, doch ihr Blick blieb fest. Sie wusste, dies war keine Zerstörung – Dies war ein Erwachen.<br /><br />Ein Laut – kaum hörbar, wie der erste Atemzug eines Neugeborenen – durchzuckte die Kammer.<br />Dann stieg Licht empor. Es floss nicht mehr, es atmete. Das Licht pulsierte - Hob und senkte sich, als wäre die Welt selbst lebendig geworden. Die Linien der Runen verschwammen, zogen sich zu einem Muster zusammen, das weder Kreis noch Form war, sondern ein Puls, ein Herzschlag, ein Lied ohne Klang. Nun löste sich aus der Mitte dieses Gewebes eine Gestalt.<br />Zuerst nur Schimmer, dann Silhouette, dann Sein.<br /><br />Eine Frau aus Glanz und Schatten, durchzogen von silbernen Linien, die sich wie Fäden durch ihren Leib zogen – Sie wirkten fließend, atmend, unbegreiflich. Ihr Haar war aus Licht gesponnen, das sich in Dunkel verlor. Ihre Augen glichen einem Spiegel aus allen vier Elementen - Naur glühte darin, Nen plätscherte, Gwilith tanzte, Cae ruhte. In ihrem Blick lag etwas, das all dies überstieg – Verstehen.<br /><br />Die Golodh wagte kaum zu atmen, wohingegen die vier Faer-Muinthil unbewegt dastanden,<br />ihre Gesichter still, nicht von Furcht, sondern von Ehrfurcht erfüllt.<br /><br />Die Gestalt sprach und ihre Stimme klang, als würde man das erste Lied hören, das je von der Welt gesungen wurde:<br /><br />„Ich bin Lysindra Ethael, die Unbenannte. Ich bin Symbol des Bandes, das Leben und Tod verbindet. Ich bin das Abbild dessen, was ihr Lûth nennt – Der fünfte Strom.“<br /><br />Mit jedem Wort bebte der Schrein. Naur flackerte sanft, Nen kräuselte sich, Gwilith kreiste leise, Cae vibrierte im Gleichklang und alle vier antworteten auf ihre Stimme wie Kinder, die ihre Mutter wiedererkennen. Die Golodh blickte hinauf „Ich habe Dich nicht gerufen“, flüsterte sie etwas verzagt, doch Lysindra lächelte, mild und wissend. „Und dennoch bin ich hier, denn wer das Gleichgewicht sucht, ruft mich, ohne es zu wissen.“ Sie trat näher, ihre Schritte hinterließen keine Spuren, nur ein Flirren in der Luft.<br /><br />„Cuil erschafft, Meth nimmt, doch ohne das Gewebe zwischen ihnen wäre beides bedeutungslos. Du hast mich gerufen, ohne zu wissen, dass ich bin – Nun erkenne, Du bist das Band, das verbindet.“<br /><br />Die Idhren fiel auf die Knie, ihre Hand noch vom Blut des Rituals gerötet und Tränen glitzerten auf ihren Wangen – Nicht aus Schmerz, sondern aus der Erkenntnis, dass sie nicht länger Teil des Flusses war – Sie war der Fluss selbst.<br /><br />Hinter ihr neigten die vier Schwestern die Häupter.<br />Nydaeweths Flammen glühten still, Caderieveths Tropfen erstarrten wie Glas, Sevalidiths Wind legte sich, Galealiths Erde schwieg. Kein Wort fiel. Sie alle kannten dieses Licht. Sie alle hatten einst ihren Schwur in seinem Schatten gegeben.<br /><br />Lysindra hob ihre Hand. Ein sanfter, leuchtender Faden löste sich aus der Luft,<br />spannte sich über die vereinten Runen, und verwob Cuil und Meth zu einem dritten Symbol:<br />einem Kreis aus Licht und Dunkel, dessen Mitte atmete wie eine Seele.<br /><br />„Schließe den Kreis, Weberin – Lass Seele zu Faden werden.“<br /><br />Schließlich schloss die Idhren die Augen. Ein Licht stieg aus ihrem Innern, sanft, fließend,<br />nicht golden oder silbern, sondern klar wie ihr Atem. Sie führte es mit ihrem Willen und zog einen letzten, stillen Faden über das Gewebe.<br /><br />Als der Kreis sich schloss, durchzuckte eine Welle der Harmonie den Schrein.<br />Naur tanzte, ohne zu verbrennen. Nen glänzte, ohne zu löschen. Gwilith sang, Cae grollte sanft. Alles war eins für diesen einen Moment.<br /><br />„Du hast das Gewebe erkannt, Silithil Nauralass. Du solltest Dich fortan Nauril’aneth nennen – Weberin der Ströme, Hüterin des Gleichgewichts – Nicht einfach nur Idhren, dies wäre zu simpel. Sei die Harmonie die zwischen Cuil und Meth atmet. Wahre deren Gleichgewicht“<br /><br />Ein Kristallfragment erschien in ihrer Hand, halb weiß-silbern, halb silber-schwarz, pulsierend im Rhythmus der Welt. Die Golodh nahm es und die Ströme von Cuil und Meth flossen durch sie hindurch – verbunden durch den Faden der Magie.<br /><br />„Ihr habt gut gewacht. Euer Schweigen hat den Weg bereitet.“<br />Lysindra blickte schließlich bei diesen Worten zu den vier Faer-Muinthil.<br /><br />„Nicht jede Flamme ist zum Brennen geboren.“<br />Nydaeweth nickte daraufhin, wobei in ihrer Glut Wehmut lag.<br /><br />„Doch jede findet irgendwann ihr Spiegelbild im Wasser.“<br />Flüsterte Caderieveth daraufhin im wohl bedachten Abstand.<br /><br />„Und trägt es davon, damit es sich erinnern möge.“<br />Ergänzte Sevalidith mit einem verspielten Lächeln.<br /><br />„So schließt sich der Kreis. Die Fünfte ist wieder erwacht.“<br />Galealith sprach schließlich in einem wohligen Grollen.<br /><br />Lange herrschte Stille. Die nun fünf Faer-Muinthil zogen sich zurück und ließen die Golodh in der Kammer zurück. Die Luft vibrierte noch von dem, was geschehen war. Das gold-silberne Leuchten der Runen verklang langsam, wie das letzte Herzklopfen eines sterbenden Sterns. Nur der Atem des Baumes des Lebens war zu hören – ruhig, tief und von unermesslichen Alter. Naur, Nen, Gwilith und Cae atmeten im Einklang. Die Golodh stand in der Mitte der vereinten Runen, die Hand auf ihrem Herzen, leicht zitternd, als sie das Erlebte weiterverarbeitete. Über dem Galadh-Cuil flackerten für einen Herzschlag lang, neben einem roten, blauen, weißen und goldenem ein fünftes Licht – Weiß, silbern aber zugleich auch schwarz violett. Dann erlosch es sodass nur noch Stille zurückblieb. Von diesem Tag an sollte sich die Golodh Nauril’aneth nennen und wo sie wandelte, sollten sich Funken auf Wasser niederlassen und aus Asche wuchsen Blumen erwachsen.<br /><br />Epiloge:<br /><br />„Von Lysindra Ethael, der fünften Schwester, sprechen nur jene, die das Schweigen der Elemente verstehen. Denn die Schwestern selbst wahren Stille über sie, nicht aus Furcht, sondern aus Achtung vor dem, was Worte nicht fassen können.“<br /><br />Elementarschwestern:<br /><br />Nydaeweth – Eigenname der Schwester des Feuers<br />Caderieveth – Eigenname der Schwester des Wassers<br />Sevalidith – Eigenname der Schwester der Luft<br />Galealith – Eigenname der Schwester der Erde<br /><br />Sindarin – Deutsch<br /><br />Eldalië – „Das Volk der Elben (allg.)“<br />Golodh/Gelydh – Hochelb(e)/Hochelben<br />Idhren/Idhrin – Weise (allg.) [Bezogen auf eine Person bezeichnet dies einen Weisen niederen Ranges]<br />Feanturi – Elementarherren (Herren der Geister)<br />Nuro i Feanturi – Diener der Elementarherren (Herren der Geister)<br />Faer-Muinthel/Faer-Muinthil – Elementarschwester<br />Amar-faer – Elementargeist/Elementargeister<br />Aerlinn – „Das heilige Lied“ / „Herzschlag der Welt“<br />Naur – Geuer<br />Nen – Wasser<br />Gwilith – Luft<br />Cae – Erde<br />Lûth – Magie]]></description>
<dc:creator>Silithil Nauralass [Erhebung]</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Sat, 16 May 2026 22:01:39 +0200</pubDate></item>
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<guid>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82113,82309#msg-82309</guid>
<title>Surië an Fear-Muinthil – Suche nach den Elementarschwestern [VIII]</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82113,82309#msg-82309</link><description><![CDATA[Der See lag still zwischen den alten Stämmen des Taur-Elin, als hätte die Welt den Atem angehalten. Sein Wasser war klar wie Glas und doch so tief, dass es vom Himmel verschluckt wurde. Moosbewachsene Steine säumten das Ufer und silberne Farne beugten sich darüber, als lauschten sie einem Geheimnis, das nur jener Ort kannte.<br /><br />Die Idhren kniete am Rand und hatte ihre Fingerspitzen leicht ins kühle Nass getaucht.<br />Kreise breiteten sich aus, verzerrten ihr Spiegelbild wodurch sie sich für einen Moment selbst kaum wiedererkannte – Dies war nicht die Prinzessin des Noss Nauralass, nicht die aufstrebende Ithron der Akademie von Tol-Elanor, sondern nur eine Wanderin zwischen Kräften, die größer waren als sie selbst.<br /><br />Um die Golodh herum regte sich inzwischen das Unsichtbare in Gestalt verschiedener Amar-faer. Ein kleiner Flammengeist tanzte über einem Ast, flackernd wie ein Atemzug, ebenso neugierig wie ungeduldig. Aus dem Wasser erhob sich eine schimmernde Nymphe aus Tropfen, die das Spiegelbild der Idhren sanft verzerrte, als wolle sie sie prüfen. Ein Luftling, kaum mehr als ein spielender Wirbel, strich währenddessen spielerisch durch das Haar der Idhren, als er an ihr vorbeizog. Zuletzt vibrierte etwas tief im Boden – Ein träger aber wachsamer Landvættir, der die Ruhe des Ortes bewahrte.<br /><br />Die Elemente waren bei ihr – Sie foderten nicht, sondern prüften und lauschten.<br /><br />Die Gedanken der Golodh wanderten schließlich weiter zurück, als sie es sich oft erlaubte.<br />Sie sah sich selbst als Kind, barfuß in den Gärten von Noss Nauralass laufen, wo das Licht durch kristallene Blätter fiel und Musik in der Luft lag. Sie war nicht die Erstgeborene des stolzen Noss gewesen – Nicht die Erbin die es letztlich führen sollte. Dies war ihre Schwester<br />Fuinsul Nauralass gewesen. Es war sie, die mit ihrem klaren Blick, ihrer ruhigen Stimme, ihrem sicheren Stand zwischen Pflicht sowie Mitgefühl eine Balance fand. Fuinsul, die wusste, wann man führen musste und wann man loslassen sollte.<br /><br />Die Golodh war hingegen anders gewesen. Neugieriger, deutlich unruhiger und vor Allem neugierig. Schon früh hatte sie die Ströme gespürt, lange bevor sie jene benennen konnte.<br />Lûth war für sie nie Werkzeug gewesen, sondern Gespräch oder in gewisser Weise ein Lied dem man lauschte. Immer an ihrer Seite war ein Grynx gewesen, den sie Elemmire rief.<br /><br />Diese Feenkatze hatte ein geschmeidiges Fell, dass wie Dämmerlicht wirkte, mit Augen, die mehr sahen, als sie je auszusprechen vermochte. Elemmire hatte sie begleitet, bewacht oder in schweren Zeiten Trost gespendet. Er war ein Gefährte, wie ihn nur wenige Edhil je fanden – verbunden nicht durch einen auferlegten Zauber, sondern durch seine eigene Wahl.<br /><br />Der Schmerz, den die Idhren nun fühlte, war alt und doch nie stumpf geworden.<br />Elemmire war während ihrer Abreise aus Tol-Elanor verschwunden. Nicht tot, allerdings verloren ohne jemals wieder in Erscheinung getreten zu sein. Es gab keinen Abschied oder Ruf, den sie hören konnte.<br /><br />Die Hand der Golodh ballte sich unbewusst im Wasser zu einer Faust. Sie atmete tief ein – so, wie Sevalidith es sie gelehrt hatte.<br /><br />Einatmen – Cuil.<br />Ausatmen – Meth.<br /><br />Gwillith war kein Zustand, sondern ein Weg.<br /><br />Sie erinnerte sich an Nydaeweths prüfenden Blick, an das Naur, das nicht zerstörte, sondern Wahrheit verlangte. „Was du nicht wagst zu verbrennen, wird dich binden.“<br /><br />An Caderieveth, deren Spiegel ihr mehr gezeigt hatten, als sie hatte sehen wollen.<br />An Tränen, die nicht Schwäche, sondern Erkenntnis gewesen waren.<br />„Was du verdrängst, folgt dir unter die Oberfläche.“<br /><br />Schließlich noch an Galealith, deren Geduld schwerer gewogen hatte als jede Last.<br />An Wurzeln, die sie hatte stärken müssen und andere, die sie sterben ließ.<br />„Alles, was bleibt, tut dies nur, weil anderes vergeht.“<br /><br />Es waren vier Wege, Wahrheiten, Ströme und dennoch spürte Silithil, dass etwas fehlte.<br /><br />Der See kräuselte sich leicht, als ein Windzug darüber strich.<br />Einer der Amar-faer lachte leise, während ein anderer zurück in die Tiefe des Sees sank.<br />Unter ihren Füßen spührte sie noch eine sanfte Vibration, währen ein Flammenfunke schließlich verlosch – Nicht aus Mangel, sondern wohl aus Zufriedenheit.<br /><br />Die Golodh richtete sich schließlich auf und strich ihr samtenes, weißes Kleid wieder glatt.<br />Sie war keine Prinzessin mehr, nicht im Sinne von Titeln oder im Namen eines Noss und dennoch fühlte sie sich keinesfalls verloren. Sie dachte an ihre Schwester Fuinsul, die geblieben war, um zu tragen, was die Idhren nicht hatte stemmen können und an Elemmire mit der Hoffnung das sich eines Tages ihre Pfade wieder kreuzen würden.<br /><br />„Wenn ich Dich finde, dann nicht als die, die ich war, sondern als die, die ich werde.“ Mit nachdenklich wirkender Melodie in ihrer Stimme flüsterte die Golodh noch jene Worte leise zu sich, ehe sie bedacht ihr Haupt anhob. Die Elemente antworteten nicht mit Worten, doch sie wichen auch nicht.<br /><br />Die Idhren schloss erneut die Augen, legte beide Hände über ihr Herz und spürte den Fluss.<br /><br />Cuil – Leben, Meth – Vergehen.<br />Atem, Wurzel, Flamme, Strömung und etwas dazwischen, das sie noch nicht benennen konnte aber bei dem sie das Gefühl hatte, dass es sie zu sich rief.<br /><br />Als sie die Augen wieder öffnete, war der See ruhig, klar und voller Schönheit.<br />Die Golodh erhob sich schließlich um jenen Ort hinter sich zu lassen. Sie würde weiter den Zeichen die sich ihr offenbarten folgen, nicht aus Pflicht oder Ehrgeiz, sondern, weil sie glaubte eines verstanden zu haben – Das Gleichgewicht verlangt nicht nach Gewissheit sondern Mut.<br />Wenige Herzschläge später war sie von der Lichtung, auf der sich der See befand verschwunden und kein Anzeichen ihrer Anwesenheit blieb zurück.<br /><br /><b>Elementarschwestern:</b><br /><br />Nydaeweth – Eigenname der Schwester des Feuers<br />Caderieveth – Eigenname der Schwester des Wassers<br />Sevalidith – Eigenname der Schwester der Luft<br />Galealith – Eigenname der Schwester der Erde<br /><br /><b>Sindarin – Deutsch</b><br /><br />Eldalië – „Das Volk der Elben (allg.)“<br />Golodh/Gelydh – Hochelb(e)/Hochelben<br />Idhren/Idhrin – Weise (allg.) [Bezogen auf eine Person bezeichnet dies einen Weisen niederen Ranges]<br />Feanturi – Elementarherren (Herren der Geister)<br />Nuro i Feanturi – Diener der Elementarherren (Herren der Geister)<br />Faer-Muinthel/Faer-Muinthil – Elementarschwester<br />Amar-faer – Elementargeist/Elementargeister<br />Aerlinn – „Das heilige Lied“ / „Herzschlag der Welt“<br />Lûth – Magie<br />Naur – Feuer<br />Nen – Wasser<br />Gwillith – Luft<br />Cae – Erde]]></description>
<dc:creator>Silithil Nauralass</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Fri, 20 Feb 2026 23:17:22 +0100</pubDate></item>
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<title>Prüfung im Schnee</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82308,82308#msg-82308</link><description><![CDATA[Miranda wird zu einem Kranken in der Nähe der Rattensiedlung gerufen. Vor Ort findet sie einen Mann, der schwer fiebernd und hustend in seinem Bett liegt. Sie beginnt sofort damit, ihn aufzusetzen, um ihm das Atmen und Husten zu erleichtern. Gleich darauf setzt sie Wasser auf, um es zu erhitzen.<br /><br />Anschließend begibt sie sich in die Umgebung, um Kräuter gegen das Fieber und für Inhalationen zu sammeln. Sie sucht nach Weidenrinde, Kamille, Salbei, Pfefferminze und Thymian. In der Nähe der Waldelfen hat sie tatsächlich Glück und findet alles, was sie braucht.<br /><br />Während sie fieberhaft sammelt, bemerkt sie jedoch nicht, dass sich tiefschwarze Wolken von Westen her zusammenziehen. Ein Schneesturm von ungeahnter Stärke bricht los, gerade als sie über die Schwelle des Hauses tritt. Zum Glück konnte sie genügend Kräuter sammeln, um fürs Erste helfen zu können.<br /><br />Der Schneesturm dauert lange an. Der Wind pfeift durch Fenster und unter der Tür hindurch. Mira ist einige Zeit damit beschäftigt, die schlimmsten Lücken abzudichten. Mit der zunehmenden Schneedecke werden auch die Spalten weniger, durch die der Wind seinen Weg findet. Der Kamin wird gut befeuert, Tee und Suppen stehen jederzeit bereit, und langsam wird es auch im Inneren des kleinen Hauses warm. Der Schnee, der sich um und auf das Haus legt, wirkt zunehmend isolierend.<br /><br />Der Kranke stellt sich in dieser Zeit als Frowin vor. Er lebt schon lange hier in dieser kleinen Gemeinschaft. Sein Haus liegt etwas abgeschieden, doch er fühlt sich wohl. Mit dem Wild, das er jagt, und den Kräutern, die er sammelt, tauscht er im Dorf Obst und Feldfrüchte. Zu Festen ist er stets willkommen, im Winter kommen die Dorfbewohner zu ihm, um gemeinsam Holz zu schlagen und aufzuschichten. Doch beim letzten Versuch, in den Wald zu gehen, konnte er bereits nicht mehr aufstehen. Jemand aus dem Dorf holte daraufhin Miranda – gerade noch rechtzeitig, wie sich zeigt.<br /><br />Miranda kümmert sich um warme Speisen und Getränke sowie um die Versorgung Frowins.<br /><br /><b>Eingeschneit</b><br /><br />Als der Sturm sich legt, ist die Landschaft tief verschneit. Rund um das Haus türmen sich halbmannshohe Schneewehen. Ein Fortkommen ist unmöglich. Miranda fehlen wichtige Hilfsmittel – vor allem getrockneter Ginseng, den sie nun gut gebrauchen könnte.<br /><br />Mit Wadenwickeln und Inhalationen hält sie Fieber und Husten einigermaßen in Schach, doch Frowin braucht mehr, als ihr derzeit zur Verfügung steht. Dreimal täglich verabreicht sie ihm Weidenrindentee und senkt so immer wieder das Fieber. Aus Salbei, Thymian, heißem Wasser und Salz bereitet sie mehrmals täglich einen Sud zur Inhalation.<br /><br />Kurz nach dem Ende des Schneesturms taucht ein Wanderer an der Hütte auf. Er gibt an, im Sturm die Orientierung verloren zu haben und stellt sich als Händler namens Azzareel vor. Bis zu seinem Auftauchen war Frowin stabil gewesen und konnte kurze Gespräche führen. Sein Zustand war ernst, aber konstant.<br /><br />Da der Weg ins Dorf oder gar zum Kloster vorerst unpassierbar ist, greift Miranda auf Frowins Vorräte zurück – nun müssen drei Menschen versorgt werden. Sie pflegt Frowin, hilft ihm zum Abort, kocht für alle und versucht, einen Weg Richtung Vesper freizuschaufeln. Auch ihre Gebete an Caihume vernachlässigt sie dabei nicht.<br /><br />Azzareel „hilft“ beim Schneeräumen, doch Miranda hat das Gefühl, dass er kaum Fortschritte macht. Der zur Seite geschaffte Schnee wird benötigt, um Trinkwasser zu gewinnen. Während Miranda draußen arbeitet, sind Frowin und Azzareel allein in der Hütte. Immer wieder hat sie den Eindruck, dass es Frowin schlechter geht, wenn sie zurückkehrt – und etwas besser, wenn Azzareel draußen ist.<br /><br />Zunächst ist es nur ein Gefühl. Doch allmählich steigt das Fieber, der Husten verschlimmert sich, und Frowins Bewusstsein trübt sich ein. Miranda beginnt intensiver zu Caihume zu beten. Azzareel hingegen zweifelt offen an der Wirksamkeit ihrer Gebete.