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Die Rückkehr zur Familie

Maga Aria von Loghan
14. Dezember 2025 19:43
Es war nun schon fast ein Mond vergangen seit sie aus Moonglow zurückkam.
Frisch gebackene Magierin hätte sie wohl früher gesagt. Doch gekocht und gebacken hatte sie nun schon eine Ewigkeit nicht mehr.
Das Cafe in der Rast lief schlecht, das Klientel dort hat nunmal eher wenig Feingefühl für den Genuß eines guten Stück Käsesahnetorte.
Selbst die handlichen Schokoladenkringel für Unterwegs nahm kaum jemand mit.
Zur Feier der bestandenen Prüfung kochte sie dann aber doch noch ein letztes Mal. Vesperer Festtagsfisch, in der Pfanne, mit Butter und Käsesauce.
Feine Kartoffeln und Salat mit einer cremigen Dillsauce. Ganz typisch für Vesper. Heimatfisch. Feierlich wurde sie auch in die Gilde vollwertig aufgenommen und erhielt das Spezielle Zauberbuch der Gilde.
Während sie ihren Collegen für die Unterstützung dankte und ein paar ausgewählte Präsente übergab, hatte sie Konzilsvorstand Vlos'Drathir
nicht mehr gesehen. Sie hatte ihm zwar eine Nachricht hinterlassen, doch es schien, dass er nicht einmal mehr ins Konzil zurückkehrte.
So wartete nun das kleine Päckchen mit ein paar Gegenständen seines Volkes auf ihn daheim in Arias Turm. Denn ja, er war herablassend, er hat sie
stets spüren lassen, dass sie eigentlich nur grad so geduldet wird. Aber in der Prüfung mit Rabenbart merkte sie schon, dass viele Details, die er ihr
vermittelt hat und Wert auf Präzision gelegt hat, wichtig waren.

Aber nun sind Wochen ins Land gegangen. Die Prüfung war schon lange nicht mehr in ihrem Kopf. Vielmehr lag das Ziel vor ihr zu ihren Eltern zurückzukehren.
Aria schob die Heimreise immer wieder auf. Sie suchte nach der idealen Kleidung. Dann wollte sie gewisse Zauber noch studieren. Zwischenzeitlich noch ein gutes Geschäft mit diesen Mystischen Schriftrollen machen, denn ihr Magierturm verschlingt eine Menge Gold. Doch der eigentliche Grund war: Wie würden es Ihre Eltern aufnehmen.

Sie nahm eine der Runen und sprach: VAL REL POR
Kurz darauf landete sie auf der Magierinsel in Vesper. Ein von ihren Eltern extrem verhasster Ort. Aria wurde stets verboten dort hinzugehen.
Dabei war es nur eine von vielen Nachbarinseln. Aria zog es vor nun zu Fuß weiterzugehen. Sie hatte sich die feinste Magierrobe und sogar eine passende Kapuze zugelegt. Schmuck und feinste Kleidung. Die Eltern sollten sehen, dass es ihr gut ging und sich für ihren neuen Status freuen.

Zaghaft läutete sie daheim.

Es brauchte eine Weile bis schließlich jemand zur Tür kam. Schlurfend. Die Schlösser klackten und ihr Vater öffnete.
Schweigend und missmutig schaute er an ihr herunter. Gerade wollte er etwas sagen, da rieß sich Aria die Kapuze vom Kopf um sich klar und deutlich zu zeigen. Er verstummte und musterte sie von oben bis unten. Danach ging er ins Haus. Schweigend. Ließ die Tür allerdings offen stehen.
Ihre Mutter rief nur als einem Nebenraum: "Was ist los? Wer ist denn an der Tür?" Bis sich alle mehr oder weniger im gleichen Zimmer aufhielten und ihre Mutter Aria erblickte. Einen Augenblick muss Aria überlegen ob sie ausversehen einen Lähmzauber hervorgebracht hatte, doch dann fiel alle Spannung ab von ihrer Mutter. Im Gegenteil, sie hat die Holzschüssel mit Plätzchenteig fallen lassen und umarmte Aria und freute sich.
"Ich bin wieder daheim." Ihre Mutter stellte viele Fragen: Was hast du gemacht? Wie geht es dir? Ich mache uns unsere Lieblichsplätzchen, möchtest du auch? Bist du es auch wirklich?" und noch mehr... Aria's Vater ging nur schnaubend hinaus und ward eine ganze Weile nicht mehr gesehen.
Aria und ihre Mutter verbrachten den Nachmittag mit gemeinsamem Backen. Es war der erste wirklich herzliche Moment seit langem. Sie fühlte sich wieder wie früher als wäre nie etwas gewesen. Hin und wieder erzählte sie von dem was sie in den letzten Monden alles erlebt und gesehen hat.
Beide waren fast schon wieder so vertraut wie früher, Mutter und Tochter. Es war so vertraut, dass Aria einen Moment lang vergaß, dass sie sich vorgenommen hatte nicht zu zaubern.
Doch sie erzählte und zeigte ihrer Mutter so gern was sie in ihrem Cafe an der Rast angeboten hatte. Teig, etwas Zucker,Schokolade und etwas Obst. Doch jetzt im Winter gab es kein Obst hier mehr. "Kein Problem - In Mani Ylem" schoß es eben aus ihr hervor. Und sie hatte Glück, sie hatte sie so irgendein Obst gewünscht, dass tatsächlich Obst erschien.

