Es war ruhig in Cove geworden. Fast zu ruhig. Gemütlich saß Miranda bei Ulfan im Garten und beobachtet die Umgebung, genoss die Wärme der Sonne. Das Dorf war im Umbruch. Das spürte Miranda. Die Mondschwestern hatten die Wachritte eingestellt und das Protektorat aufgegeben. Es gab aber Aussichten, dass sich das Blatt doch noch zum Guten wendete. Zu ihrer Überraschung gesellte sich Sir Tharbor von Auen zu ihr. Sie konnten aber nur ein paar Worte wechseln, ehe Ellen zu ihnen stieß und alle drei hinein wechselten um sich dort an den großen Tisch zu setzten. Allerdings saßen sie auch dort nicht lange, ehe die Gruppe wieder größer wurde. Sie unterhielten sich über die Rast, Vesper, die Veränderungen die es in letzter Zeit überall gab.
Letzthin saß sie mit den Auen-Brüdern, Ellen, Lioa, und einem Fremden – der sich Bran von Kelden nannte – zusammen. Das Misstrauen gegen Fremde oder unbekannt Gesichter war gewachsen. Das spürte man auch hier. Sofort wurde Bran mit Fragen bombardiert wie „Wo kommt ihr her?“, „Was bringt euch her?“, „Wie verdient ihr euren Unterhalt?“, „Warum seid ihr hier?“. Miranda konnte nicht umhin, als bei dem Schauspiel zu schmunzeln. Jedoch war die Geschichte, die der Fremde erzählte nicht ganz stimmig und Miranda und scheinbar auch Tharbor und Walther wurden stutzig.
Bran erzählte eine Geschichte von einer Dämonenbeschwörung, die er unfreiwillig wohl störte, in der er etwas von 5 Plagen vernahm. Unbedarft erzählte er, dass die zweite Plage auch ihn treffen sollte. Just in dem Moment, in dem der Fluch der zweiten Plage aufkam betrat auch Valentina durch die Schenkentür. Valentina bereitet sogleich etwas vor, um zu erkennen, ob Bran verflucht war. Was sie entdeckte gefiel ihr nicht, und so kam eines zum anderen. Bran weigerte sich mit dem von Valentina geweihtem Wasser behandeln zu lassen, ja schrie sogar und litt scheinbar Schmerzen, als sie in seiner Gegenwart ihre Stimme zu Caihume erhob.
Spätestens da war Miranda klar, dass der Besucher eigentlich nicht hierhergehörte.
Statt Valeninas Weihwasser anzunehmen holte er eine pechschwarze Phiole aus der Tasche und trank diese. Dies war auch in etwa der Zeitpunkt, in dem die Tarnung viel und er sich als Argon zu erkennen gab. Er war dazu übergegangen, den Anwesenden direkt mit Plagen zu drohen und zu wecken, was Lange schon schlummerte. Alles einlenken von Valentina nützte nichts, Argon wollte nicht gehen. Er schien sein Glück scheinbar ausreizen zu wollen. Er kürzlich hat er sich in einem Duell freies Geleit aus Stolzenforst erkämpft, nachdem er sich in der Kampfschule scheinbar keine Freunde gemacht hatte. Nun stand er wieder vor ihnen und wetterte und schimpfte. Selbst nach dreimaligem Bitten schien er nicht gehen zu wollen. Dann wurde es auch Valentina zu bunt und etwas umständlicher als Notwendig wurde Argon festgesetzt. Der Abend war bis dorthin ausgelassen und teilweise flüssig gewesen. Wahrscheinlich war es dem zu Schulden, dass es Argon schließlich doch schaffte über den Hafen zu entkommen.