<br /><br /><b>Gebete und Zweifel</b><br /><br />Frowin ist inzwischen nur noch schwer wach zu bekommen und sehr schwach. Miranda zerkleinert und reichert seine Nahrung an, verdickt Flüssigkeiten mit Kartoffelstärke, damit er sich nicht verschluckt. Sie bleibt fast ununterbrochen an seinem Bett.<br /><br />Neben ihm sitzend, teils kniend, betet sie:<br /><br /><i>Herrin Caihume<br />Richte deine Augen auf diesen Sterblichen.<br />Gewähre ihm die nötige Kraft, diese Krankheit zu überwinden.<br />Leihe mir Weisheit und Geschick, um sein Leiden zu lindern.<br />Schenke uns Ruhe und Geduld, diese Situation zu meistern.<br />Gnädige Mutter Caihume, steh uns bei in dieser schweren Stunde.</i><br /><br />Azzareel belächelt sie immer wieder.<br />„Warum tust du das? Es wirkt doch ohnehin nicht.“<br /><br />Mit mildem Lächeln antwortet sie:<br /><i>„Auch wenn sich an Frowins Zustand gerade nichts ändert, weiß ich, dass Caihume mir beisteht. Manchmal geht es nicht darum, dass es besser wird, sondern dass es sich nicht verschlechtert.“</i><br /><br />Sie bildet ein feuchtes Tuchzelt über Frowin, hilft ihm beim Aufsetzen, klopft ihm sanft den Rücken ab. Jeden Morgen spricht sie ein Dankgebet:<br /><br /><i>Gütige Mutter Caihume,<br />ich danke dir, dass du eine weitere Nacht an unserer Seite verweilt hast.<br />Ich danke dir für die Kraft, die du in Leonmar nicht hast versiegen lassen,<br />und für die Intuition, in kritischen Momenten das Richtige zu tun.</i><br /><br />Azzareel verspottet sie erneut. Doch Miranda bleibt geduldig. Dankbares Nicken und schwache Lächeln Frowins zeigen ihr, dass ihre Anwesenheit ihm Halt gibt.<br /><br /><b>Die Wahrheit</b><br /><br />Mit der Zeit bemerkt Miranda, dass Frowin Azzareel mit Argwohn, ja sogar mit Angst ansieht. Schließlich platzt ihr der Kragen.<br /><br /><b>„Was hast du eigentlich gegen Caihume?“</b><br /><br />Die Antwort irritiert sie zutiefst:<br /><b>„Nichts Effektives, wie es scheint.“</b><br /><br />Als Azzareel hinausgeht, um Schnee zu räumen, deutet Frowin zur Tür und zieht sich mit dem Finger über die Kehle.<br />„Er will dich umbringen?“ fragt Miranda leise. Frowin nickt schwach.<br /><br />Später, nach einer weiteren Inhalation, presst Frowin ein einziges Wort hervor:<br /><b>„Saergoth.“</b><br /><br />Miranda versteht sofort. Azzareel ist ein Saergothpriester.<br /><br />Sie zieht sich kurz zurück und schickt ein Stoßgebet:<br /><br /><i>Gnädige Mutter Caihume,<br />lenke mich in dieser schwierigen Situation zu den richtigen Entscheidungen.</i><br /><br /><b>Das Schutzritual</b><br /><br />Miranda erklärt Frowin ihren Plan. Caihume sei gütig – sie werde Azzareel nicht verstoßen. Doch sie müssten zusammenhalten. Frowin offenbart, dass er Murranagh zugewandt ist.<br /><br />Gemeinsam bereiten sie ein Schutzritual vor. Miranda sammelt Ähren, ein Ei und Mehl. Ein frisches Leintuch wird über das Bett gelegt. Frowin hält drei Eier, vor ihm steht ein Kelch. Mit Mehl und Ähren zieht Miranda einen Kreis um das Bett.<br /><br />Am Fußende stehend spricht sie:<br /><br /><i>Herrin Caihume, Herr Murranagh,<br />schaut hernieder auf eure Gläubigen.<br />Schützt uns vor den Einflüsterungen Saergoths.<br />Haltet eure Hände schützend über Frowin<br />und bewahrt ihn vor dem Seuchenpriester.</i><br /><br />Das Ritual wird täglich wiederholt. Azzareels Einfluss schwindet, Frowin gewinnt langsam an Kraft. Als der Weg endlich frei ist, verlässt Azzareel fluchtartig die Hütte.<br /><br /><b>Dank und Zeichen</b><br /><br />Frowin erholt sich weitgehend, wird jedoch zur weiteren Genesung ins Caihumekloster gebracht. Zu Hause bereitet Miranda Opfergaben vor: getrocknete Ähren für den Altar, warme Fischsuppe und frisches Brot für Bedürftige.<br /><br />Vor der Kirche sitzt eine alte, gebrechliche Frau. Miranda reicht ihr einen Überwurf und Suppe. Die Frau hält ihre Hände fest.<br /><br /><i>„Danke, mein Kind, für deinen starken und unerschütterlichen Glauben.“</i><br /><br />Eine neue Kraft durchströmt Miranda.<br /><i>„Danke für das Vertrauen und das Geleit.“</i><br /><br />Die Frau isst ihre Suppe – und wird nie wieder gesehen.]]></description>
<dc:creator>Miranda Morgenstern (Erhebung)</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Sun, 01 Feb 2026 19:11:37 +0100</pubDate></item>
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<title>Surië an Fear-Muinthil – Suche nach den Elementarschwestern [VII]</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82113,82307#msg-82307</link><description><![CDATA[Die Dämmerung lag wie ein schwerer Schleier über dem Taur-in-Elin. Galealith bewegte sich mit langsamen, bedächtigen Schritten voraus. Ihre Füße berührten den Waldboden kaum, als seien sie ein Teil der Wurzeln selbst. Die Golodh folgte ihr, den Blick gesenkt, den Atem ruhig. Die Luft roch nach Moos und feuchtem Stein, nach dem Geruch von altem Laub, das von der kommenden Nacht getränkt wurde. Jeder Schritt hallte kaum, doch die Stille war so dicht, dass die Golodh den Herzschlag im eigenen Brustkorb deutlich zu hören meinte. Über ihnen verschloss das dichte Blätterdach den Himmel fast vollständig, nur vereinzelte Lichtstrahlen fielen durch die Ritzen. Dunkelheit und Licht kämpften ein leises Ringen, das sich in ihren Augen widerspiegelte.<br /><br />„Sprich nicht, Kind. Die Wurzeln hören. Sie wissen, wer sich nährt – und wer nehmen will.“ Mahnte Galealith in einem beruhigend klingenden Grollen. Die Golodh schwieg. Jedes Wort hätte die Stille zerreißen können, die sich wie eine schützende Hülle um den Pfad gelegt hatte. Der Boden unter ihren Füßen vibrierte leise, als ob die Erde selbst sie prüfte. Moos und kleine Pilze leuchteten sanft auf, als wollte der Wald sie willkommen heißen oder warnen.<br /><br />Nach einer Weile öffnete sich das Dickicht und eine Lichtung tat sich auf. Vier uralte Bäume standen in einem perfekten Kreis, jeder völlig unterschiedlich in seiner Erscheinung – Einer in Flammen gehüllt, ein anderer hingegen von Tau überzogen, ein weiterer nur bestehend aus schimmernder Luft und ein letzter im Gegensatz dazu aus kristallinem Stein. Dort, wo sich ihre Schatten sich berührten, erhob sich ein steinerner Altar, geformt aus uraltem Gestein, durchzogen von Äderungen aus pulsierendem Licht, das wie Adern durch ihn hindurchfloss. Das Gebilde schien zu atmen, als wäre der Altar lebendig, ein Herz, das den Kreislauf der Elemente in sich trug.<br /><br />Die Luft vibrierte, als wollte sie ihre Ehrfurcht prüfen. Die Geräusche des Waldes waren verschwunden, alles wurde still. Selbst der Wind schien innezuhalten, als wüsste er, dass dies ein seltener Moment war. Die Golodh kniete nieder<br /><br />Dann geschah es – Die Faer-Muinthil formten sich aus den Essenzen ihrer Elemente in ihrer wahren, elementaren Gestalt. Sie traten nicht wie humanoide Wesen auf den Boden, sondern schwebten, flossen, loderten.<br /><br />Nydaeweth, die Feuerschwester, erschien zuerst. Ihre Gestalt glühte in flüssigem Gold und Rot, Flammen züngelten an ihren Schultern, ohne je zu verbrennen. Die Hitze, die von ihr ausging, war sanft, nicht bedrohlich, und doch spürte die Idhren, wie ihr Herz schneller schlug.<br /><br />Caderieveth, die Wasserschwester, erschien als fließende, silbern-blaue Gestalt, die sich wie Dunst und Tropfen zugleich bewegte. Jeder Schritt hinterließ kleine Wellen auf dem Boden der Lichtung, die sofort wieder verschwanden.<br /><br />Sevalidith, die Luftschwester, war fast unsichtbar. Ihr Körper bestand aus Wirbeln und Strudeln aus Wind und Staub. Ihr Haar schwebte ohne ein erkennbares Ende, und mit jedem Atemzug füllte sie den Raum mit einem kaum wahrnehmbaren Klang – wie das Säuseln von Blättern oder entfernten Flügelschlägen.<br /><br />Galealith, die Erdschwester, war halb Stein, halb Fleisch. Jede Bewegung ließ den Boden vibrieren, ihr Atem grollte wie fernes Donnern. Die Wurzeln unter ihr schienen sie mit der ganzen Lichtung zu verbinden.<br /><br /><br />Als sie sich manifestiert hatten, war die Lichtung nicht mehr nur ein Ort, sondern ein Kreis der Elemente selbst, eine lebendige Verkörperung des Gleichgewichts, das die Golodh nun prüfen sollte.<br /><br />Die Faer-Muinthil verharrten regungslos, doch die Präsenz jeder einzelnen war spürbar wie ein eigener Herzschlag, jede ein Strom der Kraft. Die Idhren fühlte Ehrfurcht, aber auch ein Prickeln von Aufregung – ein stilles Wissen, dass dies der Moment war, in dem sie beurteilt werden würde. Die Elemente selbst schienen zu warten. Flammen loderten, Wasser glitzerte, Wind wehte sanft durch die Blätter, und die Erde pulsierte leise unter ihr. Alles wartete auf ihren ersten Schritt – das Signal, dass die Golodh bereit war, das letzte Rätsel zu bestehen. Sie spürte die Kraft der Elemente wie Ströme, die in und um sie flossen, und zugleich die unausgesprochene Frage: „Bist du bereit?“<br /><br />Nydaeweth ergriff das Wort und durchbrach die Stille. Ihre Gestalt loderte auf, und Hitze kräuselte die Luft. „Sie hat meine Glut gespürt, meine Leidenschaft. Sie brennt, ja – aber brennt sie auch für das Gleichgewicht? Ich sage: Sie ist bereit. Wer sonst als sie könnte den Funken hüten, ohne ihn zu verschlingen?“ Die Flammen züngelten kurz nach vorne, als wollte die Faer-Muinthel die Golodh erneut prüfen. Diese fühlte, wie sich ihr Herz schneller füllte – nicht vor Angst, sondern vor einer brennenden Erwartung.<br /><br />Plötzlich begannen Wellen von kühlem Nebel die Golodh zu umhüllen und das Wasser flüsterte leise um sie, als Caderieveth ihre Stimme erhob „Dein Feuer hat Mut gebracht, das gebe ich zu. Doch Mut allein macht nicht weise. Sie muss lernen, zu fließen, ohne sich zu verlieren. Noch ist ihr Herz unruhig – ein Sturm unter ruhiger Oberfläche. Ich sage: Beinahe bereit, aber nicht ganz.“ Ein leiser Regen fiel von den Wolken der Lichtung, glitzernde Tropfen, die auf den steinernen Altar tröpfelten. Jede Berührung fühlte sich an wie Mahnung und Schutz zugleich.<br /><br />Als Sevalidith das Wort ergriff wirbelte die Luft sanft um die Idhren und wirkte fast ungreifbar, doch jeder Atemzug trug Gewicht. „Sie ist leicht geworden, ihre Gedanken fließen, doch sie klammert noch an Form. Sie versteht den Strom, aber sie muss lernen, ihm zu vertrauen, selbst wenn kein Boden sie trägt. Bereit, wenn sie loslassen kann – und das, Sternenkind, wirst du tun müssen.“ Windfäden hoben nun ihre Haare, wirbelten um sie herum, flüsterten wie Stimmen alter Zeiten. Sie prüften ihre innere Ruhe, ihr Vertrauen in das Unsichtbare.<br /><br />Die Erde vibrierte unter den Knien der Golodh, als Galealith sprach. Ihr Körper wirkte schwer wie Berge, ihre Stimme tief wie Grollen „Sie hat die Wurzeln berührt, das Leben und Vergehen der Erde verstanden. Sie weiß, dass nichts ohne Opfer gedeiht. Sie trägt Verantwortung und sie kann sie erkennen. Sie ist geerdet, aber noch nicht vollständig. Geduld, Feuer, Wasser und Luft werden ihr helfen, den letzten Schritt zu gehen.“ Jede Silbe hallte in der Lichtung nach wie Donner unter Stein. Die Bäume schienen sich leicht zu neigen, als lauschten sie der Weisheit der Ältesten.<br /><br />Die vier Faer-Muinthil blickten einander an – Feuer gegen Wasser, Luft gegen Erde. Ein Schweigen folgte, schwer wie gespannte Seile. „Wenn wir warten, wird sie stagnieren! Ein Funke muss lodern, sonst stirbt er in der Glut.“ Voller Eifer ergriff Nydaeweth wieder das Wort nur um von Caderieveth erneut ergänzt zu werden „Und doch, Nydaeweth, ein zu früher Sprung könnte alles zerstören. Mut ohne Fluss wird blind.“ „Ihr redet von Tun und Nicht-Tun, als wären sie Gegensätze. Aber der Strom ist weder Feuer noch Wasser – er ist Atem. Wer ihn lenkt, muss selbst Atmen.“ Entgegnete hingegen Sevalidith und warf beiden einen jeweils mahnenden Blick zu. „Ihr habt Recht und doch nur teilweise. Feuer drängt, Wasser hält inne, Luft wandelt, Erde trägt. Aber das Gleichgewicht selbst, das liegt noch jenseits von uns allen. Vielleicht muss sie den alten Ritus vollziehen um die Wahrheit vollständig zu erkennen.“<br /><br />Ein leiser Windzug brachte die Stimmen der Schwestern zum Verstummen. Die Golodh spürte, wie die Elemente sie prüften – ihr Herz, ihren Willen, ihr Vertrauen. Dann sprach Galealith mit der Ruhe von Jahrtausenden „Kind der Sterne. Ich habe Dich geführt, weil die Erde kennt, wann sie loslassen muss. Dies ist der Ort des Übergangs. Von hier aus führt kein Pfad – nur Wille. Wenn du bereit bist, geh. Wenn nicht, bleib.“ Caderieveth nickte daraufhin leicht, Nydaeweths Flammen glühten warm und ernst zugleich, und Sevalidith flüsterte „Nur wer alle Stimmen hört, kann selbst zur Stimme werden.“<br /><br />Die Idhren spürte die Ströme in sich, das Pulsieren von Cuil und Meth, von Feuer, Wasser, Luft und Erde – alles bereit, alles in ihr vereint. Sie atmete tief, erhob den Kopf und trat vor. „Ich bin bereit.“<br /><br />Der Boden unter ihr leuchtete leise auf, der Altar pulsierte und langsam formte sich ein im Schein des Zwielichts schimmerndes Juwel. Jede der Schwestern wandte sich noch ein letztes Mal. “Dann brich auf. Dein Funke brennt hell genug – trage ihn weit, ohne dich selbst zu verbrennen.“ Sprach Nydaeweth voller Enthusiasmus ehe sie mit einem Flemmenstoß verschwand. „Wähle Deine Schritte achtsam und mit Vernunft. Wie Wasser sich anpasst, so musst auch Du fließen, unaufhaltsam und sanft.“ Quittierte Caderieveth knapp darauf mit mahnenden Worten, bevor ihre Gestalt sich im Nebel auflöste. „Der Wind wird dich führen, doch nur, wenn du dich ihm anvertraust.“ Sevalidith Worte hallten noch nach, bevor sie ebenfalls mit dem Aufzug eines Windstoßes von der Lichtung verschwand. „Die Erde spricht in jedem Schritt – höre gut, bevor du weitergehst.“ Grollte Galealith sanft, bevor sie cih ins Erdreich zurückzog.<br /><br />Wenig später befand sich die Golodh alleine auf der Lichtung. Sie war bereit die letzte Prüfung anzutreten, wo immer auch ihr Pfad hinführen sollte und welche Aufgabe sie auch erwarten würde.<br /><br /><b>Elementarschwestern:</b><br /><br />Nydaeweth – Eigenname der Schwester des Feuers<br />Caderieveth – Eigenname der Schwester des Wassers<br />Sevalidith – Eigenname der Schwester der Luft<br />Galealith – Eigenname der Schwester der Erde<br /><br /><b>Sindarin – Deutsch</b><br /><br />Eldalië – „Das Volk der Elben (allg.)“<br />Golodh/Gelydh – Hochelb(e)/Hochelben<br />Idhren/Idhrin – Weise (allg.) [Bezogen auf eine Person bezeichnet dies einen Weisen niederen Ranges]<br />Feanturi – Elementarherren (Herren der Geister)<br />Nuro i Feanturi – Diener der Elementarherren (Herren der Geister)<br />Faer-Muinthel/Faer-Muinthil – Elementarschwester<br />Amar-faer – Elementargeist/Elementargeister<br />Aerlinn – „Das heilige Lied“ / „Herzschlag der Welt“<br />Lûth – Magie]]></description>
<dc:creator>Silithil Nauralass</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Mon, 05 Jan 2026 17:01:43 +0100</pubDate></item>
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<title>Der Weg des Lichtes - Kapitel II: Die Stille des Heiligtums</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82305,82306#msg-82306</link><description><![CDATA[Kapitel II: Die Stille des Heiligtums<br /><br />Nachdem Aurelia sich eine Weile in der Taverne aufgewärmt hatte, suchte sie nach einer Bleibe für die Nacht. Glücklicherweise konnten Anne und Cavan ihr weiterhelfen. Cavan wies ihr eine bescheidene, aber saubere Kammer unter dem Dach zu.<br /><br />In der Gaststube unten, wo Anne, eine Frau von ruhiger Herzlichkeit, heißen Apfelwein ausschenkte, mischte sich Aurelia unter die wenigen Gäste. Die Gespräche waren gedämpft. Man sprach über die mangelnden Warenlieferungen aus dem Süden und die Sorge, dass das Packeis die Kanäle noch für Monde blockieren könnte. „Vesper war einmal die stolzeste Stadt Stolzenforsts“, seufzte ein alter Händler am Nebentisch, „bevor die große Seuche kam und uns die Zukunft nahm.“, Aurelia hörte aufmerksam zu und lernte die Namen der Inseln und die ungeschriebenen Gesetze der Stadt kennen, in der Vertrauen seit der Seuche ein teures Gut geworden war.<br /><br />Am nächsten Morgen zog es Aurelia hinaus aus der Stadt. Ihr Ziel war ein kleiner, bescheidener Schrein der Ayanyeh, der westlich der Stadtgrenzen lag. Der Weg führte sie über die massive westliche Brücke, deren steinerne Bögen schwerfällig über dem halb gefrorenen Fluss hingen. Je weiter sie sich von den bewohnten Inseln entfernte, desto einsamer wurde es.<br /><br />Hier, am schmalen Landstrich zwischen dem eisigen Ufer des Flusses und dem düsteren, tief verschneiten Rand des Stolzenforstes, lag das Heiligtum. Es war nicht mehr als ein kleiner Steinbau aus verwittertem, grauem Granit, halb verborgen unter den schweren, schneebeladenen Ästen uralter Tannen.<br />Aurelia blieb stehen und blickte auf das dunkle Massiv des Waldes. In diesem Moment überkam sie eine Welle der Verzweiflung, die kälter war als der Nordwind. Sie fühlte sich unendlich weit weg von den sanften Hügeln und dem warmen Licht Eichensteins. „Was tue ich hier eigentlich?“, fragte sie sich mit zitternden Lippen. „Ich bin nur die Tochter eines Schusters und einer Bäuerin. Ich habe keine Macht, nur ein Versprechen, das ich in einer Nacht voller Blut und Feuer gegeben habe.“ Die gewaltige Leere des entvölkerten Landes schien sie erdrücken zu wollen.<br /><br />Zögernd trat sie an den Schrein heran und kniete im gefrorenen Matsch nieder. Doch als sie leise den Namen Ayanyehs hauchte, geschah etwas. Ein winziger Funken in der Mitte ihrer Brust – eine sanfte, silbrig-warme Präsenz – breitete sich aus. Es war kein grelles Licht, sondern ein friedvolles Glimmen, das die Kälte in ihren Gliedern vertrieb. Die Unsicherheit zerrann wie Nebel vor der Sonne. Die innere Präsenz Ayanyehs erfüllte sie mit einer ruhigen Bestimmtheit. Sie erhob sich und spürte, dass sie nun bereit war, die Brücken Vespers nicht mehr als Fremde, sondern als Botin zu beschreiten.<br /><br />Auf dem Rückweg in die Stadt sah Aurelia ein kleines Mädchen, das zitternd im Schatten eines Lagerhauses saß, gehüllt in nur einen zerlumpten Kittel. Ohne zu zögern, nahm Aurelia das Kind an die Hand und führte es zu Livia, der Schneiderin. Livias Laden war eine Oase der Beständigkeit. Livia selbst war eine Frau der Tat; während sie das Mädchen Maira in einen schweren Mantel aus tiefblauer Schurwolle hüllte, sprach sie leise mit Aurelia.<br />„In den Tagen vor der Seuche hätten wir das nicht zugelassen“, sagte Livia bitter. „Damals quoll der Hafen noch über. Aber die Seuche hat uns nicht nur das Volk genommen, sondern auch den Anstand.