In dem Moment stand ihr Vater in der Tür. Missmutig und sie abstoßend anschauend. Es roch nach irgendeinem Hafenschnaps. Er hatte offenbar den Tag getrunken. Mit anklagenden Worten sprach er "Und was jetzt? Willst du uns mit deinem magischen Obst vergiften?"
Aria war irritiert. Ihre Mutter war erschrocken und wie vorhin ließ sie die Schüssel fallen. Das magische Obst verteilte sie auf dem Boden.

"Nein nein, das ganz harmlos. Einfach etwas gutes zu..." erwiderte Aria. Sie streckte sie etwas, um halbwegs groß zu wirken.
"Das Monster in Seidenkleidchen, harmlos und ..." brachte ihr Vater wieder hervor.
Aria erwiderte nur "Was weißt du denn schon?" Doch dann erwiderte er ihr: "Ich weiß eine ganze Menge mehr als Du glaubst".
Er hielt ein weiteres Bündel in der Hand und hielt es ihr entgegen. "Ich habe es gelesen. All eure tolle Zauberei. Verbrennen, Vergiften, Erfrieren, Dämonenwesen zum Kämpfen, Stärker werden zum Kämpfen, sich in einen Drachen verwandeln, hinabstürzende Feuerbrocken, Blitze, noch mehr Blitze."
"Deshalb bist du doch eigentlich hier?" sprach er und hielt ihr das Zauberbuch, eingewickelt in feinsten Stoff hin.

"Dann nimm es, und lass Deine Mutter und mich endlich frei und in Frieden leben".

Betrunken und wütend preschte er vor, drückte Aria das Bündel irgendwie in die Arme und versuchte sie zu packen.
Doch instinktiv sprach sie "Rel Por" und teleportierte sich aus dem Weg an die Stelle wo ihr Vater vorher stand.
Er hingegen rutschte auf den inzwischen matschig getretenen magischen Birnen aus und stürzte in Aria's Mutter hinein.
War es nun der Alkohol, das Rutschen, oder dann doch wohl das alte Rostige Messer welches es in den Bündel auch versteckt hatte.
Er rammte es beim Sturz tief in ihre Mutter hinein... Sie schrie schmerzvoll auf und krümmte sich die Wunde haltend.

"Was hast du getan?" erhob er sich, zornig und wütend, über eigentlich seine Tat. Er hatte es nun wirklich auf Aria abgesehen. Ohne das Bündel, mit der dicken rostigen Klinge in der Hand drohte er ihr. "Sie was du angerichtet hast. Du kommst in unser Haus, und bringst deine Schändliche Magie mit." triefte es aus ihm heraus. Aria erwiederte nur: "Lass mich zu ihr, ich kann ihr helfen". Sie wollte gerade einen Heilzauber sprechen, da stach er schon auf sie ein. In der Hoffnung der Heilzauber würde gelingen, ließ sie es geschehen. Einmal, zweimal, dreimal... Jedesmal wurde wieder ihre Konzentration gestört.
"Du warst nie meine Tochter, und du wirst es auch niemals mehr sein".
Ein Bild erschien ihr im Kopf. Es war Tutora El-Sovirax "Bricht das Siegel, bricht die Welt"...
"NEEEINNNN" Ohne weiter nachzudenken gab es eine Explosion. Aria hatte einen Explosionszauber gewirkt. Sie wollte die Angriffe einfach nur noch Beenden und wurde selbst davon ans Treppengeländer im Flur zurückgeschleudert, und dann war "Stille."
Sie sah alles in Grau. Alles lag regungslos da. Sie sah sich selbst mit aufgeschlagener Kopfwunde auf der Treppe liegen.
Sie sag ihren Vater teils ohne Gliedmaßen tot in der Küche liegen.
Sie sah ihre Mutter bewusstlos oder tot mitten im Birnenmatsch liegen, blutüberströmt.
Das letzte Mal als sie diesen Zustand hatte, war es in einem Unterricht. Vlos sagte ihr damals, dass er sie wieder zurückholt. Doch er war nicht hier um sie
zurückzuholen. Eine gefühlte Ewigkeit verbrachte sie tief in Trauer. Über sich selbst, über den Tod ihres Vaters und über den ihrer Mutter. Grau in Grau...
doch dann... sie kam zu sich. Öffnete die Augen... Sie hatte die Zwischenwelt wieder verlassen, doch wie? War sie nur bewusstlos oder war jemand hier gewesen?
Doch als sie wieder mehr bei Kräften war, war es zu spät.
Ihr Vater war zerstückelt. Ihre Mutter war schon Blutleer. Sie hielt ihre Mutter noch eine ganze Weile im Arm, den letzten schönen Moment mit ihr festhaltend.
Nicht aufstehen, nicht loslassen wollen.
Bald würde die Garde hier sein und sich fragen was hier geschehen ist.
Es gab nur einen, der ihr nun helfen kann...

Sie ergriff das Bündel, den Stoff, und dann den leblosen Körper ihrer Mutter... Dann nahm sie ihre letzte Kraft zusammen und zauberte ein Portal direkt zu ihrem Haus.

"Mutter, bleib bei mir. Ich werde dich nicht gehen lassen". schluchzte sie in ihrem Turm.
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Die Rückkehr zur Familie

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