“<br /><br />Aurelia begleitete Maira zurück zur Taverne von Cavan und Anne. Die Gaststube war nun voller als am Morgen. Ein paar alte Fischer saßen in der Ecke, und als Aurelia für Maira eine dampfende Erbsensuppe bestellte, wurde das Gespräch am Nachbartisch laut und wehmütig.<br />„Wisst ihr noch, wie es war, als Gräfin Edeltraut von den Hohen Klippen noch hier das Sagen hatte?“, fragte einer der Männer und starrte in seinen Becher. „Man mochte sie nicht – sie war stolz wie eine Elfe und so extravagant, dass es uns alle fast den Verstand kostete. Aber wenigstens gab es Gold in der Stadt.“ „Oh ja“, antwortete ein anderer mit einem rauen Lachen. „Ich erinnere mich an ihren geminzen Orangenlikör. Den ließ sie kistenweise aus dem fernen Nu&#039;jelm importieren. Nur den feinsten! Der Gestank von Minze und Zitrusfrüchten hing manchmal in der halben Stadt in der Luft, wenn sie ihre Feste feierte, während wir uns kaum ein einfaches Bier leisten konnten. Aber die Händler kamen, die Schiffe legten an. Nu&#039;jelm... stellt euch das vor, so weit weg.“<br />„Und dann kam die Seuche“, unterbrach eine ältere Frau am Ende des Tisches die Schwelgelei. „Als die ersten Leute auf den Inseln blau im Gesicht wurden und die Totenkarren zu rollen begannen, da hat Edeltraut nicht etwa geholfen. Nein, sie hat ihre Koffer gepackt. Sie ist mit ihrem Neffen Frommhold von den Hohen Klippen und all ihren Dienern mitten in der Nacht auf ein Schiff gestiegen. Die Segel waren weiß wie Leichentücher. Seit diesem Tag hat man sie nie wieder gesehen. Man sagt, das Schiff sei verflucht oder in einem Sturm vor der Küste gesunken. Auf jeden Fall ließen sie uns hier im Elend verrotten.“<br /><br />Maira hielt den Löffel fest umklammert. „Mein Vater hat immer gesagt, die Gräfin hätte das Herz aus Eis gehabt“, flüsterte sie Aurelia zu. „Als die Seuche kam, war sie weg, und mit ihr all das Gold, das für die Medizin hätte reichen können. Zuerst starben meine Großeltern, dann meine Mutter. Mein Vater ist auf den vereisten Stegen gestürzt, als er versuchte, am Hafen Arbeit zu finden. Er kam nie wieder.“<br /><br />Aurelia spürte die schwere Last dieser Geschichte. Die Erinnerung an die extravagante Edeltraut und ihren Orangenlikör aus Nu&#039;jelm war für die Menschen in der Taverne eine bittere Erinnerung an eine Welt, die zwar von Eitelkeit und Ungerechtigkeit geprägt war, aber in der es noch Hoffnung und Leben gegeben hatte. Nun war nur noch der Frost geblieben.<br /><br />„Du bist nicht mehr allein, Maira“, sagte Aurelia leise und strich dem Mädchen über das Haar. „Edeltraut und ihr Likör mögen verschwunden sein, aber Ayanyeh ist hier. Wir werden einen Weg finden, diese Stadt wieder zum Leuchten zu bringen.“<br /><br />Während draußen der Schneesturm heulte und die Männer in der Taverne weiter über das rätselhafte Verschwinden von Edeltraut und Frommhold spekulierten, schwand des letzte Tageslicht und eine weitere eisige Nacht legte sich über die Lande.]]></description>
<dc:creator>Aurelia Sternenquell</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Sun, 21 Dec 2025 14:37:21 +0100</pubDate></item>
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<title>Der Weg des Lichtes - Kapitel I: Winterliche Ankunft in Vesper</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82305,82305#msg-82305</link><description><![CDATA[<b>Kapitel I: Winterliche Ankunft in Vesper</b><br /><br />Die „Silberschwinge“ glitt wie ein Geisterschiff durch die nebligen Ausläufer der See. Wo normalerweise das geschäftige Treiben hunderter Fischerboote die Einfahrt nach Vesper ankündigte, herrschte nun eine beklemmende Stille. Aurelia Sternenquell stand am Bug, den dicken Reisemantel eng um die Schultern gezogen, und blickte auf das Panorama, das sich vor ihr aus dem Frost schälte. Die Hafenstadt Vesper lag nicht als geschlossene Stadt vor ihr, sondern als ein filigranes Geflecht aus kleinen Inseln, die wie gefrorene Tränen im dunklen Wasser trieben.<br /><br />Die Erzählungen, die sie in ihrer Heimat einst von Kaufleuten über den Winter im Herzogtum Stolzenforst, die nördlichste Provinz der Alten Welt, gehört hatte, bewahrheiteten sich in aller Härte. Der Winter war hier kein bloßer Gast, er war ein Herrscher. Die Brücken, welche die einzelnen Inseln der Stadt verbanden, waren von einer dicken Eisschicht überzogen und glänzten im fahlen Licht der bereits tief stehenden Wintersonne wie Bänder aus Silber. Doch es war nicht nur die Kälte, die Aurelia frösteln ließ; es war die Leere. Die große Seuche, die vor Jahren über die Lande gefegt war, hatte auch in Vesper tiefe Wunden hinterlassen. Viele der Häuser, die sich auf den Eichenpfählen über das Wasser erhoben, standen leer, ihre Fenster starrten wie blinde Augen in den Schneefall.<br /><br />Der Geruch von brennendem Holz, der vom Hafen herüberwehte, riss sie für einen schmerzhaften Augenblick zurück in ihre Heimat, das weit im Süden gelegene Herzogtum Eichenstein. Sie sah wieder das lodernde Feuer, das ihr Dorf verschlang, hörte das hasserfüllte Brüllen der Überreifer und das Klirren von Stahl. Sie war nur die Tochter einfacher Leute gewesen, deren Welt an jenem Tag in Flammen aufging. Dass sie überlebt hatte, während ihre Eltern im Schutt ihres Hauses blieben, war kein Zufall gewesen.<br /><br />In der Stunde ihrer größten Not, als die Schatten sie bereits zu verschlingen drohten, war ein Licht erschienen – rein, golden und von einer Wärme, die nichts mit Feuer zu tun hatte. Es war das Wirken der Göttin Ayanyeh gewesen, eine göttliche Fügung, die Aurelia aus den Trümmern rettete. In jenem Moment der Gnade hatte die junge Frau geschworen, ihr Leben ganz dem Dienst an der Göttin zu weihen und ihren Glauben in die dunkelsten Winkel der Welt zu tragen. Vesper, so hoffte sie, sollte der Ort sein, an dem ihr Wirken begann, weit weg von den bitteren Erinnerungen und den so schmerzlichen Wunden des Verlustes, die noch immer in ihrer Seele brannten.<br /><br />Als das Schiff schließlich am Hauptkai festmachte, war Aurelia die erste, die den rutschigen Steg betrat. Der Hafen war weitgehend verwaist, nur ein paar abgehärmte Gestalten bewegten sich zwischen den Kisten. Unmittelbar am Kai erhob sich ein massives Monument aus dunklem Stein, das trotz des Schnees eine ungeheure Präsenz ausstrahlte. Es erinnerte an die gefallenen Verteidiger Vespers aus den grausamen Nachtgoblinkriegen. Die Namen, die in den Stein gemeißelt waren, wirkten unter der Frostschicht wie verborgene Geheimnisse einer Zeit, in der die Stadt noch die Kraft besessen hatte, sich gegen die Finsternis aufzubäumen.<br /><br />Aurelia verharrte kurz vor dem Denkmal. Sie spürte die Last der Geschichte, die auf diesem Ort lag. Die Kombination aus der vergangenen Gewalt der Kriege und der schleichenden Hoffnungslosigkeit der Seuchenjahre hatte die Menschen hier hart gemacht.<br />Ihr Weg führte sie über eine der bogenförmigen Brücken in Richtung des Stadtzentrums. Unter einer der Brücken bemerkte sie eine kleine Gruppe von Menschen, die sich um eine zusammengesunkene Gestalt geschart hatten. Es war eine junge Frau, die im harten Winter Stolzenforsts die Kraft verlassen hatte. Ihre Lippen waren blau, ihre Haut so bleich wie der Schnee um sie herum.<br /><br />Die Umstehenden blickten teilnahmslos oder verzweifelt drein; sie hatten in den Jahren der Seuche zu viele sterben sehen. Aurelia jedoch trat vor. Sie war keine Magierin, sie kannte keine Formeln oder arkane Gesten. Stattdessen sank sie in den kalten Matsch neben die Sterbende und faltete die Hände. Sie flüsterte ein Gebet, ein tiefes Flehen an Ayanyeh, das aus der Tiefe ihrer Seele kam.<br /><br />„Göttin des sanften Lichts, lass die Kälte nicht siegreich sein“, hauchte sie.<br /><br />Ein sanfter, güldener Schimmer ging von Aurelias Händen aus und legte sich wie eine wärmende Decke um die Frau. Die Eiskristalle auf ihrem Gewand schmolzen augenblicklich, und ein Hauch von Farbe kehrte in ihre Wangen zurück. Die Frau schlug die Augen auf und atmete zitternd ein. Die Umstehenden wichen ehrfürchtig zurück. Aurelia half der Frau auf, lächelte erschöpft und setzte ihren Weg fort, noch bevor jemand sie fragen konnte, wer sie war.<br /><br />Aurelia kannte Vesper nur von Erzählungen, doch sie vertraute auf ihre Göttin, dass sie sie Leiten möge auf ihren Wegen durch diese verschneiten Lande, die nun ihre neue Heimat werden sollte. Während sie durch die verschneiten Gassen wanderte, hörte sie in einer Schenke, die von einem Wirt namens Cavan und seiner Frau Anne betrieben wurde, die gedämpften Gespräche der Einheimischen. Es fielen Worte über einen kleinen Tempel vor den Toren der Stadt. Noch war dieser Ort für Aurelia nur ein Gerücht, ein fernes Echo in der Stille des Winters. Doch während sie über die nächste Brücke schritt und das Licht der Monde auf das Eis der Kanäle fiel, spürte sie, dass ihr Pfad sie tiefer in das Herz von Stolzenforst führen würde.<br /><br />Sie war gekommen, um Licht zu bringen. Ein erstes Leben hatte sie retten können, und sie hoffte, dass dies nur der Anfang ihres Pfades war...]]></description>
<dc:creator>Aurelia Sternenquell</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Sat, 20 Dec 2025 00:03:02 +0100</pubDate></item>
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<title>Die Rückkehr zur Familie</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82304,82304#msg-82304</link><description><![CDATA[Es war nun schon fast ein Mond vergangen seit sie aus Moonglow zurückkam.<br />Frisch gebackene Magierin hätte sie wohl früher gesagt. Doch gekocht und gebacken hatte sie nun schon eine Ewigkeit nicht mehr.<br />Das Cafe in der Rast lief schlecht, das Klientel dort hat nunmal eher wenig Feingefühl für den Genuß eines guten Stück Käsesahnetorte.<br />Selbst die handlichen Schokoladenkringel für Unterwegs nahm kaum jemand mit.<br />Zur Feier der bestandenen Prüfung kochte sie dann aber doch noch ein letztes Mal. Vesperer Festtagsfisch, in der Pfanne, mit Butter und Käsesauce.<br />Feine Kartoffeln und Salat mit einer cremigen Dillsauce. Ganz typisch für Vesper. Heimatfisch. Feierlich wurde sie auch in die Gilde vollwertig aufgenommen und erhielt das Spezielle Zauberbuch der Gilde.<br />Während sie ihren Collegen für die Unterstützung dankte und ein paar ausgewählte Präsente übergab, hatte sie Konzilsvorstand Vlos&#039;Drathir<br />nicht mehr gesehen. Sie hatte ihm zwar eine Nachricht hinterlassen, doch es schien, dass er nicht einmal mehr ins Konzil zurückkehrte.<br />So wartete nun das kleine Päckchen mit ein paar Gegenständen seines Volkes auf ihn daheim in Arias Turm. Denn ja, er war herablassend, er hat sie<br />stets spüren lassen, dass sie eigentlich nur grad so geduldet wird. Aber in der Prüfung mit Rabenbart merkte sie schon, dass viele Details, die er ihr<br />vermittelt hat und Wert auf Präzision gelegt hat, wichtig waren.<br /><br />Aber nun sind Wochen ins Land gegangen. Die Prüfung war schon lange nicht mehr in ihrem Kopf. Vielmehr lag das Ziel vor ihr zu ihren Eltern zurückzukehren.<br />Aria schob die Heimreise immer wieder auf. Sie suchte nach der idealen Kleidung. Dann wollte sie gewisse Zauber noch studieren. Zwischenzeitlich noch ein gutes Geschäft mit diesen Mystischen Schriftrollen machen, denn ihr Magierturm verschlingt eine Menge Gold. Doch der eigentliche Grund war: Wie würden es Ihre Eltern aufnehmen.<br /><br />Sie nahm eine der Runen und sprach: VAL REL POR<br />Kurz darauf landete sie auf der Magierinsel in Vesper. Ein von ihren Eltern extrem verhasster Ort. Aria wurde stets verboten dort hinzugehen.<br />Dabei war es nur eine von vielen Nachbarinseln. Aria zog es vor nun zu Fuß weiterzugehen. Sie hatte sich die feinste Magierrobe und sogar eine passende Kapuze zugelegt. Schmuck und feinste Kleidung. Die Eltern sollten sehen, dass es ihr gut ging und sich für ihren neuen Status freuen.<br /><br />Zaghaft läutete sie daheim.<br /><br />Es brauchte eine Weile bis schließlich jemand zur Tür kam. Schlurfend. Die Schlösser klackten und ihr Vater öffnete.<br />Schweigend und missmutig schaute er an ihr herunter. Gerade wollte er etwas sagen, da rieß sich Aria die Kapuze vom Kopf um sich klar und deutlich zu zeigen. Er verstummte und musterte sie von oben bis unten. Danach ging er ins Haus. Schweigend. Ließ die Tür allerdings offen stehen.<br />Ihre Mutter rief nur als einem Nebenraum: &quot;Was ist los? Wer ist denn an der Tür?&quot; Bis sich alle mehr oder weniger im gleichen Zimmer aufhielten und ihre Mutter Aria erblickte. Einen Augenblick muss Aria überlegen ob sie ausversehen einen Lähmzauber hervorgebracht hatte, doch dann fiel alle Spannung ab von ihrer Mutter. Im Gegenteil, sie hat die Holzschüssel mit Plätzchenteig fallen lassen und umarmte Aria und freute sich.<br />&quot;Ich bin wieder daheim.&quot; Ihre Mutter stellte viele Fragen: Was hast du gemacht? Wie geht es dir? Ich mache uns unsere Lieblichsplätzchen, möchtest du auch? Bist du es auch wirklich?&quot; und noch mehr... Aria&#039;s Vater ging nur schnaubend hinaus und ward eine ganze Weile nicht mehr gesehen.<br />Aria und ihre Mutter verbrachten den Nachmittag mit gemeinsamem Backen. Es war der erste wirklich herzliche Moment seit langem. Sie fühlte sich wieder wie früher als wäre nie etwas gewesen. Hin und wieder erzählte sie von dem was sie in den letzten Monden alles erlebt und gesehen hat.<br />Beide waren fast schon wieder so vertraut wie früher, Mutter und Tochter. Es war so vertraut, dass Aria einen Moment lang vergaß, dass sie sich vorgenommen hatte nicht zu zaubern.<br />Doch sie erzählte und zeigte ihrer Mutter so gern was sie in ihrem Cafe an der Rast angeboten hatte. Teig, etwas Zucker,Schokolade und etwas Obst. Doch jetzt im Winter gab es kein Obst hier mehr. &quot;Kein Problem - In Mani Ylem&quot; schoß es eben aus ihr hervor. Und sie hatte Glück, sie hatte sie so irgendein Obst gewünscht, dass tatsächlich Obst erschien.<br /><br />In dem Moment stand ihr Vater in der Tür. Missmutig und sie abstoßend anschauend. Es roch nach irgendeinem Hafenschnaps. Er hatte offenbar den Tag getrunken. Mit anklagenden Worten sprach er &quot;Und was jetzt? Willst du uns mit deinem magischen Obst vergiften?&quot;<br />Aria war irritiert. Ihre Mutter war erschrocken und wie vorhin ließ sie die Schüssel fallen. Das magische Obst verteilte sie auf dem Boden.<br /><br />&quot;Nein nein, das ganz harmlos. Einfach etwas gutes zu...&quot; erwiderte Aria. Sie streckte sie etwas, um halbwegs groß zu wirken.<br />&quot;Das Monster in Seidenkleidchen, harmlos und ...&quot; brachte ihr Vater wieder hervor.<br />Aria erwiderte nur &quot;Was weißt du denn schon?&quot; Doch dann erwiderte er ihr: &quot;Ich weiß eine ganze Menge mehr als Du glaubst&quot;.<br />Er hielt ein weiteres Bündel in der Hand und hielt es ihr entgegen. &quot;Ich habe es gelesen. All eure tolle Zauberei. Verbrennen, Vergiften, Erfrieren, Dämonenwesen zum Kämpfen, Stärker werden zum Kämpfen, sich in einen Drachen verwandeln, hinabstürzende Feuerbrocken, Blitze, noch mehr Blitze.&quot;<br />&quot;Deshalb bist du doch eigentlich hier?&quot; sprach er und hielt ihr das Zauberbuch, eingewickelt in feinsten Stoff hin.<br /><br />&quot;Dann nimm es, und lass Deine Mutter und mich endlich frei und in Frieden leben&quot;.<br /><br />Betrunken und wütend preschte er vor, drückte Aria das Bündel irgendwie in die Arme und versuchte sie zu packen.<br />Doch instinktiv sprach sie &quot;Rel Por&quot; und teleportierte sich aus dem Weg an die Stelle wo ihr Vater vorher stand.<br />Er hingegen rutschte auf den inzwischen matschig getretenen magischen Birnen aus und stürzte in Aria&#039;s Mutter hinein.<br />War es nun der Alkohol, das Rutschen, oder dann doch wohl das alte Rostige Messer welches es in den Bündel auch versteckt hatte.<br />Er rammte es beim Sturz tief in ihre Mutter hinein... Sie schrie schmerzvoll auf und krümmte sich die Wunde haltend.<br /><br />&quot;Was hast du getan?&quot; erhob er sich, zornig und wütend, über eigentlich seine Tat. Er hatte es nun wirklich auf Aria abgesehen. Ohne das Bündel, mit der dicken rostigen Klinge in der Hand drohte er ihr. &quot;Sie was du angerichtet hast. Du kommst in unser Haus, und bringst deine Schändliche Magie mit.&quot; triefte es aus ihm heraus. Aria erwiederte nur: &quot;Lass mich zu ihr, ich kann ihr helfen&quot;. Sie wollte gerade einen Heilzauber sprechen, da stach er schon auf sie ein. In der Hoffnung der Heilzauber würde gelingen, ließ sie es geschehen. Einmal, zweimal, dreimal... Jedesmal wurde wieder ihre Konzentration gestört.<br />&quot;Du warst nie meine Tochter, und du wirst es auch niemals mehr sein&quot;.<br />Ein Bild erschien ihr im Kopf. Es war Tutora El-Sovirax &quot;Bricht das Siegel, bricht die Welt&quot;...<br />&quot;NEEEINNNN&quot; Ohne weiter nachzudenken gab es eine Explosion. Aria hatte einen Explosionszauber gewirkt. Sie wollte die Angriffe einfach nur noch Beenden und wurde selbst davon ans Treppengeländer im Flur zurückgeschleudert, und dann war &quot;Stille.&quot;<br />Sie sah alles in Grau. Alles lag regungslos da. Sie sah sich selbst mit aufgeschlagener Kopfwunde auf der Treppe liegen.<br />Sie sag ihren Vater teils ohne Gliedmaßen tot in der Küche liegen.<br />Sie sah ihre Mutter bewusstlos oder tot mitten im Birnenmatsch liegen, blutüberströmt.<br />Das letzte Mal als sie diesen Zustand hatte, war es in einem Unterricht. Vlos sagte ihr damals, dass er sie wieder zurückholt. Doch er war nicht hier um sie<br />zurückzuholen. Eine gefühlte Ewigkeit verbrachte sie tief in Trauer. Über sich selbst, über den Tod ihres Vaters und über den ihrer Mutter. Grau in Grau...<br />doch dann... sie kam zu sich. Öffnete die Augen... Sie hatte die Zwischenwelt wieder verlassen, doch wie? War sie nur bewusstlos oder war jemand hier gewesen?<br />Doch als sie wieder mehr bei Kräften war, war es zu spät.<br />Ihr Vater war zerstückelt. Ihre Mutter war schon Blutleer. Sie hielt ihre Mutter noch eine ganze Weile im Arm, den letzten schönen Moment mit ihr festhaltend.<br />Nicht aufstehen, nicht loslassen wollen.<br />Bald würde die Garde hier sein und sich fragen was hier geschehen ist.<br />Es gab nur einen, der ihr nun helfen kann...<br /><br />Sie ergriff das Bündel, den Stoff, und dann den leblosen Körper ihrer Mutter... Dann nahm sie ihre letzte Kraft zusammen und zauberte ein Portal direkt zu ihrem Haus.<br /><br />&quot;Mutter, bleib bei mir. Ich werde dich nicht gehen lassen&quot;. schluchzte sie in ihrem Turm.]]></description>
<dc:creator>Maga Aria von Loghan</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Sun, 14 Dec 2025 19:43:37 +0100</pubDate></item>
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<title>Surië an Fear-Muinthil – Suche nach den Elementarschwestern [VI]</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82113,82303#msg-82303</link><description><![CDATA[Tief unter den Wurzeln eines gewaltigen, alten Baumes, dessen Krone im Nebel verschwand, lag das Smaragdgrab – Kein Grab im eigentlichen Sinne, sondern eine uralte Höhle, in der die Erde selbst pulsierte. Dieser Ort besaß Wände aus jadefarbenem Stein, durchzogen von warmem, atmendem Licht, der die gesamte Kaverne erhellte. Die Wände schienen zu atmen. Adern aus grünem Kristall pulsieren wie jene eines lebendigen Körpers. In der Luft lag der Geruch von nasser Erde, Moder und Leben zugleich. Sevalidith und die Golodh waren zwischen den Wurzeln die sich nach ihrer Ankunft zu einem Spalt öffneten hierher vorgedrungen, wobei der Grund hierfür von der Faer-Muinthel zunächst nicht genannt wurde.<br /><br />Ein Windzug – ein seltener Gast hier unten – strich mit ihr durch die Gänge als Sevalidith voranschritt. Sie hatte eine Gestalt angenommen, die in einem Schleier aus Dunst erschien, während ihr Haar wie Nebel zwischen den Wurzeln flatterte. Die Faer-Muinthel lächelte der Idhren zu, aber ihr Blick ist nachdenklich. „So tief bin ich lange nicht hinabgestiegen. Die Luft ist träge hier unten.“ Auf die Worte von Sevalidith antwortete plötzlich eine andere Stimme – ruhig, tief, unerschütterlich. „Und doch hast Du mich gerufen, Sevalidith. Ich habe lange gewartet.“<br /><br />Galealith steig aus dem Stein hervor, als wüchse sie daraus. Eine Frau mit Haut wie Granit und Augen wie Moos. Ihr Körper schien halb aus Erde sowie halb aus Fleisch zu bestehen. Sie bewegt sich langsam, sprach bedächtig und wenn sie lacht, bebt der Boden. Ihre Stimme klang dabei wie ein fernes Grollen, das sowohl freundlich wie auch furchteinflößend sein konnte. Sevalidith senkte den Blick und verengte leicht ihre Augen „Vielleicht zu lange, Schwester. Ich wollte Dich erinnern, dass selbst der Stein irgendwann Staub wird.“ Galealith lächelte kaum merklich, ob der Worte ihrer Schwester, ehe sie wieder das Wort ergriff. „Staub wird wieder Stein, wenn man ihn lässt. Aber Du … Du fliegst zu schnell, um dies zu sehen.“ Es war keine Feindseligkeit, sondern ein uraltes Gespräch – Das zwischen Bewegung und Beständigkeit. Innerlich spürte die Idhren, dass sie beide auf ihre Weise recht hatten – Dennoch erhob sie alleine der Etikette halber nicht das Wort. „Behalte im Herzen was ich Dir beigebracht habe und gib auf Deine Pfade acht.“ Einige Zeit später wandte sich Sevalidith mit jenen Worten an die Golodh, ehe sie sich schließlich wieder auflöste.<br /><br />„Du hast von ihr gelernt, Dich treiben zu lassen. Nun musst du lernen, Probleme besonnener und mit mehr Geduld anzugehen. Folge mir.“ Das Grollen von Galealith klang wohlwollend als sie mit einem Fingerzeig die Idhren dazu ermutigte ihr zu folgen. Ohne Zögern tat sie dies und beide drangen tiefer in das Innere der Kaverne vor. Dort lag ein alter Hain, dessen Bäume genährt vom Licht eines großen smaragdenen Kristalls, auf wundersame Weise wuchsen. Bei genauerer Betrachtung jedoch, schienen manche erkrankt zu sein. Ihre Rinden waren von Fäulnis durchzogen, sie trugen schwarze Blätter und andere glimmten noch schwach in Grün. Der Boden war feucht, unruhig, als kämpften Leben und Tod um denselben Platz.<br /><br />Galealith blickte lange auf eine der Wurzeln ehe sie sich zur Idhren wandte, die neben ihr verharrt war und jene Szene ebenfalls genauer betrachtete. „Alles will leben, Kind der Sterne, aber nicht alles soll es.“ Bei jenen Worten reichte sie der Golodh ihre Hände. Sie fühlten sich war an wie Erde im Sommer. Galealith blickte ihr nun länger in die Augen ehe sie wieder das Wort ergriff und die Hände der Golodh ein wenig fester umfasste. „Ich gebe dir die Macht, zu nähren, aber du musst wählen, was du bewahrst und was du vergehen lässt.“ Die Idhren spürte, wie Lûth durch sie hindurchfloss – schwer und langsam, anders als jede andere. Als der Strom endete, trat sie zurück und widmete sich wieder dem Hain. Sie erkannte, dass die Wurzeln, die sich durch ihn hindurchzogen wie die Lebensadern eines großen Wesens waren. Wenn sie eine hiervon stärken würde, schwächte sie hingegen eine andere. Die Idhren, versuchte zunächst angespornt und voller Tatendrang, alle zu retten, doch als dies tat, breitete sich sofort die Krankheit wieder aus – Noch schneller als zuvor. Würde sie zu viel opfern, könnte der Hain dahinsiechen und das Licht des Smaragds im Zentrum des Hains verblassen. Als die Golodh plötzlich innehielt, lauschte und die Ströme der Erde fühlte, begreift sie allmählich – Es gab kein „richtig“ oder „falsch“ – Nur das Gleichgewicht.<br /><br />Galealith schwieg, während die Idhren inmitten des kranken Hains stand und über ihre nächsten Schritte nachdachte. Die Luft war feucht, schwer von Fäulnis und Leben zugleich. Überall wanden sich Wurzeln durch den Boden. Einige pulsierten noch, andere waren bereits schwarz und tot. „Erde spricht nicht zu Ohren, sie spricht zu Blut. Lausche mit deinem Herzschlag.“ Das wohlklingende Grollen der Faer-Muinthel veranlasste die Golodh dazu, in die Knie zu gehen und beide Hände auf den feuchten Erdboden zu legen. Wenig später schloss sie ihre Augen und begann sich zu konzentrieren. Langsam begann sie, den Rhythmus der Welt zu spüren, so wie es ihr damals eine der Lindel, namens Feynyala, einst vermittelt hatte. Es war ein dumpfes, tiefes Pochen – Das Herz der Erde selbst. Es war kein Klang, sondern ein Gefühl im Körper, als würde jeder ihrer Atemzüge schwerer und ruhiger.<br /><br />In dieser Stille erkannte sie, dass Leben und Tod keine Gegensätze sind, sondern Wellen im selben Atemzug der Welt. Einige Zeit später zeigte Galealith auf vier mächtige Wurzeln, die aus der Erde ragten. Jede trug für sich ein anderes Zeichen. Eine leuchtete grün, lebendig und stark. Die nächste war grau, träge und von Pilzen befallen. Eine weitere hingegen schwarz, kalt, aber voller stiller Energie. Die Letzte war rissig, aber in ihr keimten kleine Sprösslinge. „Vier Wege, vier Schwestern, vier Entscheidungen. Wähle nicht mit dem Kopf – sondern mit der Erde in Dir.“ Die Worte von Galealith ließen Silithil erkennen, dass jede Wurzel ein anderer Aspekt des Kreislaufs war. Cuil - Das pulsierende Grün. Meth - Das kalte Schwarz. Wandel - Die Rissige, die Neues aus Altem gebiert. Stillstand - Die Graue, in der Leben und Tod sich verkeilten. Die Idhren begriff nun, dass das Gleichgewicht nicht im Retten oder Zerstören lag, sondern im Zulassen, dass jedes Prinzip seinen Platz einnahm.<br /><br />Die Idhren begann damit die Elemente zu formen, mit denen sie mittlerweile Vertrauter wurde, doch diesmal, auf andere Weise. Naur brannte nicht, sondern wärmte. Nen floss nicht, sondern sickerte tief. Gwillith bewegte sich kaum, aber trug den Duft der Erde. Als sie begann die Zauber zu weben, senkte sie die Hände in die Erde bis zu den Handgelenken. Lûth strömt aus ihr, grün und braun, warm und feucht zugleich. Um sie herum begannen die Wurzeln zu leuchten – die eine in hellem Smaragd, die andere in tiefem Bernstein, die dritte in dunklem Ocker. Nur die graue bleib matt. Galealith beobachtete die Golodh still, deren Atem immer schwerer wurde. Ihre Kräfte teilten sich. Eine Hälfte gab Leben, die andere nahm es. Wo sie nährte, blüht es; wo sie es entzog, kehrt Ruhe ein. Die graue Wurzel, Symbol des Stillstands, zerfiel und aus ihrer Asche wuchs eine neue, feine, die beide Energien vereint. In der Mitte des Hains entstanden Risse im Boden. Die alte, verdorrte Rinde zerbrach und darunter erscheint neues Grün. Ein junger Baum erwuchs und schlang sich mit seinen Wurzeln um die Gebeine eines alten. Seine Blätter schimmerten in den Farben hellgrün und bronze. Das Licht beruhigte sich nun ebenfalls. Der Geruch von Moder wich langsam dem Duft frischer Erde.<br /><br />Galealith trat in diesem Moment näher, legte ihre Hand auf den Stamm bevor sie mit einer Stimme sprach, die klang wie fernes Donnerrollen „Du hast verstanden. Dass Leben Erde braucht, und Erde Tod. Du hast beide genährt und beide geehrt.” Die Idhren fühlte sich leer, aber ruhig – Der Ritus hatte an ihren Kräften gezehrt. Als sie aufblickte, sah sie, dass das Smaragdgrab leuchtete – nicht grell, sondern sanft, wie ein ruhiger Atem. “Leben ist kein Recht, sondern ein Kreislauf. Erde ist nicht Besitz, sondern Gedächtnis.“ Jene melodischen Worte huschten über die Lippen der Golodh, welche nur mit einem sanften Nicken von ihrer neuen Gastgeberin quittiert wurden. „Es ist an der Zeit das Du etwas ruhst, ehe wir mit einer anderen Angelegenheit fortfahren. Für Deine kommenden Aufgaben musst Du einen klaren Kopf bewahren, sonst wirst Du durch Unvorsichtig verschlungen.“ Wie aus dem Nichts tauchten in diesem Moment mehrere Amar-faer aus dem Erdboden auf, die der schwerer atmenden Golodh auf die Beine halfen. Galealith deutete ihr tiefer in die Kaverne zu folgen, wohl in ihre neuen Gemächer. Entkräftet, folgte die Idhren nun der Faer-Muinthel und verließ den unterirdischen Hain.<br /><br /><b>Elementarschwestern:</b><br /><br />Nydaeweth – Eigenname der Schwester des Feuers<br />Caderieveth – Eigenname der Schwester des Wassers<br />Sevalidith – Eigenname der Schwester der Luft<br />Galealith – Eigenname der Schwester der Erde<br /><br /><b>Sindarin – Deutsch</b><br /><br />Eldalië – „Das Volk der Elben (allg.)“<br />Golodh/Gelydh – Hochelb(e)/Hochelben<br />Lindel/Lindil – Waldelb(e)/Waldelben<br />Idhren/Idhrin – Weise (allg.) [Bezogen auf eine Person bezeichnet dies einen Weisen niederen Ranges]<br />Feanturi – Elementarherren (Herren der Geister)<br />Nuro i Feanturi – Diener der Elementarherren (Herren der Geister)<br />Faer-Muinthel/Faer-Muinthil – Elementarschwester<br />Amar-faer – Elementargeist/Elementargeister<br />Aerlinn – „Das heilige Lied“ / „Herzschlag der Welt“<br />Lûth – Magie<br />Cae – Erde<br />Gwilith – Luft]]></description>
<dc:creator>Silithil Nauralass</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Mon, 01 Dec 2025 00:04:34 +0100</pubDate></item>
<item>
<guid>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82299,82299#msg-82299</guid>
<title>Ein Schreiben wird Konzilsvorstand Vlos&#039;Drathir mittels eines Schattenwesens überbracht</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82299,82299#msg-82299</link><description><![CDATA[*Das Schreiben ist mit guter blauer Tinte auf feinem und sorgfältig gerolltem Pergament geschrieben.*<br /><br />&quot;Dem Siegel zum Schutze, Konzilsvorstand Vlos&#039;Drathir.<br /><br />Ich gehe sicherlich recht davon aus, dass Ihr bereits aus Moonglow über die bestandene Magaprüfung<br />informiert wurdet. So dem nicht sei, so sei Euch dies nun von mir kundgetan.<br /><br />Als Zeichen meines Dankes habe ich ein seltene Gegenstände sichern können, die ich euch in den nächsten Tagen noch zukommen lassen möchte,<br />bevor ich mich in meine Heimat begebe, um von meinem eigenen Haus Lob oder Tadel zu empfangen habe.<br /><br />Maga Aria von Loghan&quot;]]></description>
<dc:creator>Maga Aria von Loghan</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Tue, 25 Nov 2025 16:58:28 +0100</pubDate></item>
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<title>Re: *laut rufen die Boten* MARKTSTUNDE - Jetzt an jedem Tag der Sonne, 6. Stunde an der Rast</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82280,82296#msg-82296</link><description><![CDATA[Und erneut rufen die Boten aus zur &quot;MARKTSTUNDE&quot; am Tag der Sonne.<br /><br />&quot;Kommt herbei ihr Handwerker und Händler, und alle die etwas benötigen.&quot;]]></description>
<dc:creator>Hannef Hester</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Sat, 08 Nov 2025 02:34:31 +0100</pubDate></item>
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<title>Die Stille, die Hörner trägt</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82295,82295#msg-82295</link><description><![CDATA[Im nördlichen Saum des alten Stolzenforst, wo die Wege zu Erinnerungen werden und das Laub wie verschluckte Worte klingt, las Ithulien Lirindiel in vergilbten Blättern von einem Tier, das kein Mund voll nennt: dem Umbrawidder. Kein Gelehrter des Konzils hatte ihn gesehen, doch in Seitenrändern und Mönchshänden standen Zeichen, die man nicht für Tinte halten möchte - schmale Haken, halb wie Huf und halb wie Rune, vermerkt bei Nacht, wenn die Schreiber schwören, sie hätten nicht geschrieben.<br /><br />Es heißt, der Widder schreite über Hänge, die selbst der Wind meidet; seine Hörner seien wie doppelte Monde gebogen, und wo er senkt, senkt sich auch der Lärm. Manche nennen ihn nur einen Schatten, den das Auge ordnen will; andere einen Rest alter Herrschaft, der in die Wildnis gefallen ist und dort weiter atmet. In einem Bündel Klosterschriften fand Ithulien eine Hand, die flackerte - ein Hinweis auf eine Kuhle tief im Dorn, „wo das Gras schwarz glitzert, wenn der Morgen sich verspätet“. In einem Kaufmannsbuch aus den freien Landen begegnete ihm ein Preis für „Stille an einer Passnacht“; niemand nahm den Handel an, doch der Eintrag blieb. Und in den flüsternden Hallen von Marlanthir, zwischen zwei Psalmen, stand ein einzelnes Wort, das nicht dorthin gehörte: Umbra.<br /><br />Seither geht Ithulien, nicht hastig, sondern mit der Geduld des Zählers, der weiß, dass jede Zahl einen Platz hat. Er misst die Schritte an den Wurzeln, zählt die Pausen der Vögel, prüft, ob der Wald die Luft anzieht, bevor er antwortet. Er sucht keinen Kampf und trägt keine Trophäe, nur Fragen. Wo die Hänge enger werden, legt er das Ohr an den Boden, ob ein tiefer Ton noch in den Adern der Erde wacht. Wo die Dornen tiefer greifen, hebt er die Zweige mit der flachen Hand, als streiche er eine unsichtbare Schrift glatt. Er spricht wenig und schreibt weniger; was er notiert, sind Ränder: „Hier schwieg der Bach.“ - „Hier wartete der Wind.“ - „Hier fiel der Schritt, als ob ein Takt ihn nahm.“<br /><br />Von Feenseide reden die Blätter auch - von Fäden, die das Scharren der Welt dämpfen, gesponnen an Stellen, wo Lachen zerbricht. Nicht einmal die Feen nennen jene Fäden beim Namen, wenn der Mond alt ist; doch wer sie sucht, findet gelegentlich eine Lichtspur im Regen, die nicht nass wird. Und zwischen zwei unsicheren Linien steht vermerkt, dass Hörner, die nie den Tag gekannt haben, eine Maske geben können, welche die Stimme schmal macht wie ein Messer: eine Fratze nicht für Furcht, sondern für Zucht. Das alles sind Worte in Büchern; die Welt selbst hat sie Ithulien noch nicht gezeigt.<br /><br />Er folgt den Spuren, die eigentlich keine sind: einem Platz im Farn, an dem die Halme nicht brechen, sondern geordnet liegen; einem Hauch von Eisen in der Luft, der kommt, wenn kein Metall da ist; einer Stille, die einen Atemzug lang auf allem liegt wie eine unsichtbare Hand. Wo sie sich verdichten, legt er eine Markierung in den Boden - nicht Kreide, nicht Zeichen, nur einen Stein, der ein wenig gerader sitzt als die anderen. Dann geht er weiter, hinein zwischen Stolzenforst und den freien Landen, dorthin, wo die Karten nur noch raten und die Pfade sich aneinander erinnern.<br /><br />Manchmal, wenn die Dämmerung in die Bäume steigt und die Wipfel die Farbe von altem Zinn annehmen, bleibt Ithulien stehen und lauscht, ob nicht doch ein Ton den Hang hinabrollt, dumpf und fern, wie von Hörnern, die die Nacht rammen. Dann hält er den Atem an und zählt bis eins - und noch einmal bis eins - und lächelt nicht. Denn dies ist kein Ende, sondern ein Anfang. Die Schriften sind gelesen, die Wege sind offen, und der Hain antwortet, wie alte Dinge antworten: erst mit Abwesenheit, dann mit Gewöhnung, dann - vielleicht - mit Erscheinung.<br /><br />Wer ihm folgen will, finde die Stelle „wo das Gras schwarz glitzert, wenn der Morgen sich verspätet“, und warte eine Stunde, in der kein Vogel singt. Vielleicht senkt die Luft sich dann, als hätte sie Hörner. Vielleicht liegt nur Stille. Beides ist Zeichen. Und irgendwo zwischen beiden geht ein Elb, der Ordnung sucht, wo Schatten wohnen - noch ohne Helm, noch ohne Fäden, nur mit der Hand, die schon weiß, wie man sie halten wird.<br /><br /><img src="https://i.ibb.co/xtQzCMCt/Chat-GPT-Image-5-Nov-2025-13-48-14sm.png" class="bbcode" border="0" />]]></description>
<dc:creator>Ithulien Lirindiel</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Wed, 05 Nov 2025 13:50:27 +0100</pubDate></item>
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<guid>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82294,82294#msg-82294</guid>
<title>Der Schwur von Hythloth</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82294,82294#msg-82294</link><description><![CDATA[Der Wind wehte kalt über den schwarzen Felsen, als Ithulien Lirindiel den letzten Anstieg hinaufstieg. Der Mantel aus schlichtem Grau klebte schwer an seinen Schultern, und unter dem Stoff glimmten drei Ringe matt im schwachen Licht. Vor ihm ragte das Tor von Hythlos empor, uralt, von Rissen durchzogen, aus denen fahles, bläuliches Licht sickerte.<br /><br />Seit Wochen hatte ihn eine unsichtbare Logik hierhergeführt - kein Ruf der Götter, sondern eine Gleichung, die sich in seinem Innern vollenden wollte. Er wusste nur, dass in der Tiefe dieses Ortes etwas erwachte, das Maß und Unmaß in neuer Weise verbinden konnte. Etwas, das die Welt nicht zerstören, sondern neu ordnen würde - wenn man verstand, es zu lenken.<br /><br />Er legte die Hand auf das Gestein. Es war warm, vibrierend, wie ein Herz unter Stein. Nicht lebendig, dachte er, sondern gespannt - wie eine Saite, kurz vor dem Ton.<br /><br />Hinter ihm hallten Schritte, leise, aber absichtsvoll. Aus dem Schatten trat Valzzur, ein Drow mit Augen so still wie gefrorenes Wasser. Sein Blick maß, nicht musterte.<br /><br />&quot;Ich hätte nicht gedacht, dass einer aus Marlanthir den Ruf hören kann,&quot; sagte er. Die Hand lag am Griff seines Dolches, und das Metall flüsterte, als lausche es selbst. &quot;Dieser Ort gehört nicht dir, Ordner.&quot;<br /><br />Ithulien drehte sich nicht sofort um. &quot;Ich habe gelernt,&quot; erwiderte er ruhig, &quot;dass Besitz eine Frage der Dauer ist. Wer bleibt, dem gehört, was standhielt.&quot;<br /><br />Valzzur lachte tonlos. &quot;Ihr Elfen mit euren Gleichnissen. Ich bleibe, wo Macht ist.&quot;<br /><br />&quot;Dann,&quot; sagte Ithulien und trat einen Schritt zur Seite, &quot;sind wir beide am richtigen Ort.&quot;<br /><br />Noch ehe sich die Spannung löste, schob sich Licht zwischen sie. Ein silberner Funke, und aus ihm trat ein Mann mit grauem Gewand, schlicht, fast demütig, und doch atmete die Luft um ihn wie gespanntes Glas. Gladios, der Erzmagier, sah sie an - nicht streng, aber mit der ruhigen Sicherheit desjenigen, der weiß, dass alles nach seiner Zeit geschieht.<br /><br />&quot;Genug,&quot; sprach er. &quot;Hythlos lässt sich nicht mit Stahl oder Spruch öffnen. Es braucht vier Essenzen. Und ihr zwei... seid Teil davon.&quot;<br /><br />Valzzur zog die Brauen zusammen. &quot;Und du bist der vierte?&quot;<br /><br />Gladios lächelte nur. &quot;Nein. Der vierte kommt noch.&quot;<br /><br />Die Luft verdichtete sich. Ein dumpfer Ton, wie das ferne Atmen eines Berges. Dann trat aus dem Nebel eine Gestalt in schwerer Rüstung, deren Metall Symbol trug: eine Sonne, deren Strahlen nach innen krümmten. Merdun, der Priester des Verderbens, blieb stehen.<br /><br />&quot;Ihr habt mich gerufen,&quot; sagte er leise. &quot;Vier Wege, ein Tor. Hythlos wartet.&quot;<br /><br />Ithulien musterte ihn. Kein Widerwille, keine Furcht - nur Interesse. &quot;Dann sind wir vollständig,&quot; murmelte er. &quot;Ordnung braucht vier Säulen.&quot;<br /><br />&quot;Und wenn die Säulen brechen?&quot; fragte Gladios.<br /><br />&quot;Dann,&quot; erwiderte Ithulien, &quot;beginnt die nächste Struktur.&quot;<br /><br />In diesem Moment erzitterte der Fels. Die Risse am Tor leuchteten auf - silber, purpur, tiefschwarz und klares Blau. Jeder von ihnen fühlte das Ziehen eines Zeichens, ein inneres Summen, das wie ein Atem durch sie ging.<br /><br />Sie legten die Hände auf die Zeichen. Kein Zögern, kein Wort.<br />Ein gleißender Blitz schnitt den Himmel, und das Tor öffnete sich mit einem Laut, der wie ein Herzschlag klang - geordnet, wiederkehrend, unvermeidlich.<br /><br />Ein kalter Luftzug strömte hinaus, und das Flüstern, das ihn begleitete, war kein Wahnsinn. Es war Struktur. Alte, reine, furchtbare Ordnung.<br /><br />Ithulien schloss die Augen und sprach, kaum hörbar:<br />&quot;Der Einsatz ist gesetzt.&quot;<br /><br />Dann traten sie ein.]]></description>
<dc:creator>Valzzur</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Mon, 03 Nov 2025 14:48:27 +0100</pubDate></item>
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<title>Unter Dornen schweigt das Mitleid</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82292,82293#msg-82293</link><description><![CDATA[Im Westen der Elfenlande, dort, wo die Hügel des alten Stolzenforst in ein graugrünes Wogen aus Dorn und Distel fallen, liegt ein Wald, den die Karten meiden und die Alten nur flüsternd nennen: den Fluchwald. Dort schweigen die Pfade, und die Zweige fügen die Luft so eng, dass der Wind selbst die Schultern schmal machen muss, um hindurchzukommen. In jene Stille trat Ithulien Lirindiel, Sohn Marlanthirs, ein mit Mantel und Maß, und in seinem Herzen brannte die leise, kalte Flamme des Strebens.<br /><br />Er suchte nicht Zuflucht, sondern Vorrang: verschollene Lehrsätze, Ringworte aus grauer Zeit, Orte, an denen Eide wie Harz im Holz stehen. „Die Stunde hält, wo ein Einsatz ist,“ murmelte er, und seine Stimme klang im Geäst wie eine Saite, die man stimmt. Doch der Wald gab nicht Antwort, er gab Prüfungen.<br /><br />Zuerst kamen die Baumhirten - nicht die ehrwürdigen Wächter, die mit dem Jahrtausend atmen, sondern solche, deren Säfte vergoren waren, als hätte ein finsterer Spott sie in der Rinde verkrustet. Sie standen wie wachende Türme und neigten sich doch unruhig, und aus ihren Blättern fiel kein Segen, sondern ein Rascheln, das an Hohn gemahnte. Als Ithulien den Steinkreis am Rande einer vertorften Lichtung betrat, reckte der größte unter ihnen sein Gezweig wie drohende Arme.<br /><br />„Elb,“ knarrte es, „du bringst Zucht in fremdes Dickicht. Kehre um - oder wir biegen dich zu Brennholz.“<br /><br />Ithulien hob die Hand, und keine Glut sprang daraus, nur Ordnung: Er setzte die Worte wie Pflöcke in den Boden. Dreimal sprach er, und jede seiner Stimmen trug einen Sinn - Befehl, Gewähr, Geißel - und jeder Sinn hatte sein Maß. „Ich nehme den Pfad,“ sagte die erste. „Ihr steht und schützt,“ sagte die zweite. „Und wer bricht, der brennt,“ sagte die dritte. Da schwiegen die Baumhirten; nicht aus Furcht, sondern weil das Gesagte so schwer war, dass es einen Atemzug lang die Welt niederhielt. Sie wichen nicht, doch sie rührten nicht an - und das genügte.<br /><br />Weiter innen lag das Reich der Feen, deren Laune heller ist als Morgenstaub und schärfer als Glas. Aber der Hain hatte sie verrückt gemacht; ihr Lachen war zu Splittern geworden, die in der Luft schwirrten, und ihre Tänze rissen die Ränder des Tages auf, als wollten sie die Zeit ausfransen. Sie flochten aus Mondfäden Netze, in denen Vernunft sich fing, und warfen sie wie Schmetterlingsfänger auf jedes klare Denken. Ithulien ließ sich nicht locken. Er stellte keine Fragen und gab keine Antworten. Stattdessen spannte er um sein Herz eine leise Stille, die er in langen Jahren am Konzil gelernt hatte, und ging, bis sein Tritt im Moos den Takt schlug.<br /><br />Als die Feen den einen fanden, der nicht sprang, sangen sie ihn an - hoch, spitz, behend - und stieben doch zurück, denn sein Blick war wie ein Messer ohne Griff. „Tänzerinnen,“ sprach er, „euer Faden bindet, doch er hält nichts. Gebt mir, was standhält.“ Und er bot ihnen nicht Gold, nicht Honig, sondern eine Stunde ohne Zeugen, eine Stunde, in der ihr Spott abprallen musste, weil niemand ihn hörte. Es war ein seltsamer Handel, doch Feen lieben die Seltsamkeit – sie schnitten von ihren eigenen Schleiern, achtsam, dass die Farbe blieb, und gaben ihm Seide: so dünn wie Atem, so zäh wie Ehre. Ithulien wickelte sie nicht um die Finger, sondern um Worte; denn diese Seide trug Zauber, wie eine Klinge die Schärfe trägt, und dämpfte doch das Geräusch des Befehls, dass Gehorsam wie ein Gedanke in den Angesprochenen aufging.<br /><br />Tiefer noch, am dunklen Wasser eines Teiches, dessen Spiegel keine Sterne mochte, fanden ihn die Einhörner. Einst waren sie die Sanften des Waldes gewesen, in deren Hufschlag Heilung klang; doch jetzt fraß ein Wahnsinn an ihnen, der nicht schäumte, sondern lachte. Ihre Augen glitzerten wie zerbrochene Nacht, und ihre Hörner zeichneten Zacken in die Luft, als schnitten sie unsichtbares Tuch.<br /><br />„Weicht,“ rief Ithulien, doch seine Worte hatten keinen Halt; denn der Wahn hat seine eigene Ordnung, die keinem Gesetz untertan ist. Da lief das erste an, schlank wie Pfeilflug; das zweite sprang, als folge es einem Takt, den nur es hörte; und das dritte stand wie ein Tor, das sich schließt.<br /><br />Er legte keine Flammen an sie; er legte Grenzen. Mit der Feenseide spannte er Linien zwischen Wurzel und Stein, und wer darüber setzte, fand seinen Schritt gehemmt, wie von unsichtbarer Hand gehalten. Nicht alle kehrten um. Zwei brachen an der Raserei, die sie längst fraß, und sanken im Gras, als wäre ihnen die Welt zu schwer geworden. Lange stand Ithulien bei ihnen. Kein Lied kam ihm über die Lippen. Einmal hob er die Hand, als wolle er den Segen rufen, den man Elben zubilligt; aber der Segen blieb fern, denn dies war kein gerechter Tod.<br /><br />Er kniete nieder und sprach, was er sprechen konnte: dass eine Stunde kommen möge, in der der Wahn aus ihnen gewaschen werde, fern von seinem Tun und seiner Suche. Dann löste er mit stillen Händen, was der Wald nicht tragen konnte. Aus den Hörnern der Gefallenen gewann er eine Maske: Er säuberte sie im Wasser, dessen Kälte ehrlich war; er band sie mit feinen Bändern aus Feenseide; und was übrig blieb, trug er wie ein Schuldzeichen, nicht wie eine Trophäe. Wenn er die Maske vor das Gesicht legte, wurde seine Stimme enger und härter, als spräche er durch weißes Holz; und wer ihn sah, vergaß, dass Gesichter auch milde sein können. Die Maske war kein Zauberwerk der Prahlerei; sie war das Werkzeug eines Willens, der keinen Umweg mehr suchte.<br /><br />So schritt Ithulien weiter, und die Schatten wichen nicht, doch sie nahmen Form an. Überall, wo er vorbeiging, merkten die Dinge sich an, was er ihnen zumutete: Die Baumhirten standen gereckter, als stünden sie nun unter einem aufgezeichneten Stern; die Feen tanzten enger, als hätte der Boden Linien bekommen; und die Tiere hielten den Atem, wenn sein Mantelsaum an Farn rührte. Mehr als einmal fragte der Wald selbst, in dem geheimen Zungenschlag von Blatt und Borke, ob dieser Elb nicht zu viel Maß in die Natur trage. Doch Ithulien hörte den Einwand nicht, oder tat, als höre er ihn nicht; denn das Streben nach Macht hatte in ihm Wurzeln gefasst, die nach unten suchten wie die Wurzeln der Eichen.<br /><br />Weder Ring noch Stab trug er, die Geschichten läuten machen; nur Seide, die den Befehl im Schweigen führt, und Maske, die das Herz verhärtet, wenn es zögern will. Und mit jeder Stunde im Fluchwald wurde sein Schritt richtender, sein Wort strenger, sein Blick gleichmütiger gegen das, was man früher Mitleid genannt hätte. Wenige hätten in ihm noch den Schüler Marlanthirs erkannt. Viele hätten gesagt: „Seht, wie die Ordnung den Mann besitzt, der sie zu besitzen meint.“<br /><br />Als er den Wald schließlich verließ, lag hinter ihm kein Sieg, wie Menschen ihn zählen, und auch kein Fluch, wie Dichter ihn singen. Hinter ihm lag Gewöhnung: Zweige, die sich fügen; Pfade, die nicht widersprechen; ein Wind, der warten kann. Vor ihm lag die längere Straße, und auf ihr die alten Fragen: Wie viel muss man biegen, um zu bewahren? Wie hart darf eine Hand werden, die die Stunde halten will?<br /><br />Ithulien zog den Mantel fester, und der Saum strich über die Maske an seinem Gürtel, dass es klang wie ein leiser, heller Schnitt. „Noch sind die Artefakte nicht gefunden,“ sprach er in die dünne Luft, „aber der Wald hat mir gegeben, was ich brauche, um sie zu nehmen.“ Und sein Schatten, lang und schmal, fiel vor ihm her wie eine Linie, die schon geschrieben ist, ehe die Hand sie zieht.<br /><br /><br /><img src="https://i.pinimg.com/736x/3f/21/f9/3f21f9d3a6f7751f8b1d17cf11223eb2.jpg" class="bbcode" border="0" />]]></description>
<dc:creator>Ithulien Lirindiel</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Mon, 03 Nov 2025 13:13:54 +0100</pubDate></item>
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<title>Die Hand, die den Chor lenkt</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82292,82292#msg-82292</link><description><![CDATA[Im dämmernden Grün der Elfenlande, wo die Wipfel der uralten Hallen wie stilles Meer im Wind atmeten, wuchs Ithulien Lirindiel heran – ein Sohn des Liedes und der Zahl, hell an Geist und straff an Wille. In Marlanthir, dem hohen Sitz der Lehrenden, lernte er die leisen Gesetze der Dinge kennen: wie Sternenlauf und Wurzelwerk einander grüßen, wie Worte binden und Schweigen heilt. Lange war sein Herz dem Gleichmaß ergeben; doch unter der glatten Oberfläche reifte eine andere Sehnsucht - nicht nach Bewahrung, sondern nach Herrschaft über das Wandelbare, nach einem Takt, der stärker ist als Zufall und Laune.<br /><br />„Wir halten die Mitte,“ sprachen die Ältesten, und ihre Stimmen waren mild.<br />„Die Mitte hält nicht sich selbst,“ entgegnete der Jüngere, und seine Augen waren kühl.<br /><br />So kam die Zeit, da Ithulien aus Marlanthirs Toren schritt. Nicht im Trotz, auch nicht im Groll, sondern in jener gesammelten Entschlossenheit, die wie Stahl unter Seide liegt. Er trug einen Mantel von schlichtem Grau, drei unscheinbare Ringe an der Hand, Karten aus seiner Lehrzeit am Konzil der Magier – jenen ernsthaften Männern und Frauen im Bund der freien Lande, die Wissen wie Korn in Speicher legen – und in seiner Brust ein Wort, das er nicht mehr vergaß: Einsatz. Denn er meinte, die Welt sei ein Chor, der zerfiele, wenn niemand den Schlag gäbe.<br /><br />Gen Westen sanken die Wälder und die Wege wurden härter. Das ehemalige Herzogtum Stolzenforst lag da wie ein halb vergessener Eid: Burgen ohne Banner, Straßen, die nur noch von Staub und Erinnerung heimgesucht wurden. Jenseits, in den wilden Markungen des Bundes der freien Lande, lag kein Gesetz als das, welches Männer für eine Nacht mit Messer, Münze oder Ehre setzten. Dort diente Ithulien zuerst als Ratgeber in geringen Dingen: Er glättete Streit um Furten und Zölle, teilte Redezeiten zu, legte Fristen wie Schienen; und siehe, die Geschäfte gingen leichter, die Stimmen wurden leiser, und die Leute, die ihn riefen, nannten ihn klug.<br /><br />Doch wo er verhandelte, horchte er. In Kellern, die nach Korn und Kühle rochen, in Schenken, wo das Wort rascher flog als der Löffel, sammelte er Spuren – nicht nach Geräten der Wunder, die die Hände gierig machen, sondern nach Lehrsätzen, die Willen in Formen zwingen, nach mehrstimmigen Siegeln, die Befehl, Lohn und Drohung in eins verschränken, nach Bindungsorten, an denen Geschichte schwer liegt wie Stein. Und je länger er suchte, desto weniger trug seine Stimme den weichen Klang der Heimat: Sie nahm den Ton eines Zählers an, der Menschen und Mächte nach Gewicht und Wirkung bemisst.<br /><br />Bald wandelte er jenseits der hellen Wege. In Speicherhäusern nahe den Märkten, deren Balken das Flüstern der Nacht halten, begegnete er Gesandten der Tiefen Sippe, die andere Drow nennen. Ihre Augen waren dunkel wie Brunnenlicht, ihre Sätze schmal und scharf. „Wir handeln in Zugängen,“ sagten sie, und die Schatten nickten mit. „Du begehrst Pfade, die wir kennen.“ Ithulien nannte seinen Preis: nicht Gold, sondern Einlass in vergessene Gewölbe, Einsicht in alte Ordnungen, Namen von Räumen, wo Eide wie Salz im Holz stehen. Ihr Preis war Schweigen und Rücksicht, Beharrlichkeit im Schatten, und ein stilles Einverständnis, dass Ordnung auch ohne Erbarmen bestehen kann.<br /><br />Mit den Orks fand er einfacher Recht, denn ihr Brauch ist laut und klar. Auf den Graten des Stolzenforst, wo der Wind die Zöpfe hart zeichnet, bot er Marschordnung gegen Wegerecht. „Keiner brüllt in der Nacht; keiner löscht das Feuer träge; Wasser fließt nach Maß, Schritte folgen Zeichen,“ sprach er, und der Kriegsherr, Narben wie Knoten über die Brust gespannt, erwog den Nutzen. So kam es zu befristeten Schwüren, nicht zu Freundschaft: Sie gaben ihm Schutz durch enge Pässe, er gab ihnen Zeitgewinn, und beider Hände blieben frei, wenn der Mond wechselte. Aus dieser Kälte spross kein Mitleid – aber Verlässlichkeit, die in wilden Landen seltener ist als Gold.<br /><br />Und dennoch, je öfter Ithulien Einsätze setzte, desto seltener lauschte er dem Lied. Er schrieb sein Denken in ein schmales Buch: *Der Eine Takt*. Darin hieß es, dass Freiheit ohne Ränder nur raschere Flut sei; dass Güte ohne Gesetz den Guten verzehrt; dass Würde dem Gewicht erliege, wenn ihr niemand zur Seite tritt mit Zucht. Solche Worte tragen zweischneidige Klingen. Man kann mit ihnen Städte führen – oder Seelen.<br /><br />Eines Abends kamen Boten aus Marlanthir in eine Herberge an der Waldkante. Sie trugen das leise Licht der Heimat in den Augen und den harzigen Geruch guter Arbeit in den Händen. „Du bist unser Kind,“ sprachen sie. „Kehre um. Lege ab, was du sammelst. Schwöre aufs Gleichmaß.“ Da stand Ithulien ans Fenster, das auf einen Hof ging, wo ein Knecht sein Pferd mit jener sanften Strenge striegelte, die mehr heilt als jedes Lied. „Ich schwöre auf den Einsatz,“ sagte er leise, „der die Stunde hält.“<br /><br />Für einen Atemzug schwieg alles im Raum, als lege eine unsichtbare Hand Lininen über Luft und Lärm. Dann regte sich das Haus, und die Boten sahen, was sie nicht sehen wollten: dass aus dem Schüler der Setzer geworden war; und dass das Maß, an das er glaubte, von ihm ausging.<br /><br />So nahm die Schattenwende ihren Anfang. Im Bund der freien Lande nannte man ihn den Grauen Ordner; Orks gaben ihm Beinamen, die in Kehlen sitzen und doch Respekt verraten; die Drow sprachen von ihm ohne Lächeln. Er baute keine Throne, schmiedete keine Kronen; und doch zog er unsichtbare Gitternetzte über Wege, Märkte, Heerzüge. Mit jeder geordneten Nacht wuchs die Gewohnheit, auf seinen Schlag zu warten; und wo Gewohnheit Wurzeln schlägt, da reift Gehorsam.<br /><br />Zuweilen kehrte er ans Konzil der Magier zurück, ein Gast am langen Tisch. Er stritt ruhig mit alten Lehrern; er gab nach, wenn ein Beweis traf; er bog zurück, wenn Vernunft es forderte. Aber aus den Zugeständnissen wuchs kein Umkehren. Denn er hatte in den leeren Burgen des Stolzenforst eine Wahrheit gefunden, die wie kalter Tau am Morgen beißt: Verlassene Herrschaft bindet mehr Erwartung als geübte, und Erwartung ist der leiseste Zügel.<br /><br />Und zuletzt – wer will sagen, wann ein Schatten beginnt? – mischte sich in seine Mäßigung ein Hauch von Härte, der nicht mehr nur Mittel war, sondern Anfang eines Endes. Wo er früher den Nutzen zählte, prüfte er nun das Recht des Stärkeren, nicht im Brüllen, sondern im Recht des Strukturierten: „Wenn der Takt bewahrt, darf er auch befehlen,“ sprach er. Und in Nächten, da der Wind an den Türen zog, flackerte in seinem Blick ein fernes Glimmen, wie von einem Feuer, das lange unter Asche lag und langsam Nahrung fand.<br /><br />Doch selbst da suchte er weiter und besaß wenig. Denn seine Gier war nicht die der Hände, sondern die der Ordnung. Er jagte Lehrsätze durch Archive, mehrstimmige Sigillen durch dunkle Schulen, Bindungsorte durch Kuppen und Klüfte; er reihte Namen zu Linien, Linien zu Plänen. Um ihn her schob sich die Welt unmerklich, als lärme sie leiser, wenn er stand, und eile, wenn er ging. Manche dankten ihm für Frieden, der freilich nach Eisen schmeckte; andere mieden seinen Schritt, als trage er Frost in Säumen.<br /><br />Wer den Atem Marlanthirs kennt, der fürchtet die Stunde, da Ithulien heimkommt, nicht mehr bittend, sondern mit Vertrag: Sicherheit gegen Souveränität – ein feines Schriftband, fester als Ketten. Vielleicht schlagen dann die Hallen die Augen nieder, und einer wird sprechen: „Dies ist Ordnung ohne Herz.“ Vielleicht aber seufzen die müden Lande und nehmen an. Denn so arbeiten die Schatten der Macht: nicht im Gewitter, sondern im Gewöhnen.<br /><br />Und wenn dereinst von Ithulien erzählt wird, wird man sagen, er sei edel begonnen und strenger geworden, bis die Strenge zur Kälte ausfror; dass er Maß suchte und in Macht geriet; dass er Einsätze gab, bis das Lied dem Takt gehörte und nicht mehr den Sängern. Dann mögen die Namen der Orte mitschwingen – Marlanthir und Stolzenforst, der Bund der freien Lande und das gelehrte Konzil –, und die Menschen werden wissen: Das Böse kommt selten mit Zähnen zuerst. Es kommt mit Ordnung, die niemandem wehtun will, und endet in Ordnung, die niemandem entkommt.]]></description>
<dc:creator>Ithulien Lirindiel</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Mon, 03 Nov 2025 11:12:30 +0100</pubDate></item>
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<guid>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82113,82291#msg-82291</guid>
<title>Surië an Fear-Muinthil – Suche nach den Elementarschwestern [V]</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82113,82291#msg-82291</link><description><![CDATA[Surië an Fear-Muinthil – Suche nach den Elementarschwestern [V]<br /><br />Weit über den Wäldern des Taur-in-Elin, dort, wo die Wolken an schroffen Felsen zerschellen, lag das verborgene Plateau Mar Súreo – das Haus des Windes. Es war kein Gebäude im eigentlichen Sinne, sondern ein System aus filigranen Stegen in dichten Nebelschwaden. Darin trieben Inseln – Manche so groß wie Wälder, andere kaum mehr als fliegende Felsbrocken, bewachsen mit schimmerndem Moos, das den Wind in Tönen atmen ließ. Die Luft war dünn, klar und erfüllt von ständigem Klang von flüsternden Stimmen, fernen Lieder sowie dem Schlagen unsichtbarer Flügel. Auf den schwebenden Inseln selbst, wehten Bannfäden und Klangharfen, die im Wind sangen. Feine Brücken aus geflochtenem Wind verbanden die Plattformen und fliegenden Landmassen miteinander, deren Konstellation sich in einer Art ständigen Tanz zu befinden schienen.<br /><br />Hier wohnte Sevalidith, die Windgeborene. Sie war von unbegreiflicher Anmut – so leicht und durchsichtig, dass man oft nicht wusste, ob man sie wirklich sieht oder nur spürt. Die Golodh war mit ihr vor knapp einem Mond in ihrer Wohnstätte angekommen. Hoch über den Nebeln, auf der Größten der schwimmenden Felsinseln, befanden sich Bauwerke einer unbekannten, längst untergegangenen Zivilisation, die sogar noch älter zu sein schien als die Eldalië selbst. Mit großer Faszination hatte die Idhren ihre Umgebung erkundet, wagte es aber zunächst nicht auf angrenzende Inseln oder Plattformen vorzudringen.<br /><br />Sevalidith hatte sie nach einiger Zeit schließlich zum Rande des großen Plateaus rufen lassen. Dort angekommen, musterte die Golodh ihre Gastgeberin erneut genauer. Ihr Körper war halb durchsichtig und die Ränder ihres Gewandes verschwammen im Wind. Das Gesicht der Faer-Muinthel wirkte heiter, aber distanziert, wie ein ewiger Hauch, der nie ganz greifbar wird. Sie sprach nur selten in Worten, doch wenn sie dies tat klang ihre Stimme wie das Rascheln von Blättern im Sturm oder das Wispern über endlosen Höhen. „Alles, was lebt, atmet und jedes Atmen ist ein Loslassen. Die Luft gehört niemandem. Willst Du sie verstehen, musst Du aufhören, sie festzuhalten.“ Mit diesen Worten löste sich Sevalidith in einen Windstoß auf, der die Idhren fast von einer nahen Klippe riss. Ein Summen erklang wenig später und der Wind selbst schien zu sprechen, flüsternd, tausendstimmig „Komm zu mir Sternenkind – Über diese Brücke. Es ist an der Zeit das Du die anderen Bereiche meines Heimes erblickst. Nur wer dem Wind nicht vertraut fällt.“ Es war Sevalidith, die sie zu sich rief. Vor der Golodh lag eine der Brücke aus verdichtetem Wind, die über eine unendliche Tiefe führte.<br /><br />Zögerlich stand sie weiterhin davor, ehe sie sich dann ein Herz fasste um den ersten Schritt zu tätigen. Jede Böe ließ das magische Konstrukt schwanken und jedes Zittern von Angst instabil werden. Zuerst versuchte die Idhren, das tobende Element Gwilith mit ihren Kräften zu bändigen – es ruhig zu halten. Je mehr sie den Wind allerdings dazu zwingen wollte, desto wilder tobte er. Aus dem Kräfteziehen folgte schließlich der Kollaps der Brücke und mit einem Gesichtsausdruck der auf ihren Zügen blankes Entsetzen widerspiegelte, stürzte die Idhren in die Tiefe. Es war ein unvorhergesehener Aufwind, der sie im letzten Moment erfasste und zurück auf die Brücke trug. Mühsam gelang es ihr die Fassung zu gewinnen und das leichte Zittern, aufgrund des Schocks schwächte ab. Je mehr dies geschah desto ruhiger wurden die Winde. Sie musste erkennen, dass Gwilith keiner erzwungenen Kontrolle folgt. Sie trug, wenn man sich ihr überlässt.<br /><br />Kaum hatte sie die Brücke zur Hälfte überquert, erhob sich plötzlich ein Sturm. Aus den peitschenden Böen formten sich flüsternde Stimmen – Erinnerungen, Zweifel, Gedanken.<br /><br />„Du verlässt Dich zu sehr auf Ordnung.“<br />„Du bist zu stolz, um dich treiben zu lassen.“<br />„Du bist gebunden an Regeln, die Du selbst geschaffen hast.“<br />„Lass los!“<br /><br />Die Idhren versuchte die Stimmen zu übertönen, aber der Wind schnitt jedes Wort in Stücke.<br />Mit der Zeit erkannte die Odhren, dass die Stimmen ihr eigener Atem waren – die Luft, die sie selbst ausgeatmet hat. Sie atmete tief ein … und aus. Die Stimmen verebbten. Gwilith ist Bewusstsein. Sie trug, was man hinausschickt und brachte es auch zurück.<br /><br />Zum Höhepunkt des angefachten Sturms erschien Sevalidith wieder, doch diesmal nicht in ihrer humanoiden Gestalt, sondern als Wirbel aus leuchtenden Energien. „Tanze mit mir, Silithil Nauralass. Zeig mir, dass Du fliegen kannst.“ Die Stimme der Faer-Muinthel erklang knapp neben dem Gesicht der Idhren, beinahe so als wäre ihr Haupt knapp neben dem ihrer verweilt. Die bloße Erwähnung ihres Namens jedoch ließ sie aufschrecken, besonders da er von ihren Gastgeberinnen bisher selten ausgesprochen wurde. Diesen kleineren Schockmoment nutzte Sevalidith schließlich aus und riss die Golodh mit sich. Umgeben von wirbelnden Winden hob die Idhren nun ab. Jede Bewegung, die sie machte, veränderte die Strömungen um sie herum.<br />Wenn sie zögerte, stockt der Wind. Öffnete sie sich, trug er die Golodh höher. Bald begriff sie, dass der Tanz nicht geführt wurde, sondern einfach geschah. Ihre Bewegungen wurden leichter, müheloser je mehr Übung sie gewann und desto größer ihr Vertrauen wurde. Wind und Wille verschmolzen. Sie lachte - Zum ersten Mal seit langer Zeit. Gwilith war Freude und Bewegung ihr Vertrauen.<br /><br />Der Flug endete sanft auf einem der kleinen, schwebenden Plateaus. Sie stand am Rand einer Klippe die in die unendlich erscheinende Tiefe führte. Von hier aus konnte sie die Hauptinsel noch gut sehen, ebenso wie einige weitere die sich in unmittelbarer Nähe von ihrem momentanen Standort befanden. Was wohl auf ihnen befinden mag? Noch ehe die Idhren den Gedanken weiterspinnen konnte Erschien über ihr Sevalidith in einer Gestalt aus tanzenden Energien und Nebel.<br /><br />„Nun spring. Nicht, um zu fallen – sondern um getragen zu werden.“ Die Stimme der Sevalidith wirkte ebenso vergnügt wie ermutigend. Am Rand der schwebenden Klippe stehend blickte die Golodh schließlich hinab. Unter ihr befand sich nichts als Nebel und Wind. Es gab diesmal keinen sichtbaren Weg, keinen Zauber, keine Garantie. Sie schloss die Augen, atmete ein – Cuil, das Leben. Danach atmete aus – Meth, das Vergehen. Bis sie dann schließlich schicksalsergeben in die Tiefe sprang. Im Fallen spürt die Idhren keine Angst. Nur den Wind – sanft, kühl, lebendig – der sie auffing und trug. Sevalidith lieblich klingende Stille erklang daraufhin erneut an ihrem Ohr „Du hast verstanden. Wer fliegt, tut es nie aus Zwang, sondern aus Vertrauen.“<br /><br />Schließlich landete die Idhren, sanft vom Winde getragen, auf einem schwebenden Plateau. Der Nebel schimmerte im goldenen Schein der aufgehenden Sonne und über ihr zogen hauchzarte Schleier aus Licht dahin, die in allen Farben der Morgenröte funkelten. „Atme. Wisse, dass du Teil des Stromes bist.“ Die Stimme der Muinthel hallte wie ein ferner Klang in den Lüften nach – nicht laut, aber tief und durchdringend. Die Golodh schloss die Augen und folgte dem Rhythmus ihres Atems, während sie auf dem vibrierenden Grund der Insel stand.<br />Da begriff sie, der Atem, der in jedes Wesen einströmt, gehörte zu Cuil – Bewegung, Leichtigkeit, Neubeginn. Der ausgeatmete Hauch hingegen war Meth – Loslassen, Hingabe, Ende ohne Furcht.<br /><br />Der Wind – Gwilith – war das Symbol des ewigen Kreislaufs zwischen beidem. Jeder Atemzug war Geburt und Tod zugleich, ein stilles Lied des Werdens und Vergehens, das alles Leben miteinander verband. Die Golodh öffnete die Augen und die Welt um sie herum wirkte verändert – Deutlich klarer, weicher, als habe sie den Schleier zwischen den Strömungen für einen kurzen Moment durchdrungen.<br /><br />„Das Gleichgewicht ist kein Zustand – es ist ein Fluss“ wisperte die Idhren leise und blickte in den leeren Himmel über sich. „Wer stehen bleibt, fällt. Wer vertraut, fliegt.“ Leise sprach sie jene melodisch klingenden Worte bevor sie ehrfürchtig das Haupt senkte. Ein leiser Windzug strich über ihr Gesicht – kühl, spielerisch, fast zärtlich. Dann formte sich aus den aufziehenden Nebelschwaden wieder eine Gestalt – Sevalidith war erneut erschienen. Ihr Körper bestand aus tanzenden Schimmerfäden, ihre Augen aus reinen Lichtreflexen. In ihrem Haar wehten kleine Federblätter, die allerdings nie zu Boden fielen. „Los, Kind der Sterne, beeil dich und folge mir. Ich zeige dir die restlichen Inseln.“ Mit diesen Worten wandte sie sich von der Golodh ab und schritt über eine Brücke, die aus schwebenden Windpartikeln bestand – kaum sichtbar, doch fest genug, um zu tragen, wenn man vertraute. Die Idhren folgte ihr ohne Zögern, und jeder Schritt ließ die Brücke leuchten, als ob die Luft selbst ihre Entschlossenheit spürte.<br /><br /><b>Elementarschwestern:</b><br /><br />Nydaeweth – Eigenname der Schwester des Feuers<br />Caderieveth – Eigenname der Schwester des Wassers<br />Sevalidith – Eigenname der Schwester der Luft<br />Galealith – Eigenname der Schwester der Erde<br /><br /><b>Sindarin – Deutsch</b><br /><br />Eldalië – „Das Volk der Elben (allg.)“<br />Golodh/Gelydh – Hochelb(e)/Hochelben<br />Idhren/Idhrin – Weise (allg.) [Bezogen auf eine Person bezeichnet dies einen Weisen niederen Ranges]<br />Feanturi – Elementarherren (Herren der Geister)<br />Nuro i Feanturi – Diener der Elementarherren (Herren der Geister)<br />Faer-Muinthel/Faer-Muinthil – Elementarschwester<br />Amar-faer – Elementargeist/Elementargeister<br />Aerlinn – „Das heilige Lied“ / „Herzschlag der Welt“<br />Lûth – Magie<br />Gwilith – Luft]]></description>
<dc:creator>Silithil Nauralass</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Sun, 02 Nov 2025 22:09:00 +0100</pubDate></item>
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<title>Surië an Fear-Muinthil – Suche nach den Elementarschwestern [IV]</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82113,82290#msg-82290</link><description><![CDATA[Versteckt zwischen Nebeln und uralten Weiden lag der Spiegelsee von Larethion – ein Gewässer, so klar, dass Himmel und Tiefe eins zu sein scheinen. In seiner Mitte erhob sich eine schmale Insel mit einer Quelle, die zugleich süß und salzig schmeckte und auf der sich die Idhren vor einiger Zeit eingefunden hatte.<br /><br />„Wer das Gleichgewicht des Wassers sucht, muss sich selbst darin sehen und nicht davon fortlaufen.“ Dies waren die Worte von Caderieveth gewesen, die sie an die Golodh gewandt hatte noch bevor sie eine weitere Prüfung angetreten war. Sie sollte eine verlorene Perle aus dem See der sich vor ihr erstreckte bergen, die vor langer Zeit verloren gegangen war. Es handelte sich um das Tränenauge - Ein Relikt, das die Reinheit der Seele widerspiegelt. Langsam legte sie ihre Kleidung ab und legte diese sorgfältig Neben einer Weide zusammen, wo einige der Amar-faer Wache halten sollten “Die Kleidung bleibt diesmal wo sie ist. Ich verlasse mich auf Euch” Mit einem milden Lächeln wandte sich die Golodh an die weiterhin sehr verspielten Wesen, die daraufhin mit einer mehr oder minder kurzzeitig ernst wirkenden Haltung ihre Zustimmung signalisierten.<br /><br />Langsam Schritt die Idhren dann in das Wasser und blickte noch einmal empor zum Himmel. Ob wohl Monster in diesen Gewässern lauern? Sie musste Vorsicht walten lassen – Ein leichtes würde es gewiss nicht werden die Perle zu bergen, ansonsten wäre dies gewiss schon vor langer Zeit geschehen. Die Golodh nahm nun einen tiefen Atemzug und tauchte dann hinab in die Tiefe. Von ihren eigenen Sinnen geleitet versuchte sie die Aura, die von der Perle ausging langsam zu ertasten. Der gesamte See schien erleuchtet und von Licht durchflossen zu werden. Trotz all der wundersamen Farbenpracht die sich ihr hier offenbarte, ließ sie sich nicht ablenken. Sie musste ihre Luft achtsam einteilen, sonst würde dieses Unterfangen auch ein schnelles Ende nehmen. Die Golodh musste während ihrer Suche mehr als einmal abtauchen, da sie ihre Luft selbst zwar durch die Hilfe ihr geläufiger Zauber erstzaunlich lange, aber nicht ewig anhalten konnte.<br /><br />Der letzte Vorstoß in die Tiefe stimmte die Idhren jedoch zuversichtlich die Perle ausfindig zu machen. Die Golosh konnte es spüren, navigierte instinktiv darauf zu und ließ sich von ihrer Intuition leiten. Je tiefer sie herabsank, desto stiller wurde alles. Kein Laut mehr, nur ihr eigener Atem, der langsam verklungen schien. Das Wasser war so klar, dass es so wirkte, als schwebe sie im Nichts. Plötzlich begannen die Strömungen, sich zu kräuseln und Schatten in der Tiefe nahmen Gestalt an.<br /><br />Es war ihre eigene Facette. Zuerst nur ein Spiegelbild – ruhig, makellos.<br />Doch je näher sie kam, desto mehr Gesichter tauchen auf.<br /><br />Ein Spiegelbild, dessen Augen wie glühendes Eis funkelten, sprach mit ihrer eigenen Stimme, die in den Gedanken der Idhren widerhallten, allerdings schärfer, wütender als es ihre Art gewesen wäre.<br /><br />„Du predigst Gleichgewicht, doch du willst Kontrolle. Du sprichst von Harmonie, doch in Wahrheit fürchtest du Macht. Du willst alles verstehen, um nichts verlieren zu müssen!“<br /><br />Dieses Spiegelbild griff sie an – nicht mit Waffen, sondern mit Worten, mit Emotionen.<br />Als die Idhren zunächst noch versuchte dagegenzuhalten wurde das Wasser wild, brodelnd – der Zorn vervielfältigt sich, jeder Schlag gebiert ein neues Abbild. Widerstand gegen die Wut nährte sie. Erst als die Idhren in Gedanken schieg und den “Schlag” nicht erwiderte, sondern den Strom umfließen ließ, verlor der Zorn seine Gestalt.<br /><br />Etwas später wurde das Wasser plötzlich kalt, trüb und schwer. Ein weiteres Spiegelbild tauchte auf. Es weinte still und jedes Mal, wenn eine Träne fiel, entsteht eine neue Welle aus Dunkelheit.<br /><br />„Du hast so vieles verloren – Freunde, Orte, deine Kindheit. Du trägst sie in dir wie Steine. Warum lässt du sie nicht ruhen?“<br /><br />Die Golodh wollte die Trauer abweisen, doch wenig später musste sie feststellen, dass sich das Wasser zu Schlamm verdichtete. Sie begann daraufhin zu sinken, ganz so als würde sie in ihrem eigenen Schmerz ertrinken. Ungelebte Trauer zog sie hinab in den Abgrund und nur mit aller Kraft konnte die Golodh sich gedanklich aus den finsteren Gedanken befreien. Erst als sie den Schmerz annahm, ihn nicht von sich wegstieß, verflüchtigte sich der Schlamm.<br /><br />Weitere Herzschläge später erschienen mehrere weitere Abbilder von ihr auf einmal. Sie stellten vergangene Versionen ihrer selbst da – Jede von ihnen mit einem ganz eignen Makel. Die junge, arrogante Schülerin, die zu viel verlangte und damals noch als gefangen in der höfischen Etikette ihres Noss war. Die angehende Idhren, die bei der Verfeinerung ihrer Kräfte aus Übermut beinahe das Anwesen ihrer Familie abgebrannt hätte. Die Freundin, die ihre geliebte Katze Elemmírë nicht retten konnte.<br /><br />„Du nennst Dich Hüterin des Gleichgewichts, doch Du trägst das Gewicht all Deiner Fehler. Wessen Leben wärest Du bereit, zu verlieren, um deine Schuld zu tilgen?“<br /><br />Die Idhren versuchte sich in Gedanken zu rechtfertigen, aber das Wasser zerrte sie immer weiter dabei nach unten und umtanzte sie in einem Sturm aus aufgebrachten Blasen. Ihre Schuld konnte sie beiseiteschaffen, nur anerkennen. Im kurzen Schock verharrend fasste die Golodh allen Mut zusammen und befreite sich aus dem Wirbel der sie umschloss, um auf die Abbilder ihrer selbst zu zuschwimmen, in dem Versuch sie in die Arme zu schließen. Vergebung, zu sich selbst. Die Abbilder lösten sich daraufhin auf - Nicht in Licht, sondern in Stille.<br /><br />Nun erschien ein weiteres Spiegelbild - Makellos, überirdisch schön – das perfekte Abbild der Golodh. Ein Ideal dem sie sehr lange am Hofe nachgestrebt hatte. Es schwebt knapp vor ihr und das Wasser selbst schien dieser Gestalt bedingungslos zu gehören.<br /><br />„Sieh, was Du sein könntest, wenn Du nur endlich aufhörst, zu zweifeln. Die Meisterin aller Elemente. Die, die Cuil und Meth überwindet. Um sie an sich zu binden.“<br /><br />Zunächst war sie versucht die Gestalt zu erreichen und schwamm langsam auf diese zu, doch dann kam die erschreckende Erkenntnis. Je näher sie ihrem perfekten Spiegelbild kam, desto mehr begann sie sich langsam selbst aufzulösen, denn die Vollkommenheit verlangte ein Opfer – Das eigene Wesen. Stolz ist das falsche Gleichgewicht – das Erstarren im Selbstbild. Die Idhren erkannte, dass Nen spiegelte, was ist – nicht, was sein soll.<br />Die Golodh hielt nun inne, verharrte einige Zeit regungslos, ehe sie sich vor ihrem Spiegelbild verneigte – Daraufhin zerbrach das Abbild im Licht und Stille kehrte ein<br /><br />Alle Spiegelbilder waren nun verschwunden. Die Idhren schwebte allein in völliger Ruhe. Kein Druck, kein Klang – Nur Stille. Friedvolle Stille. In diesem Moment erkannte sie das Tränenauge. Es war nicht in der Tiefe, sondern in ihr selbst – das Symbol des Wassers, das fühlte, vergisst, heilt.<br /><br />„Das Wasser hat dich geprüft, nicht um dich zu brechen, sondern um dich zu zeigen, was du bist, wenn du nichts zurückhältst.“ Caderieveth Stimme erklang einem Flüstern Gleich in ihrem Kopf, als die Golodh schließlich auftauchte. Sie war auf ihrer Suche keinen Monstern begegnet sondern ihren eignen Spiegelbildern - Zorn, Trauer, Schuld, Stolz. Jeder Versuch sie zu zerschlagen war gescheitert und erst als sie innehielt kam die wohltuende Stille.<br />„Du hast verstanden. Wasser löscht nicht – es trägt. Es bewahrt Erinnerung, heilt durch Annahme, nicht durch Kampf.“ Mit offenen Armen nahm Caderievethsie auf der Insel mit jenen Worten in Empfang. Die Golodh meinte kurz einen gewissen Anflug von Stolz hierin zu erkennen. Ihre Art war so anders als die von Nydaeweth und dennoch schätzte die Idhren beide im gleichen Maße. Es bedarf auch manchmal einer gewissen Strenge um dazu gebracht zu werden den richtigen Pfad einzuschlagen. Sie hatte erkannt , dass Nen im Aspekt von Cuil nährt, heilt, fließt und verbindet. Im Angesicht von Meth ertränkte, löschte, zersetzte, und trug es fort. Nur wer sich selbst in den Wellen erkennen konnte, ist in der Lage andere zu verstehen. Die Golodh lernte hier, dass das Gleichgewicht auch innere Harmonie verlangt – die Ruhe nach dem Sturm.<br /><br />“Caderieveth, Du hast Deinen Spaß mit dem Sternenkind gehabt – Ich bin nun an der Reihe und auch schon lange genug darauf gewartet.” Gerade als die Golodh sich abgetrocknet und damit begonnen hatte ihre Kleider anzulegen begann der Wind aufzuheulen und trug jene Worte mit sich mit. Wie aus dem Nichts war Sevalidith nun plötzlich aufgetacuht und Wandte sich an ihre Schwester. Die beiden standen freundschaftlicher gegenüber und wie die Idhren mitbekommen hatte, waren diese Treffen auch nicht selten. “Schon gut, Sevalidith – Wie ich vernehme kannst Du es kaum erwarten meinen Gast nun zu dem Deinen zu machen. Nun, ich will Dir nicht im Wege stehen, aber letztlich bleibt es ihre Entscheidung ob sie sich nun schon mit Dir ziehen soll, oder sie weiter bei mir verweilt.” Die ruhige Stimme von Caderieveth war beiden zugewandt und wenig später fixierten die Faer-Muinthil abwartend die Golodh. Jene, zunächst noch etwas unsicher, verneigte sich vor ihrer jetzigen Gastgeberin ehe sie sich Sevalidith zuwandte. “Es wäre mir eine Ehre, wenn Ihr mich jetzt schon für bereit haltet in Eure Hallen einzukehren.” Sie hielt noch inne, bevor sie kurz darauf einmal bekräftigend bei jenen Worten nickte und dann nochmal vor Caderieveth zu verneigen. “Habt Dank, für alles und besodners für jene letzte Letion”<br /><br />Daraufhin trennten sich ihre Wege und die Golodh trat ihre Reise in die Hallen von Sevalidith an. Was sie dort genau erwarten würde, war ungewiss. Den Pfad und alle Konsequenzen die daraus folgten, würde die Idhren weiterhin schicksalsergeben beschreiten.<br /><br /><b>Elementarschwestern:</b><br /><br />Nydaeweth – Eigenname der Schwester des Feuers<br />Caderieveth – Eigenname der Schwester des Wassers<br />Sevalidith – Eigenname der Schwester der Luft<br />Galealith – Eigenname der Schwester der Erde<br /><br /><b>Sindarin – Deutsch</b><br /><br />Eldalië – „Das Volk der Elben (allg.)“<br />Golodh/Gelydh – Hochelb(e)/Hochelben<br />Idhren/Idhrin – Weise (allg.) [Bezogen auf eine Person bezeichnet dies einen Weisen niederen Ranges]<br />Feanturi – Elementarherren (Herren der Geister)<br />Nuro i Feanturi – Diener der Elementarherren (Herren der Geister)<br />Faer-Muinthel/Faer-Muinthil – Elementarschwester<br />Amar-faer – Elementargeist/Elementargeister<br />Aerlinn – „Das heilige Lied“ / „Herzschlag der Welt“<br />Lûth – Magie<br />Naur – Feuer<br />Nen – Wasser]]></description>
<dc:creator>Silithil Nauralass</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Fri, 31 Oct 2025 00:20:22 +0100</pubDate></item>
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<guid>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82279,82284#msg-82284</guid>
<title>Re: Wer die Göttin der Nacht missachtet.........erste Wege</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82279,82284#msg-82284</link><description><![CDATA[Östlich der Abenteuerrast, dort, wo der Nebel schwer über der Erde liegt und der Wind sich kaum traut zu wehen, erhebt sich das Schwarze Bollwerk – die Festung des Erzmagus Gladios Partecko.<br />Seine Mauern glänzen wie gehärteter Obsidian, uralt und ohne Makel, von Linien durchzogen, die in der Dunkelheit wie Adern aus Licht pulsieren.<br />Keine Fackel brennt auf den Türmen, kein Wappen ziert das Tor, kein Ruf hallt von den Wällen.<br />Und doch weiß jedes Lebewesen, das diesen Ort erblickt, ohne zu verstehen, warum:<br />Hier wohnt kein Mann – hier wohnt ein Prinzip.<br /><br />Die Alten in der Rast nennen es nicht Festung, sondern Grenze.<br />Denn jenseits dieser Mauern, so sagen sie, endet das, was Sterbliche begreifen.<br />Manche meinen, die Luft dort rieche anders,<br />andere schwören, dass selbst der Schatten seine Richtung verliert,<br />wenn er zu nah an den Stein fällt.<br />Und seit jeher gilt ein einfaches Gesetz:<br />Wer das Bollwerk betritt, kehrt nicht zurück.<br />Wer den Namen des Erzmagus flüstert, ruft Aufmerksamkeit,<br />und wer von seiner Macht spricht, sollte wissen, dass Worte Türen sind.<br /><br />Innerhalb der Mauern lebt Gladios Partecko, der Erzmagus der Sphäre,<br />Herr über die Gesetze der Magie,<br />Lenker der Ströme, die selbst die Götter meiden.<br />Er herrscht nicht über Land oder Volk –<br />er herrscht über Wirklichkeit.<br />Sein Wille zieht sich durch den Stein,<br />durch die Schatten, durch jedes Korn Staub, das auf den Stufen liegt.<br />Man sagt, wenn er denkt, beugt sich der Äther,<br />und wenn er spricht, gehorcht selbst das Schweigen.<br /><br />Mit ihm leben seine Diener –<br />die Assassinen von Partecko,<br />lautlose Schatten, geschmiedet aus Disziplin,<br />aus Tod, Geduld und Treue.<br />Sie reden nicht.<br />Sie handeln nicht.<br />Sie warten.<br />Denn nur einer gibt den Befehl.<br />Und dieser eine ist der Erzmagus selbst.<br /><br />Doch in einer Nacht, als die Rast schlief und der Nebel sich tiefer legte als sonst,<br />durchbrach ein fremder Laut die uralte Ruhe.<br />Zwei Silhouetten erschienen auf dem Pfad, der von der Rast nach Osten führt:<br />eine Drow-Hüterin,<br />klein, schwarz gekleidet, die Hände von uralten Glyphen gezeichnet,<br />und ein Sargtlin, ihr Wächter,<br />dessen Rüstung den Mond verschluckte und dessen Augen im Dunkel glimmten.<br />Sie bewegten sich leise,<br />geführt von einer Karte, die nur auf Gedanken reagierte.<br /><br />Sie erreichten das Bollwerk,<br />und die Luft selbst schien zu zittern.<br />Die Wache vor dem Tor, ein einfacher Mann aus der Rast,<br />stand wie so viele Nächte zuvor –<br />doch an diesem Abend fiel er,<br />lautlos, blitzschnell,<br />ein Opfer, das niemand sterben sah.<br /><br />Die Drow trat näher,<br />bis sie vor der riesigen Tür aus schwarzem Metall stand.<br />Kein Geräusch, kein Wind, kein Herzschlag.<br />Nur das Gefühl, als beobachte sie etwas –<br />nicht mit Augen, sondern mit einem Bewusstsein, das größer war als der Verstand.<br />Vielleicht war es nur Einbildung.<br />Vielleicht nicht.<br />Aber in diesem Moment veränderte sich die Luft.<br /><br />Das Metall vibrierte, kaum spürbar.<br />Ein Summen entstand, so tief, dass es mehr in den Knochen als in den Ohren lag.<br />Runen flackerten,<br />und in diesem Flackern lag Bedeutung –<br />keine Sprache, sondern Erinnerung.<br /><br />Wer dort gestanden hätte,<br />hätte vielleicht etwas in den Gedanken gespürt.<br />Ein Flüstern, kalt und alt,<br />nicht gesprochen, sondern gewusst:<br /><br />„Dies ist nicht dein Ort.<br />Noch einen Schritt, und Erinnerung wird dich halten.“<br /><br />Ob sie es hörte oder nur ahnte,<br />weiß niemand.<br />Doch das Bollwerk erwachte.<br /><br />Über den Zinnen bewegten sich Schatten.<br />Assassinen – lautlos, wie Rauch,<br />Gestalten, deren bloße Präsenz die Luft veränderte.<br />Sie sahen das Geschehen,<br />erkannten die Fremden,<br />und doch blieben sie still.<br />Kein Schwert zog,<br />kein Atem beschleunigte sich.<br />Denn ohne Befehl des Erzmagus<br />bewegt sich kein Schatten in diesem Ort.<br /><br />Einer von ihnen, ein Veteran vieler namenloser Aufträge,<br />verfolgte die Szene aus der Dunkelheit der Mauer.<br />Er sah, wie das Tor glimmte,<br />wie der Nebel sich kurz spannte –<br />als würde das Bollwerk selbst atmen.<br />Er wusste, was das bedeutete:<br />Der Erzmagus hatte bemerkt,<br />was vor seinen Mauern geschah.<br /><br />Die Drow und ihr Sargtlin zogen sich schließlich zurück –<br />vielleicht vorsichtig, vielleicht überzeugt.<br />Doch das Bollwerk blieb wach.<br />Seine Runen glimmten noch, lange nachdem der Nebel sie verschluckte.<br />Und die Schatten an den Türmen lösten sich wieder in die Finsternis.<br /><br />Tief in den Korridoren, wo selbst Flammen sich nicht wagen zu brennen,<br />bewegten sich die Assassinen wie Schemen aus Gewohnheit.<br />Sie sprachen kein Wort.<br />Ihre Stiefel berührten kaum den Boden,<br />ihre Stimmen blieben im Hals.<br />Nur einer von ihnen trat schließlich vor,<br />vor die schwere Tür, die in den innersten Saal führte –<br />den Ort, an dem nur er sprechen durfte.<br /><br />Er kniete nieder, den Blick gesenkt,<br />und sagte mit jener Stimme,<br />die nicht wagt, laut zu werden:<br /><br />„Fremde aus dem Westen, Meister.<br />Eine Hüterin der Tiefe, ein Sargtlin an ihrer Seite.<br />Sie kamen in der Nacht, sie töteten eine Wache der Rast,<br />sie berührten das Tor.“<br /><br />Stille.<br />Dann ein Laut – kein Geräusch,<br />sondern ein Wandel in der Luft.<br />Die Temperatur fiel.<br />Das Licht an den Wänden wurde trüber,<br />als zöge jemand die Welt selbst zurück.<br /><br />Eine Stimme sprach,<br />fern, tief,<br />nicht aus einem Mund,<br />sondern aus dem Stein, dem Boden, der Luft selbst:<br /><br />„Ich weiß.“<br /><br />Der Assassine blieb kniend.<br />Er wagte keinen Atemzug.<br /><br />„Sie hat den Willen der Festung berührt,“<br />„doch sie lebt. Noch.“<br /><br />Ein Schweigen folgte,<br />so vollkommen, dass selbst das Blut stillstand.<br /><br />„Ich habe sie gesehen.“<br />„Und nun sieht sie – mich.“<br /><br />Die Worte waren keine Drohung.<br />Sie waren Gewissheit.<br />Ein Beschluss.<br /><br />Der Assassine senkte den Kopf tiefer.<br />Kein Befehl kam.<br />Kein Auftrag.<br />Denn im Willen des Erzmagus bedeutete Stille mehr als tausend Worte.<br />Die Entscheidung war gefallen,<br />noch bevor sie ausgesprochen wurde.<br /><br />Als der Schatten sich erhob und den Raum verließ,<br />zog die Magie der Festung sich wieder zurück,<br />leise, wie Ebbe nach Sturm.<br />In den Gängen flackerten die Runen wieder ruhig,<br />und in der Ferne schloss sich das Tor.<br /><br />Über der Rast legte sich der Morgen,<br />blass, ruhig,<br />doch anders als zuvor.<br />Einige in der Stadt berichteten,<br />der Himmel über dem Osten sei dunkler gewesen,<br />und in den Brunnen sei das Wasser für einen Atemzug stillgestanden.<br />Niemand sprach laut darüber.<br />Niemand wollte wissen, warum.<br /><br />Denn jeder, der je von diesem Ort gehört hat, weiß:<br />Das Schwarze Bollwerk braucht keine Klingen,<br />um zu siegen.<br />Keine Armee,<br />um zu herrschen.<br />Es braucht nur das Bewusstsein seines Herrn.<br /><br />Und in jener stillen, ungreifbaren Macht<br />liegt das unausgesprochene Gesetz dieser Welt:<br /><br />Der Erzmagus sieht.<br />Der Erzmagus weiß.<br />Der Erzmagus vergisst nicht.]]></description>
<dc:creator>Arcomagus Partecko</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Wed, 22 Oct 2025 18:25:40 +0200</pubDate></item>
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<guid>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82279,82283#msg-82283</guid>
<title>Re: Wer die Göttin der Nacht missachtet.........erste Wege</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82279,82283#msg-82283</link><description><![CDATA[Shimyra die Orn tlu Yathrin tritt durch den Schleier zwischen Unterwelt und Oberwelt, begleitet von einem Qu&#039;el&#039;Saruk der Vadaharr, dessen Augen wie Smaragde im Dunkel glitzern. Die Luft hier riecht nach Staub, und Metall . Der Qu&#039;el&#039;Saruk geht einen Schritt hinter Shimyra, seine Hand ruht an der Griffkante seines Schwertes, bereit, die Orn tlu Yathrin zu verteidigen oder zu schützen.<br />Shimyra…... Wir brauchen den Namen des gesuchten Erzmagiers. Ohne diesen Namen macht es alles keinen Sinn wir sind verpflichtet ihn zu finden hörst du….. wende den Blick kurz zu dem Qu&#039;el&#039;Saruk hinter mir.<br />Der Wind hier auf der Oberwelt trägt Gerüche von Essen, Wahren aller Art Vieh was wohl zum Kauf angeboten werden soll, unser Weg führt an verborgenen Gassen vorbei. Die Karte, die Shimyra in der Hand hält, reagiert nur auf auf ihre Gedanken…….. Sie legt die Hand auf die Karte und folgt so die neuen Wege, die zu dem Ziel führen könnten. Der Drowkrieger nickt knapp, er folgt Shimyra dicht hinter Ihrem Rücken er würde sofort losschlagen sollte sich nur einer zu dicht an die Yathrin wagen.<br />Abenteuer Rast, das Anwesen der Menschen die kleine Gruppe bleibt gut im Schatten verborgen, ohne ein Wort zum Qu&#039;el&#039;Saruk nur die Macht meiner Gedanken an ihm weiß dieser was zu tun sei . Eine hohe Tür mit Eisenbeschlägen steht wie ein Tor zu einem Geheimnis. Der Qu&#039;el&#039;Saruk lautlos tritt dieser aus dem Schatten direkt vor eine Wache die wohl ein großes Anwesen bewachte, das leise sirren des Schwertes die Luft hörbar schneidend fällt die Wache lautlos, Kopflos zu Boden. Nun ist der Weg für die Yathrin frei um die Hand an das Tor zu legen. Der Drowkrieger bleibt etwas zurück und gibt mir Sicherheit so kann ich Kraft meiner Gedanken den Namen der Besitzer dieses Anwesens erfahren, allein durch die Berührung der Tür habe ich nun alles was ich brauchen kann. Shimyra zieht die Hand zurück und im gleichen Augenblick Ein Luftzug entsteht als die Drow eine gezielte Geste macht. Ein leises Brummen wird zu einer Melodie, und aus dem Nichts materialisiert sich ein magisches Tor das Tor zur Unterwelt. Beide Drow verschwinden darin lautlos zurück bleibt nur der geköpfte Wachmann der Körper liegt in seinem Blut und würde sicher Fragen aufwerfen wenn dieser gefunden wird.]]></description>
<dc:creator>Shimyra Vadaharr</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Tue, 21 Oct 2025 09:12:21 +0200</pubDate></item>
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<guid>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82280,82282#msg-82282</guid>
<title>Zwei Kunden. Die Kosten sind auch gedeckt. Und neue Kontakte geknüpft. Guter Handel. Zeit zurück nach Minoc zu reiten.&nbsp;(kT)</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82280,82282#msg-82282</link><description><![CDATA[Kein Text]]></description>
<dc:creator>Hannef Hester</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Sun, 19 Oct 2025 19:19:57 +0200</pubDate></item>
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<title>*laut rufen die Boten* MARKTSTUNDE - Jetzt an jedem Tag der Sonne, 6. Stunde an der Rast</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82280,82280#msg-82280</link><description><![CDATA[*laut rufen die Boten* MARKTSTUNDE - Jetzt an jedem Tag der Sonne, 6. Stunde an der Rast<br /><br />*Die Marktschreier rufen weiter*<br />Ganz frisch eingetroffen, die Neue Ware für den eleganten Magier von Welt<br />...<br />Die Nachfrage ist Hoch, also kommt vorbei ehe sie vergriffen sind.<br />...<br />Andere Waren und Bestellungen auch Möglich<br />...<br />Kommt zur MARKTSTUNDE an die Abenteurers Rast...]]></description>
<dc:creator>Hannef Hester - Staebe und mehr</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Sat, 18 Oct 2025 20:55:09 +0200</pubDate></item>
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<title>Wer die Göttin der Nacht missachtet.........</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82279,82279#msg-82279</link><description><![CDATA[In der Unterwelt von Che&#039;el del Thalackz&#039;hind, wo das Licht nie hingelangt, trat Shimyra in die Stille. Dort, wo Spinnweben wie Lieder hungern und der Boden von kaltem Staub erzählt, rief mich eine Stimme, die kein Ohr je hören würde. Lloth, Göttin der Schatten, sprach nicht mit Laut, sondern mit Blicken. Ein Netz aus Gedanken, das sich in mein Herz legte, sanft und scharf .<br />Ich kniete nicht vor ihr senkte nur den Kopf, denn Anbetung schmälerte die Würde des Netzers. Stattdessen ließ ich mich von ihrem kalten Glanz streifen, In diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich nicht mehr nur eine Drow war, sondern ein Teil eines älteren, dunkleren Musters eine Fädenverbindung, die schon Ewig überdauerte.<br />Ihre Geisterstimmen flüsterten ohne Mundbewegung durch Che&#039;el del Thalackz&#039;hind Geschichten von Verrat, von Bündnissen, von Verrätern und niederen Fremd-Rassen.<br />Lloth sprach mit kalter Eleganz, über einen Erzmagier, der die Drow beleidigt hat. Ihre Stimme war der Wind, der Spinnweben zum Klingen bringt.Seine Worte waren ein schneidender Stich in die Würde unseres Volkes.<br />Er nannte uns minderwertig, verspottete unsere Kunst des Netzes, als wäre unsere Dunkelheit nur ein Spielzeug für andere Füße. Lloth sah die Warheit:<br />Lloth forderte Genugtuung die Worte des Erzmagiers zu prüfen und seine Taten zu überdenken, sie fordert Respekt ein.<br />Wer die Drow beleidigt, muss sich den Netzen stellen.<br />Er muss erkennen, dass Würde nicht durch Lärm und falsche Worte gewonnen wird, sondern durch die Kunst, in den Tiefen zu wandeln, ohne das Netz zu zerreißen.<br />Einen Namen nannte Lloth mir nicht so verließ ich den Tempel um die Vadaharr darüber in Kenntnis zu setzen was unsere Göttin von uns erwartet.<br />Jemand sollte dafür büßen müssen wenn nicht dieser Erzmagier gefunden werden kann.]]></description>
<dc:creator>Shimyra Vadaharr</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Fri, 17 Oct 2025 08:43:05 +0200</pubDate></item>
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<guid>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82165,82278#msg-82278</guid>
<title>Re: Wun l&#039;el&#039;inssring</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82165,82278#msg-82278</link><description><![CDATA[Shimyra geht sicheren Schrittes zum Tempel und kniet sich vor der Büste Lloths auf den Boden um zu Beten.......<br /><br /><br />Lloth, Göttin der Schatten, in Dunkelheit gehüllt, du webst mit Sternenstaub und Fäden aus kalter Geleit. Göttin der Nacht, dein Netz ist wachsam und weit, führt mich durch Gassen, die verschwiegen und geheimnisvoll sind.<br /><br />Dein Blick, die Dämmerung, schneidend klar und still, liest Herzströme, kennt jeder verborgene Wille und Ziel. In deinen Netzen ruht die Macht, doch auch Geduld, du lehrst mich List und Loyalität in jeder Stunde.<br /><br />Gib mir Mut, wenn Zweifel wie Regen fallen, Weisheit, wenn Rätsel in Schatten sich türmen. Lass mich wandern zwischen Lauten und Schweigen, ohne zu fallen, trotz Gefahr, die sich neigen.<br /><br />Dein Netz umschlingt mich, ein stiller, treuer Kreis, führt Schritte in Dunkelheit mit ruhigem Geheiß. Möge deine dunkle Macht mich tragen, bis neue Morgenröte das Netz zerbricht.<br /><br />Loth Göttin der Macht schütze was dir wichtig sei, halte deine Kinder fest im Arm führe uns an deinen Fäden zu Sicherheit und Ruhm, und schenke uns nach dem wir Schmachten.<br /><br />Wir die Vadaharr, Dein Schwert deine Macht in Che&#039;el del Thalackz&#039;hind bitten Dich du Schutz aller Dunkelelfen, hilf uns bei der Suche nach einer Yathrin einer Yathallar unsere Fäden zeigen Risse hilf uns diese zu schließen.<br /><br /><br />Erhebt sich dann andächtig und schreitet Stolz erhobenen Hauptes durch Che&#039;el del Thalackz&#039;hind niemand hier außer Lloth selbst würde es wagen die Macht von Shimyra hier in Frage zu stellen jedem dem sie hier begegnet zollt den Respekt und verbeugt sich tief.<br />Vor den Toren von Che&#039;el del Thalackz&#039;hind beginne ich nun die Arbeiten zu Beaufsichtigen es wird ein Zelt errichtet für die Herstellung von Tränken und anderen wichtigen Dingen die im Laufe der Zeit Mangelware geworden sind. Nichts sollte den Vadaharr hier fehlen um die Macht zu festigen und auszubauen.]]></description>
<dc:creator>Shimyra Vadaharr</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Wed, 15 Oct 2025 08:27:35 +0200</pubDate></item>
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<title>Tage und Nächte</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82274,82274#msg-82274</link><description><![CDATA[Tage und Nächte vergingen nun. Seit dem letzten Unterricht ist einiges an Zeit vergangen.<br />Konzilsvorstand Vlos hatte sie auf mehrere Dinge hingewiesen, wie die Prüfung ablaufen würde<br />und dann hatte er auch mehrere Fragen gestellt.<br />&quot;Oh nein&quot;, dachte sich Aria. Das es eine kleine Prüfung geben würde war ja angekündigt.<br />Vor lauter Vorbereitung der Applicatio nach den Vier Säulen hatte sie das ganz vergessen.<br />Doch dann schien sie doch viel besser sich an viele Dinge zu erinnern als sie im ersten Moment dachte.<br />Aber einige Fragen waren dann doch so knifflig, da musste sie zwischendrin passen.<br />Ihr spukten so Gedanken durch den Kopf &quot;Was? Davon habe ich ja noch nie was gehört, oder Worauf will er jetzt schon wieder hinaus?&quot;<br />Schließlich ertappte sie sich wieder dabei wie sich dachte &quot;Er hasst mich doch eh und kostet das Quälen eines jungen blonden hellhäutigen Mädchens sicher richtig aus&quot;.<br />Doch dann erschien es ihr doch nicht mehr so eine Tortur zu sein, und es gab sogar hoffnungsvolle Worte zum Schluss.<br />Aria notierte sich mehrere Dinge und hatte nun noch einen guten Weg zu beschreiten.<br />Nächste Station: Magierarbeit<br /><br />Schon seit einer Ewigkeit hatte sie viele Versuchsexperimente mit unterschiedlichen Wesen beschworen mittels KAL XEN gemacht.<br />Eigentlich war ihr innigster Gedanke dabei nur, dass bitte der Geist oder die Gestalt zufällig erscheinen soll, die sie seit frühester Kindheit immer wieder in Vesper gesehen hatte. Doch seit ihrem letzten Besuch, wo sie auf den Dachboden zu einer alten Robe und einem noch älteren Zauberbuch geführt wurde, hatte sie diesen Geist nicht mehr gesehen. Es schien fast so als wolle er nicht kommen, so sehr sie auch versuchte ihn zu beschwören.<br />Doch so versuchte sie es weiter und bald schon erkannte sie die verschiedenen Geisterwesen mehr und mehr wieder.<br />Sie fertigte Zeichnungen von ihrem Aussehen an. Setze sie verschiedenen Zaubern aus, und ließ sie sogar gegen Ettins kämpfen.<br />Eifrig notierte sie Informationen und mehr.<br /><br />Tutora El-Sovirax schien nun wohl auch so langsam hinter der Magierarbeit her zu sein.<br /><br />&quot;Ja gut, ich schreibe es bis zum Ende des Mondes zusammen. Es ist soweit alles da, nur tue ich mich etwas schwer es in die &#039;richtigen&#039; Worte zu fassen&quot;.<br />Bei diesem Satz kam ihr sogleich wieder die Worte von Vlos in Erinnerung. &quot;Worte der...&quot; und dann diese rot glühenden Augen dabei.<br />Und dann sah sie ihren Vater, wie er sich wahrscheinlich so darüber freuen würde, wenn sie es nicht zur Magierin schaffen würde.<br />Der Ansporn traf sie ins Mark.<br />...<br /><br />Tage und Nächte vergingen. Die Tinte musste mehrmals nachgefüllt werden.<br /><br />Dann war es soweit, ein erstes Exemplar übergab sie Tutora El-Sovirax. Wenn sie es soweit gut fand, kann es so bleiben.<br /><br />Sie schaute nochmal auf das entstandene Buch. Ganz schön dick war es geworden, doch das meiste davon waren lediglich die nüchternen Beschreibungen und die Zeichnungen zu den beschworenen Wesen.<br />Weniger ist da gar nicht möglich. Eher sogar noch mehr, dachte sie sich. Das wird nun Band 1.<br />Band 2 geht dann um Dämonen, Drachlinge und Aberrationen.<br />Und es gab soviel mehr noch zu Beschreiben, zu Katalogisieren und einzuordnen. Zum Beispiel Elfenwesen oder die Reittiere.<br />Band 2123: Die 10 stärksten Wesen jenseits alles vorstellbaren. Schattendrache, Schattenritter, Drakonischer General. Vielleicht dann doch lieber die 25 stärksten Wesen draus machen<br /><br />Und so schlummerte sie erstmal weg in ihrem Bett... Eine Last, eine Anstrengung war von ihr gegangen.]]></description>
<dc:creator>Adepta Aria von Loghan</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Tue, 30 Sep 2025 00:02:13 +0200</pubDate></item>
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<title>Ein Königreich für einen Amethysten</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82267,82273#msg-82273</link><description><![CDATA[&quot;Was beim großen Lauterbach ist das schon wieder?&quot;<br /><br />Es funkte und blinkte überall.<br /><br />&quot;Ist das wieder ein Trick oder eine Falle oder ist das jemand dankbar?&quot;<br /><br />Aber dann musste Heinrich sogleich daran denken, dass seine Schuhe wohl so sonderbar Nass waren.<br />Hatte der Speer des Lichts nicht ähnliches von &quot;Es roch nach Salzwasser&quot; gesprochen?<br /><br />Wie dem auch sei... Heute wird nicht mehr gearbeitet. Heute wird der Speer des Lichts aufgesucht, und<br />wenn er nicht da ist, na ja, dann gehts wieder weiter nach Cove. Er hatte jemandem etwas versprochen,<br />und was ist besser als ein Amethyst? Ein Königreich vieler Amethyste.<br /><br />So sammelte er alles eifrig auf und beschloss den Nachmittag mit einem frischen Bauernbier zu beginnen...<br /><br /><img src="https://media.discordapp.net/attachments/1199282670350368798/1416076722511544335/image.png?ex=68c587b8&amp;is=68c43638&amp;hm=931a8151bcd437040cf43dcdc84452dd4b6251959b32e45b1a731b16cca25618&amp;=&amp;format=webp&amp;quality=lossless&amp;width=1055&amp;height=778" class="bbcode" border="0" />]]></description>
<dc:creator>Heinrich, der Sanfte</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Fri, 12 Sep 2025 17:09:20 +0200</pubDate></item>
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<guid>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82267,82272#msg-82272</guid>
<title>Am nächsten Morgen</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82267,82272#msg-82272</link><description><![CDATA[<b><center class="bbcode"><i>Nachdem Heinrich zurückgekehrt und sich versichert hatte, dass rund um sein Haus alles friedlich war, legte er sich zur Ruhe.<br />Ruhe? Ja, tatsächlich war es still.<br /><br />Wie ein Schleier breitete sich eine ruhige und erholsame Nacht über die alte Welt aus. Die Luft war kühl und klar, nur das leise Rauschen der Blätter im sanften Wind und das entfernte Zirpen der Grillen gesellten sich zur Stille.<br /><br />Der Himmel war sternenklar, die beiden Monde warfen ein mildes, silbernes Licht auf die Landschaft. In dieser friedlichen Atmosphäre gleitete der erschöpfte Körper von Heinrich sanft in einen tiefen, erfrischenden Schlaf – frei von Gedanken, getragen von Ruhe und Geborgenheit.<br /><br />Vor lauter Erschöpfung hatte Heinrich vergessen die Laternen zu löschen, die den Raum mit diffusem Licht erhellten. Mitten in der Nacht, als Heinrich tief und fest schlief, flackerten sie alle gleichzeitig auf. Kurzzeitig erloschen sie, nur um gleich darauf wieder aufzuflammen und sich bis zum Morgengrauen ganz normal zu verhalten. Heinrich bemerkte davon nichts.<br /><br />Einige Zeit später hörte Heinrich ein leises Kichern. Oder war es nur Teil seiner Träume? Nein, es war kein Grund, um sich davon wecken zu lassen. Heinrich kehrte zurück in den Tiefschlaf.<br /><br />Am nächsten Morgen erwachte Heinrich ausgeruht, wie schon lange nicht mehr. Er wollte seine Stiefel anziehen und wunderte sich, warum sie vertauscht vor seiner Schlafstätte standen. War er am vergangenen Abend doch zu erschöpft gewesen? Er konnte sich nicht recht daran erinnern, wie er sie abgestellt hatte. Als er sie jedoch anziehen wollte, wurden seine Füße nass. Erschrocken zog er seine Füße wieder heraus. Die Stiefel waren bis obenhin voll mit Wasser. Bei näherer Betrachtung bemerkte Heinrich neben dem Eigengeruch seiner Stiefel eine salzige Brise. Dies war Salzwasser aus dem Meer. Wie kam es nur mitten in der Nacht in seine Stiefel? So hatte er sie definitiv nicht ausgezogen.<br /><br />Als er schließlich aus seiner Hütte heraustrat, bemerkte er sofort eine weitere Überraschung.<br /><br />Zuerst erschrak er, dann beschlich ihn aber ein wohliges Gefühl, dass dies fürs Erste die letzten Streiche gewesen sein sollten.</i></center></b>]]></description>
<dc:creator>Quest der Seefalke</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Thu, 11 Sep 2025 10:41:49 +0200</pubDate></item>
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<guid>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82267,82271#msg-82271</guid>
<title>Zurück am Wrack</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82267,82271#msg-82271</link><description><![CDATA[Leider war der Speer des Lichts nicht vor Ort gewesen. Vielleicht suchte er noch immer den Grund für seinen Traum?<br />So beschloss Heinrich den Weg wieder nach Hause anzutreten. Irgendwie wusste er schon wieso er dies alles über sich<br />nun ergehen lassen musste, doch als er den Amethyst sah, konnte er einfach nicht widerstehen. Und er hatte ja seinen Zweck erfüllt,<br />nunja, nicht bei Anabel, aber ... Er schwelgte kurzzeitig dahin.<br />&quot;Heinrich, du musst aufwachen...&quot; rief eine Innere Stimme ihm zu.<br />Er war so unendlich müde inzwischen.<br />Diewievielte Nacht war das nun, dass der nächtliche Terror anhielt. Er konnte inzwischen kaum mehr wirklich weiter fortreisen.<br />Selbst der Ritt zum Wrack war schon zu viel. Mühsam schleifte er sich zu den Magiern vom der Magica Phaenomena.<br />Vielleicht haben sie noch einen Rat, oder können ihm helfen das Wrack wieder aufzusuchen.<br /><br />Sie willigten ein, und es gab auch ein Portal in die Nähe. Und, ja sie dachten auch genau an den mitgenommenen Amethyst.<br /><br />Vorsichtig betraten Heldor, Yashima und Heinrich das Wrack der Seefalke. &quot;hm, in welcher Kiste lag er nochmal?&quot;<br />&quot;Ich glaube direkt die erste Kiste war&quot;.<br /><br />Heinrich legte den Amethyst mit einer kleinen Zeremonie des Bereuens, Vergebens und Versöhnens zurück in die Kiste.<br /><br />Es schien nichts zu passieren. Vielleicht merkt er es erst die Folgenacht. Es fiel ihm aber ein Stein vom Herzen, so dass er wenigstens etwas Kraft sammeln konnte.<br /><br /><img src="https://cdn.discordapp.com/attachments/1199283138820587541/1413632803379089490/image.png?ex=68bca3a4&amp;is=68bb5224&amp;hm=61f94e35b1090d2f8acc4c93fa8e9dbfac15c2df4eb445a72291c9c1a4e29de0&amp;" class="bbcode" border="0" />]]></description>
<dc:creator>Heinrich der Sanfte</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Fri, 05 Sep 2025 23:14:04 +0200</pubDate></item>
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<title>Der Morgen ein paar Tage danach</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82267,82270#msg-82270</link><description><![CDATA[&quot;Anabel? Liebste, ich muss den Amethyst wieder haben.&quot; Doch sie schien das gar nicht zu interessieren und ignorierte Heinrich.<br />&quot;Bitte Anabel. Es ist wichtig. Und ja du bekommst einen anderen, schöneren, größeren Edelstein. Versprochen!!!&quot;<br />Sie drehte sich weg und meint nur &quot;Ich glaube, ich behalte ihn. Oder sollte ich ihn lieber tief in die Cover Bucht werfen?&quot;<br />Sie machte Anstalten den Amethyst in Wasser zu werfen.<br />Wenn das Geschah würde Heinrich wohl bald erst nicht mehr zur Ruhe kommen und wer weiß was der nächtliche Terror sonst noch<br />mit ihm anstellen würde.<br /><br />Vor 2 Tagen hatte es angefangen.<br />Zuerst dachte er noch, dass dieses blonde magische Kind welches Tag für Tag irgendwelche Hausbauten nebenan hatte, Schuld am nächtlichen Krach sei.<br />Doch es gab da gar keine neuen Bauarbeiten mehr die letzten Tage.<br />In der ersten Nacht dachte er noch, er hätte dann schlecht geträumt. In der zweiten Nacht nicht mehr.<br />So langsam kamen ihm die mahnenden Worte des Speer des Lichts wieder ins Ohr.<br />Heinrich hatte die Warnung von Filirin Asoma in den Wind geschlagen und den einen Amethyst behalten. Wer vermisst schon einen Amethyst. Sollen doch<br />froh sein, dass nicht die Hundertausenden von Goldstücken mitgenommen wurden von diesem Herrenlosen Wrack.<br />Später an dem Abend hatte er da gar nicht mehr dran gedacht. Heinrich war nach der Untersuchung des Wracks weiter nach Cove gereist.<br />Nach ein paar Bier und Schnäpsen und seinen redseligen Worten schien Anabel ihn heute liebhaben zu wollen. Jedenfalls gab Heinrich ihr den Amethyst.<br />Doch schon kurze Zeit später, er war grad so vergnügt mit Anabel, tauchte noch eine Anabel auf. Oder vielmehr, die eigentliche.<br />Die Zwillingsschwestern sahen sich wirklich sehr ähnlich. Weißer Rock mit blauer Bluse, und die andere Blauer Rock mit weißer Bluse.<br />Irgendwann am Abend war die eine eben fort, und die andere kam zu ihm.<br />Heinrich war zu besoffen. Zum einen um das festzustellen, zum anderen, um der abdampfenden Anabel hinterher zu gehen,<br />und ausserdem war da ja noch ihre Zwillingsschwester oder war es doch Anabel? Und sie war nun alles andere als abweisend.<br /><br />Jetzt zwei Tage später... Nicht nur der Griff in die Kiste nach dem Edelstein, nein auch der Griff zum Krug und zum Busen sollten ihm weiteren Ärger bereiten. Dabei war es doch so eine schöne Nacht neulich gewesen... Zumindest für ihn... Bis die Terrornächte anfinden.<br /><br />&quot;Natürlich bist du die Einzige.&quot; sprach er ihr gut zu. &quot;Ich komme heute Nacht zu Dir, und bringe dir einen viel schöneren Edelstein mit. Doch bitte gib diesen mir wieder.&quot;<br />&quot;Er wird in ein Colier eingearbeitet, aus feinem Silber&quot; ... Jetzt wird&#039;s langsam teuer, dachte sich Heinrich. Wahrscheinlich hätte er ihr die Hochzeit noch versprochen, aber Anabel schien dann doch irgendwann besänftigt zu sein.<br />So eilig wie er dann aber wieder los wollte direkt zum Speer der Lichts, um mit ihm gemeinsam die Geschehnisse zu besprechen, kam er dann aber doch nicht los.<br />Und so brachte Heinrich erneut die großen Opfer, diesmal für die echte Anabel, und nicht ihrer Zwillingsschwester. Bis er sich dann nach einigen Stunden endlich loseisen konnte und gen Orden des Agharam aufbrach.]]></description>
<dc:creator>Heinrich der Sanfte</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Thu, 04 Sep 2025 00:31:40 +0200</pubDate></item>
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<guid>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82267,82269#msg-82269</guid>
<title>Der Edelstein</title><link>https://www.theow.de/boards/read.php?3,82267,82269#msg-82269</link><description><![CDATA[<b><i><center class="bbcode">Einige Tage waren vergangen und Heinrich hatte sich von der wilden Nacht in Cove fast wieder völlig erholt. Mochte er sich vielleicht nicht mehr an alles erinnern, so hieß es doch so schön: Wer sich an das rauschende Fest erinnern kann, war nicht dabei. Nur der Schlafmangel hing ihm noch etwas nach.<br /><br />Daher beschloss er den heutigen Tag etwas früher zu beenden und die Bettwanzen vorzeitig zu verscheuchen. Er genoss nach all dem Trubel die Ruhe in seiner kleinen Holzhütte. Doch einer der Fensterläden polterte immer wieder gegen die Holzwand. Hatte der Wind ihn aus der Halterung gelöst?<br /><br />Einige Zeit ertrug er den unregelmäßig wiederkehrenden Krach, doch so konnte er jedenfalls nicht einschlafen. Ächzend erhob er sich wieder und schloss den klappernden Laden. Bevor er sich wieder in die Waagerechte begab, versicherte er sich, dass nun alle Läden gut verschlossen waren.<br /><br />Wieder verging einige Zeit und so langsam begann Heinrich weg zu dämmern. Plötzlich und unerwartet krachte es erneut. So laut, dass Heinrich unweigerlich kerzengerade auf seinem Schlafplatz saß. Er sah sich um und erkannte zwei offene Fensterläden, die nun rhythmisch auf und zu gingen und immer wieder gegen die Holzbalken polterten. Neben dem Gepolter meinte Heinrich auch ein leises Kichern zu hören. Oder bildete er sich das nur ein?<br /><br />Erneut erhob er sich, sah prüfend hinaus, konnte aber zuerst nichts Ungewöhnliches erkennen. Die Dämmerung hatte inzwischen eingesetzt, doch er sah die Bäume am Waldrand noch ganz deutlich. Kein einziges Blatt bewegte sich. Es war absolut windstill. Schon etwas ungehalten aufgrund der nun deutlich spürbaren Müdigkeit wollte er die beiden Läden verschließen. Beim ersten gab es keinerlei Probleme, aber der zweite wollte sich in halboffener Position einfach nicht mehr bewegen lassen. Zuerst zog Heinrich mit einer, dann mit beiden Händen daran. Es schien, als würde der Fensterladen von der anderen Seite mit aller Kraft festgehalten werden. Doch es war nichts und niemand zu sehen.<br /><br />Plötzlich schrie ihm eine quietschende Stimme entgegen: <span style="color:#0033FF">„Beim Allkalfater! Du hast was, was mir gehört! Gib es gefälligst zurück oder ich werde mir von dir nehmen, was mir gefällt!“</span> In diesem Moment schlug auch der Fensterladen heftig zurück. Heinrich konnte gerade noch rechtzeitig seine Finger rausziehen, ohne dass sie vermutlich mit zerquetschender Auswirkung eingeklemmt worden wären. Dennoch landete er unsanft auf dem Hosenboden und blickte verdattert zum Fenster.<br /><br />Unvermittelt klopfte es an der Tür. Es hörte sich an als, als würde ein Oger davorstehen und mit ganzer Kraft seine Fäuste gegen die Tür schlagen. Doch die Türe hielt stand und mit einem Mal kehrte Ruhe ein. Kein Klopfen, kein Kichern, keine polternden Fensterläden. Die Ruhe hielt die ganze Nacht über an.</center></i></b>]]></description>
<dc:creator>Quest der Seefalke</dc:creator>
<category>Rollenspielforum - allgemein</category><pubDate>Tue, 02 Sep 2025 14:09:03 +0200</pubDate></item>
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